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Review: Coheed & Cambria – Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures Review: Coheed & Cambria – Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures
Nach einem Kurzaufenthalt in New York heben die vier abgespaceten Progger von Coheed & Cambria mit ihrem Album "Vaxis – Act I: The Unheavenly... Review: Coheed & Cambria – Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures

Nach einem Kurzaufenthalt in New York heben die vier abgespaceten Progger von Coheed & Cambria mit ihrem Album „Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures“ zum achten Abenteuer in ihr „The Armory Wars“ Universum ab. 

Ein Konzeptwerk über sieben Alben in elf Jahren ist einzigartig in der Welt des Pop. Es geht weiter mit Teil acht.

Seit dem Erscheinen von „The Second Stage Turbine Blade“ 2002 ist die Erzählung mittlerweile recht umfangreich geworden. Es machte nicht leichter, daß zuerst die Teile Zwei und Drei erschienen, sodaß erst später klar wurde, wie alles begann. Mehr zur „The Armory Wars“ genannten Story, die auch als Comic erschien, findet ihr in der Infobox unten.

Die ProgMetal – Granden aus New York brachten dann 2015 mit „The Color Before The Sun“ ihr erstes und letztes Album, ohne Bezug zu Vorangegangenem heraus. Die Kritik und das mittlerweile angewachsene Stammpublikum gingen nur zum Teil mit, da die Band von einem Prog-Sound zu einem glatteren Alternative / Mainstream-Sound fand, wie auch Mastermind Carlos Sanchez damals einräumte. Die Abkehr resultierte aus der Geburt seines ersten Sohnes Atlas und der damit verbundenen Neuorientierung.

Nun gibt es Neuigkeiten zum Ehepaar Coheed & Cambria Kilgannon und den Geschicken ihres Planetenverbandes. Weiterhin steht es euch frei, der als „Work in Progress“ laufend weitergesponnenen Story zu folgen. Auch wen das weniger berührt, kann sich der sprühenden musikalischen Fantasie der Band anvertrauen.

Coheed haben einen derart eigenständigen Sound entwickelt, daß man sie sofort nach den ersten Takten erkennt. So folgt auch diese Scheibe dem eingespielten Muster, dem erprobten, bewährten Sound. Das könnte man als mehr von demselben, oder künstlerischen Stilstand kritisieren. Jedoch sind die Songs nun einmal großes Kino. Eine Band kann nur spielen, was aus ihr herauskommt, eine Weiterentwicklung fand aber hinsichtlich der Stimmung der Songs statt.Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures

Das Gesamtwerk der Band zeichnet sich durch einen absolut eigenständigen Sound aus. Zwar spielt sich alles im Rahmen des ProgRock ab, ansonsten schert man sich hier sympathischerweise wenig um Trends, man erschafft sie! Am ehesten kommen „The Mars Volta“ mit einem vergleichbar alleinstehenden Werk in den Sinn.

Die Songs durchwirkt jetzt nicht mehr diese Hochspannung, dieses Gefühl in einem Kompressor zu sitzen. Die Songs wirken entspannter und bei gleichem Tempo langsamer. Keine Änderung gibt es bei den druckvollen, in sich verdrillten, um sich kreisenden Songstrukturen, die erlesenstes Handwerk sind. Gleicher maßen heavy und raffiniert, ein Suchbild, dessen mehrfache Betrachtung immer neue Details enthüllt. Selten im Langsam- bis Midtempobereich angesiedelt, zieht der Puls des Hörers entsprechend mit.

„Queen of the Dark“ rumort als Konterpunkt einen gefühlten Ganzton zu tief und zu langsam herum. Auch hier kommt aufgrund Sanchez‘ hohen hellen Stimme nie Doom, aber eine schräge, mystische Stimmung auf. „True Ugly“ findet wieder zurück zur Coheed Tugend der treibenden Drums, unterbrochen durch den Refrain im halben Tempo, der das Bild von Offenheit und Erkenntnis entstehen lässt. Würde der Song einen Wald besingen, käme man jetzt auf eine Lichtung mit grandioser Aussicht. Ein häufiger Moment in Coheed -Songs, der die Aussage des Songs erkenntnisgleich hervorhebt. Prototypisch, vielleicht der verlinkte Opener „The Dark Sentencer“. In diesem Live-Video kann man auch die typischen auf-und absteigenden Arpeggios sehen, die Sanchez so ganz nebenbei zu seinem fordernden Gesang abfeuert, als wäre es nichts.

Mit „Vaxis“ erscheint ein weiterer Höhepunkt der Konzeptband, die sehr speziellen Kompositionen sind aufgrund ihrer Konzeption dem ProgMetal zuzurechnen, stellen aber einen ganz eigenen Zweig im Stammbaum dar.

Live kann man ihr großes Handwerk leider nur in den US of A. bewundern, eine Tour-DVD wäre hierorts höchst willkommen.

Review: Michael Neumann
Hörprobe auf YouTube

Tracklist:

1.  Prologue

2.  The Dark Sentencer

3.  Unheavenly Creatures

4.  Toys

5.  Black Sunday

6.  Queen Of The Dark

7.  True Ugly

8.  Love Protocol

9.  The Pavilion (A Long Way Back)

10. Night-Time Walkers

11. The Gutter

12. All On Fire

13. It Walks Among Us

14. Old Flames

15. Lucky Stars

Erschienen am 5. Oktober 2018 bei Roadrunner Records

Lineup: Claudio Sanchez- Vocals, Gitarre, Travis Stever- Gitarre, Gesang, Zach Cooper- Bass, Joshua Epperd- Schlagzeug

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