CRY EXCESS – VISION CRY EXCESS – VISION
CRY EXCESS pflügen auf ihrem dritten Langeisen "Vision" voller Energie einmal den Metalcore-Acker und gleichzeitig verschiedenste Genre-Schubladen um. Heraus kommt eine geballte Ladung modernem... CRY EXCESS – VISION

CRY EXCESS pflügen auf ihrem dritten Langeisen „Vision“ voller Energie einmal den Metalcore-Acker und gleichzeitig verschiedenste Genre-Schubladen um. Heraus kommt eine geballte Ladung modernem Metals, der sich in dieser Form an der vordersten Front unserer Zeit bewegt. Gekonnt werden Unmengen an Elementen in ein Metalcore-Basisgerüst eingewoben. Was bei anderen als gekünstelt  daherkommt, verarbeiten CRY EXCESS in unbändige Energie und einen gewissen Party-Faktor.

Der Metalcore-Fünferpack CRY EXCESS aus dem italienischen Turin ist nach „The Deceit“ (2013) und „Ambition is the shit“ (2015) nun mit seinem dritten Silberling „Vision“ unterwegs. Und dabei verfolgt CRY EXCESS einen bestimmten Sinn. Im Mittelpunkt von „Vision“ stellen CRY EXCESS Erlebnisse und Erfahrungen der Band.

Auf Vision erzählen wir Geschichten. Unsere eigenen Geschichten. Geschichten von Verzicht. Von Verrat. Von Verlust. Geschichten mitten aus dem Leben.”

Und genau das macht „Visions“ authentisch und glaubwürdig, denn musikalisch geht es mächtig hoch her und CRY EXCESS lassen ihrer Spielfreude freien Lauf. Ein Grundgerüst aus Metalcore wird mit unglaublich vielen Elementen anderer Stilrichtungen verquirlt. Die Songs wirken hierdurch hochvariabel und gleichzeitig frisch, quicklebendig und äußerst energiegeladen.

Beim Opener „Vision“ neigt der erwartungsfrohe Metalhead möglicherweise anfangs dazu, zu prüfen, ob er nicht die letzte Backstreet Boys-CD erwischt hat. Nach aber maximal einer Minute und 10 Sekunden wird schnell klar, wohin die Reise wirklich geht. Krachend und druckvoll treten CRY EXCESS das Gaspedal durch. Hier wird bereits deutlich, dass CRY EXCESS die Bandbreite der musikalischen Elemente auf „Vision“ extrem breit angelegt haben.

Diese Variabilität kommt besonders beim Gesang zum Ausdruck. Ein stimmlich starker Klargesang, wenn auch manchmal an die Backstreet Boys erinnernd, ist der Gegenpart zu dreckigen Growls und aggressiven Screams. Gerne wird zwischen diesen Formen auch innerhalb von 30 Sekunden hin und her gewechselt. Zwischendurch gibt es zudem Nu-Metal-mäßigen Sprechgesang. Recht effektvoll werden alle Gesangarten gerne auch mal durch den Synthesizer gedrückt und durch verschiedenste Effekte erweitert – was manchmal einen Touch von Cher hat. Selbst die Growls werden hier und da synthetisch durchgehäckselt.

In den Songs wird meist durch eine druckvolle Rhythmus-Sektion aus einem treibend dröhnenden Bass und variabel ballernden Double Bass-Drums gepaart mit Growls / Scream und gnadenlosen, tief gestimmten Gitarren eine gigantische Druck-Wand aufgebaut, die in Sekunden durch einen süßlich dahin gesäuselten Refrain mit groovenden Riffs weggespült wird, nur um anschließend wieder aufgebaut zu werden. Dieses Spiel findet sich auf „Vision“ in beide Richtungen und in verschiedensten Variationen quer durch die Songs.

Eine wahre Frischzellkur erhält der Metalcore bei CRY EXCESS durch reichlich Anleihen aus anderen Genres. Aus dem Fundus des Nu Metal und des Groove Metal wird sich sowieso reichlich bedient. Es finden sich aber auch Industrial Elemente, wie am Anfang von „Mess of me“ oder „Black Squad“, wogegen „Survival“ dagegen mit einem Film-Sample eingeleitet wird. „Detroit“ schwingt dann wiederum zwischen Metalcore und Mathcore –Anleihen mit Death Metal-Elementen. „Lost and alone“ kommt dann wiederum als recht rockige Nummer mit Metalcore-Einschuss rüber.

Fazit: Schubladendenken kann bei „Visions“ komplett vergessen werden. Aber, stört das wen?

Insgesamt haben CRY EXCESS mit „Vision“ ein sehr variables Metalcore-Werk geschaffen, dass CRY EXCESS vom  Metalcore-Einheitsbrei etwas abgrenzt. Was anfänglich etwas übertrieben und bei all den Effekten überladen wirken mag, generiert aber schnell einen enormen Spaßfaktor an der Scheibe. Was bei einigen Bands des Genres aufgesetzt und durchkalkuliert wirkt, kommt bei CRY EXCESS ehrlich und authentisch rüber. Die Jungs leben ihren Spieltrieb aus und das auf ganzer Breite. Und live sollten CRY EXCESS mit den „Vision“-Songs sowieso Abräumer sein.

Anspieltipp: „Detroit“, „Survival“

Review: Michael Glaeser

Hörprobe auf Youtube von „Survival“:


Tracks

01 – Vision                               2:26

02 – Mess of me                     3:16

03 – Survival                            3:59

04 – Down ’n out                     3:38

05 – Detroit                             4:50

06 – The path                          3:23

07 – Immortal                         3:28

08 – Lost and alone                 4:23

Cry Excess - Vision - Artwork09 – The black squad               3:14

10 – Chase the sun                  3:57

Line up:

Jaxon Vex (lead vocals)

Andrew Vex (guitars)

Mark Agostini (guitars)

Angie Six (bass)

Brian Nox (drums)

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