Review: MADBALL – FOR THE CAUSE Review: MADBALL – FOR THE CAUSE
Die New Yorker Hardcore-Institution MADBALL gehen mit ihrem neunten Werk „For The Cause“ direkt und ohne schnörkellos auf die 12. MADBALL liefern groovende Hardcore-Granaten... Review: MADBALL – FOR THE CAUSE

Die New Yorker Hardcore-Institution MADBALL gehen mit ihrem neunten Werk „For The Cause“ direkt und ohne schnörkellos auf die 12. MADBALL liefern groovende Hardcore-Granaten mit klaren Messages und kraftvollem Sound im Komplett-Paket. Dazu gibt es ein paar Besonderheiten, die sich kein Metalhead entgehen lassen sollte.  

Die New Yorker MADBALL gehören seit mehr als 25 Jahren zur  NY-Hardcore-Szene und sind deren härteste Vertreter. Mit „For The Cause“ geht die Hardcore-Institution eine klare Richtung – kompromisslos, schnörkellos, ausdrucksstark, voll auf die 12.

Die dreizehn Hardcore-Kracher gehen direkt ins Gebälk und grooven gnadenlos. Eine besondere Stärke von MADBALL liegt an der Fähigkeit von Fronter Freddy Cricien gnadenlos glaubwürdig und ungekünstelt rüber zu bringen.

Er selbst sagt dazu: „Wenn du nicht für eine bestimmte Sache kämpfst, nimmst du nicht am Leben teil. So einfach ist das. Sag was du denkst, kämpfe, bilde dich weiter, trage zu Veränderungen bei und bringe Opfer für das, was dir wichtig ist.“ Klare Ansage.

Die Songs sind durchschnittlich knackige zwei bis dreieinhalb Minuten lang. Dieses kommt der direkten Ausdrucksweise und Dynamik der Songs sehr zu gute. Neben dem Opener “Smile Now Pay Later” sind “Old-Fashioned”, “Lone Wolf” und “For The Cause” (mit Reggae-Ausklang) mächtig groovende Hardcore-Granaten.

Der zweite Song “RevUp” ist einfach ein geiler Oberkracher – griffig, packend, eingängig, mega-groovend – “Start a revolution”!!!. Besonders auffallend ist, dass sich MADBALL bei den anderen Songs, die nicht minder-groovend sind, verschiedener Stilmittel bedienen.Madball - For The Cause - Artwork

Freight Train” kommt recht rockig daher. Das rasante “Evil Ways” wird von Ice-T veredelt. Bei “Tempest” und “Damaged Goods” wird variable am Tempo gedreht. “The Fog” hat eine fette Punk-Attitüde und “Confessions” einen Hang zum Thrash Metal.

Besonders hervor sticht aber „Es Tu Vida“, dass deutlich zeigt, dass massiver Hardcore mit krachenden Gitarren und hämmernden Double-Basses auch sehr genial auf Spanisch geht. So ist „For The Cause“ trotz Eingängigkeit zu keinem Moment eintönig. Dieses erklärt Frontmann Freddy Cricien so: „Wie wächst man als Band oder als Person, wenn man kein Risiko eingeht? Wir fühlen uns selbst und allen anderen verpflichtet, uns weiter zu entwickeln. Wir sind auf diesem Album mehr Risiken eingegangen als bei jedem vorherigen und wir sind glücklich darüber! Wir sind stolz, dass es uns immer noch deutlich repräsentiert, es ist echt und ehrlich. Es gibt genug, was uns ausmacht, mit dem wir die Leute da draußen befriedigen können – ganz egal welche Ära der Band sie am meisten gefeiert und unterstützt haben.“

Eine Besonderheit von „For The Cause“ sind die Gastauftritte. Mit von der Party sind PSYCHO REALM’s Sick Jacken auf ‚Rev Up‘, Steve Whale (THE BUSINESS) und Tim Armstrong (Produzent) auf ‚The Fog‘ sowie niemand Geringeres als Legende Ice-T auf ‚Evil Ways‘. Freddy Cricien erzähl hierüber: „Jacken ist unser Homie. Er kam bei uns vorbei, einfach nur um zu fragen was bei uns so abgeht, und ich nahm gerade ‚Rev Up‘ auf. Er war direkt voll im Song drin und begann zu freestylen, was die Message von diesem Song wirklich auf den Punkt brachte. Was Ice-T angeht, er hat ‚Evil Ways‘ eine echt gute Note verpasst. Es war eine große Ehre, mit jemandem zu arbeiten, dem ich seit meiner Kindheit treu bin. Er unterstützt unsere Band und die Szene, aus der wir kommen. Tim und Steve wurden ebenso natürlich Teil von ‚The Fog‘ wie alles andere auf dieser Platte.“

Die Produktion von “For The Cause” vertrauten MADBALL Tim Armstrong von RANCID an, der es auf geniale Art und Weise schaffte, den typischen MADBALL-Sound dynamisch und kraftvoll in die Neuzeit zu führen. Hiermit trug er auch zu der von MADBALL selbst geforderten stetigen Weiterentwicklung bei. Sänger Freddy erzählt hierzu: „Produzieren ist eine knifflige Sache. Wenn eine Band dich an ihr Material lässt, kannst du es entweder wirklich verbessern, oder es komplett ruinieren. Tim hat unsere Band immer respektiert und akzeptiert es, wie wir Dinge angehen. Er wusste, dass wir eine Vision hatten, wie dieses Album klingen sollte, also ließ er uns unser Ding machen. Trotzdem war er bei jedem Schritt bei uns um uns anzufeuern und unterstützte uns in unserer Arbeit. Wann immer er seinen Senf dazugab war es gut durchdacht und er machte gute Vorschläge. Er hat sogar dabei geholfen, die Hook für ‚For You‘ zu schreiben! Er war zu keiner Zeit aufdringlich und das war, speziell für diese Platte, das Best-Case-Szenario.

Fazit: Insgesamt ist “For The Cause” ein Hardcore-Paket voll mit geilen Groove-Granaten, die einfach gigantisch Spaß machen. Auch wenn der NY Hardcore dieses Mal nicht ganz lupenrein ausfällt. Der Metalhead, der bei “For The Cause” nicht abgeht, ist entweder tot oder Komatös besoffen. Also sollten nicht nur Hardcore-Fans hier unbedingt reinhören. MADBALL grooven einfach dermaßen genial und mit einer Härte, die unglaublich ist, den Spaß sollte sich niemand entgehen lassen.

Anspieltipps: Rev Up, Freight Train, Damaged Goods, Es Tu Vida,

Review: Michael Glaeser

Tracks

  1. Smile Now Pay Later 3:31
  2. Rev Up 2:20
  3. Freight Train 2:36
  4. Tempest 2:25
  5. Old Fashioned 2:10
  6. Evil Ways feat. Ice T 1:46
  7. Lone Wolf 2:37
  8. Damaged Goods 2:19
  9. The Fog feat. Tim Timebomb 3:10
  10. Es Tu Vida 2:27
  11. For You 3:18
  12. For The Cause 4:03
  13. Confessions 1:45

Line up: Freddy Cricien – Gesang, Hoya Roc – Bass, Mike Justian – Schlagzeug

Hörprobe auf Youtube von „Rev Up“:


 

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