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Review: DIE DORKS – DER ARSCH AUF DEINEM PLATTENTELLER Review: DIE DORKS – DER ARSCH AUF DEINEM PLATTENTELLER
DIE DORKS mischen auch auf ihrem neuen und mittlerweile sechsten Album „Der Arsch Auf Deinem Plattenteller“ wieder eine Punk-Attitüde mit frechen, pöbelnden und gesellschaftskritischen... Review: DIE DORKS – DER ARSCH AUF DEINEM PLATTENTELLER

DIE DORKS mischen auch auf ihrem neuen und mittlerweile sechsten Album „Der Arsch Auf Deinem Plattenteller“ wieder eine Punk-Attitüde mit frechen, pöbelnden und gesellschaftskritischen Songtexten mit maiden-esquen Doppelgitarren, klassischen Metal-, Hardcore- und Rock-Elementen. Während die Band sich dem Metal widmet, ist Frontfrau Lizal als „Doro Pesch des Punks“ für die rotzige Seite zuständig. Hier kriegt jeder mit einer harten Breitseite sein Fett weg.

Wie kann man Punk und Metal vermischen? DIE DORKS haben mit ihrem neuen Album „Der Arsch Auf Deinem Plattenteller“ mal wieder eine Antwort darauf. Das Rezept ist dabei recht simpel. Sängerin Lizal sorgt für die Punk-Komponente. Auch wenn sie stimmlich wie Doro Pesch klingt, haut sie die Texte punkig mit einer frechen Rotzigkeit raus. Die zweite Punk-Komponente sind die durch die Bank gesellschaftskritischen und anklagenden Texte. Hier wird nichts und niemand verschont, der dem Establishment und der Musikindustrie angehört. Auch das gesamt Albumkonzept ist so designt, dass man sich unangepasst zeigt.

Die Metal-Komponente findet sich im Musikalischen, vor allem in der Gitarrenarbeit. Neben krachenden Riffs finden sich besonders Doppelgitarren-Anleihen von Iron Maiden, die den Songs das Metallische geben. Hierbei wird aber eher punk-gemäß übersichtlich als komplex gearbeitet.

Was bei den Songs voransteht, sind die textlichen Inhalte, denen sich die musikalische Struktur anpasst und unterordnet. Frontfrau Lizal präsentiert sich als unangepasste Kämpferin und ordnet sich aber auch gesanglich den textlichen Aussagen unter. Sie klingt zwar wie Doro, singt aber nicht so. Punkig und rotzig geht es hier ab. Und da kommen wir leider schon zu einer der Schwächen des Albums. Die Texte passen sich nur selten der Melodie an und werden manches Mal holpernd in den Song gepresst. Das mag punkig klingen, passt aber nicht ins Metal-Gewand. Zu wenig nutzt Frontfrau Lizal ihre stimmlichen Fähigkeiten aus. Und so kommen wir zum zweiten Manko. Musikalisch fällt „Der Arsch Auf Deinem Plattenteller“ für den Metalhead zwar nett, aber eigentlich uninteressant aus. DIE DORKS treten zwar an, besser als das massentaugliche Popgedudel zu sein, bieten aber in Sachen Metal nur Durchschnittsware.

Bleibt letztendlich die Message. Ohne Umwege, provokant und frech wird allen möglichen Teilnehmern der Gesellschaft verbal auf die Fresse gehauen. In manchen Songs gleich in mehrere Richtungen. Leider wird manches Mal so wild verbal drauflos gedroschen, dass kein wirklicher Tiefgang erlangt wird. Das ist schade, da im Grunde genommen das Richtige gemeint ist und die Texte sind sicherlich hochinteressant sind.

Insgesamt ist die Mischung aus Punk und Metal/Rock sicherlich für einen Innovationspreis geeignet und die Songs sind durchweg hörbar. Auf „Der Arsch Auf Deinem Plattenteller“ wird es mit leider etwas mit dem ganzen Konzept übertrieben. Wenn man aber letztendlich das Ganze mit einem Augenzwinkern betrachtet, ist die Sache ganz cool. So ist jedem empfohlen, einfach mal reinzuhören. Die einen werden aus Prinzip sekundenschnell wegklicken, die anderen werden sich vielleicht angesprochen fühlen und ihren Spaß haben. Eine coole Einstellung haben DIE DORKS allemal.DIE DORKS – DER ARSCH AUF DEINEM PLATTENTELLER

Tracks

  1. Der Producer hat gesagt, wir brauchen ein Instrumentalintro
  2. Der Arsch auf meinem Plattenteller
  3. Borderline Flashmob
  4. Die Trümmer der Zivilisation
  5. Zu lange Winter in Berlin
  6. Barrikaden aus Fleisch und Blut
  7. Sinn des Lebens
  8. Mehr als nur verschwendete Jugend
  9. Wo die Musik noch offline spielt
  10. Am Tresen einer anderen Stadt
  11. Der Stock im Arsch des Undergrounds
  12. Wenn die Angst zum Zeitgeist wird.
  13. Die Zeit der Lügengesten
  14. Weil es jeder von uns braucht
  15. Zu fett für deine Lederjacke (feat. Wölfi Kassierer)
  16. Mach die Dorks aus Blues
  17. Hidden Dreck

Line up:

Lizal  – Lead-Gesang / Gitarre
Passi – Gitarre
Maddin – Co-Gesang

Wastl – Bass

Bons – Schlagzeug

Donald – Keys

Veröffentlichungstermin: 19.10.2018

Review: Michael Glaeser

 

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