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Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 2 Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 2
Im Rahmen ihrer „Killfest“-Tour rissen FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION Deutschland ein. Vor dem Gig in der Frankfurter Batschkapp, unterhielt sich Frontmann... Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 2

Im Rahmen ihrer „Killfest“-Tour rissen FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION Deutschland ein. Vor dem Gig in der Frankfurter Batschkapp, unterhielt sich Frontmann A.K. mit Lydia und Michael vom Metalogy.de-Team im Tourbus und erzählte über zukünftige Pläne, die Auszeiten, sein Hobby das Helicopterfliegen, seine Ehe, seine Kinder, das Tourleben und vieles mehr. Lest hier den zweiten Teil des dreiteiligen Interviews.

Gibt es schon einen festen Zeitpunkt für die Veröffentlichung des nächsten Albums?

A.K.: Nein. Bisher nicht. Es war etwas einfacher mit „The End Of Chaos“, weil ich 42 Songs zur Auswahl hatte. Als es dann um das Album ging, haben wir uns auf diese Song konzentriert. Wir haben aber Extra-Songs, an denen wir nicht für das letzte Album gearbeitet haben. Und wir haben neue Songs, die mir wöchentlich von den anderen zugeschickt werden. Ich denke also, dass wir bereit sein werden, wenn die Aufnahmen für das neue Album anstehen. Wir werden es danach wohl relativ schnell veröffentlichen. Wir werden sehen.

Flotsam and Jetsam haben immer wieder Auszeiten genommen. Wie hast Du diese Zeit neben Flotsam and Jetsam verbracht?

A.K.: Mit vielen Sachen. Zuhause besitze ich ein Bauunternehmen. Damit bin ich rund um die Uhr beschäftigt. Ich habe ein paar sehr gute Leute, die das Unternehmen für mich führen, wenn ich unterwegs bin. Und in meiner Freizeit fliege ich Helikopter. Das mache ich rein zum Spaß. Ich versuche aktiv zu bleiben und arbeite auch mit lokalen Bands. Ich mache immer irgendetwas.

Lebst Du noch in Phoenix?

A.K.: Ja.

Fliegst Du dann auch über den Grand Canyon?

A.K.: Das ist nicht erlaubt. Dafür brauchst du eine Sondergenehmigung. Aber es gibt jede Menge andere wunderschöne Orte, wo man hinfliegen kann. Das ist wirklich ein Hobby von mir.

Welcher ist Dein Lieblingsort zum Überfliegen?

A.K.: Die Superstition Mountains. Die „Lost Dutchman´s Gold Mine“ wird dort vermutet. Das ist eine wunderschöne Gegend.

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Für viele Bands warst Du in deiner langen Karriere und bist immer noch eine Inspiration. Wer hat Dich inspiriert? Hast Du selber ein Idol?

A.K.: Da gibt es viele. Die beiden größten sind sicherlich Bruce Dickinson und Rob Halford. Von diesen beiden habe ich sehr viel gelernt als ich mit Metal angefangen habe. Die ersten beiden Platten, die mir die Band gegeben hat, um Metalsongs zu lernen waren „Number of the Beast“ und „Unleashed in the East“. Das sollte ich dann alles lernen. (lacht) Und die Scorpions natürlich. Damals habe ich viele Songs von den Scorpions gelernt. Meine erste Erfahrung mit Metal-Gesang war, diese Bands nachzusingen und zu imitieren. Ich nahm dann von jedem Sänger einen Teil und kreierte daraus meinen eigenen Stil. Was ja normal ist. Nimm das, was Dir gefällt und lass Links liegen, was Dir nicht gefällt. Das sind wirklich meine großen Inspirationen. Später war es dann Geoff Tate. Als ich ihn singen gehört haben, fand ich ihn unglaublich und ich wollte noch besser singen.

Bei all den Alben, die Ihr veröffentlicht habt: Welches Album ist dein eigener Favorit? Und hast Du einen speziellen Song?

A.K.: Es gibt ein paar Lieblings-Songs. Aber ich denke, dass ich die Songs am liebsten singe, die schwierig zu singen sind, wie zum Beispiel „Better Off Dead“ von „The Cold“. Die Songs dieses Albums sind insgesamt schwierig zu singen. Deswegen ist dieses Album auch einer meiner Favoriten. Das neue Album ist ebenfalls sehr schwierig zu singen. Ich bin manchmal richtig außer Atem und versuche einfach mit mir selber mitzuhalten. Das ist auch, was ich am meisten mag: Wenn es eine Herausforderung gibt und ich richtig hart arbeiten muss, um es hinzubekommen. Das sind die Songs, die ich am besten finde.

Hast Du einen bestimmten Song, der Dir besonders viel bedeutet?

A.K.: Die meisten Songs von „The Cold“ bedeuten mir bezüglich der Texte sehr viel. Alle Songs von „The End Of Chaos“ bedeuten mir sehr viel. Ich habe viele meiner Gedanken und viel Herz und Seele in die Texte und die Melodien gesteckt. Also, diese beiden Alben bedeuten mir am meisten von allen. Und natürlich die ersten beiden, weil sie uns dorthin gebracht haben, wo wir heute sind.

Wie fühlt es sich an, dass Ihr wieder so erfolgreich seid. Habt Ihr das erwartet?

A.K.: Ich weiß nicht, ob ich es erwartet habe. Ich habe es gehofft. Unsere ersten beiden Alben haben uns von einem Independent Label zu einem Major Label und zu einem noch größeren Label gebracht. Durch dieses Wachstum während der ersten fünf Alben lernst du, nichts zu erwarten, weil es viel schlechter oder viel besser sein kann als du erwartet. Du lernst es so zu nehmen, wie es kommt. Damals haben wir geglaubt, dass wir große Rockstars sind und nie Probleme haben werden. Dass wir so viel ausgeben können, wie wir wollen und, dass wir hingehen können, wohin wir wollen. Und dann hast du ein paar Alben, die nicht so erfolgreich sind. Das holt dich zurück auf den Boden. Daran denken wir immer, wenn wir ein neues Album rausbringen.

Unterstützt Ihr irgendwelche soziale Projekte oder seid in Wohltätigkeitsprojekten aktiv?

A.K.: Nein, eigentlich nicht. Weißt du, wir bekommen sehr häufig Anfragen von lokalen Bands aus meiner Heimatstadt. Zum Beispiel: „Unser Freund ist gestorben und seine Frau hat nun große Probleme.“ Dann spielen wir ein Konzert, um Geld für die Frau zu sammeln. Aber wenn es um richtige Wohltätigkeit geht, dann verdienen wir dafür einfach zu wenig, um richtig zu spenden. Wir spielen aber manchmal umsonst für bestimmte gute Sachen. Unsere Heimatstadt war sehr gut zu uns und wir haben das Gefühl, dass wir Gutes zurückgeben müssen, wann immer sich die Möglichkeit ergibt.

Wenn Du auf Tour bist, hast Du da irgendwelche besonderen Wünsche?

A.K.: Ich bin auf Tour eigentlich sehr einfach. Solange es was zum Essen und nette Leute zum Reden gibt. Es ist nett, wenn man nicht hungern muss und es etwas Wasser zu trinken gibt (Lacht).

Ein paar Fans zu haben, mit denen man quatschen und ein Bier trinken kann, bedeutet mir sehr viel. Nach der Show am Merchandise-Stand zu sein und mit den Fans zu reden, ein Bier mit denen zu trinken und ein paar Fotos zu machen, das bedeutet mir wirklich viel.

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Hat sich dabei über die Jahre etwas geändert?

A.K.: Eigentlich nicht. Aber ich habe gelernt, es immer zu mögen. Es gab Zeiten, da habe ich es gehasst, wenn da ein besoffener Typ ankam und mich vollsabberte. Nach all den Jahren macht mir das nichts mehr aus. Soll er mich doch vollschlabbern. Ich mag das. Das macht mir Spaß. Was du hasst und was du liebst ändert sich, wenn Du älter wirst. Es ist nicht mehr wichtig. Ein Betrunkener, der mir im Ohr hängt – Ich hasse das heutzutage nicht mehr so sehr. Auch wenn es etwas lästig ist, macht es ihn doch glücklich. Ich tue mein Bestes, um andere Leute glücklich zu machen.

Gibt es eine Band mit der Du mal auf Tour gehen würdest?

A.K.: Metallica. Dafür, dass sie uns den Bassisten gestohlen haben, könnten Sie uns auch mal mit auf Tour nehmen (Lacht). Ein paar Bands, mit denen wir getourt haben und von denen ich nicht erwartet habe, dass ich mit denen gerne nochmal touren würde. Ich dachte niemals, ich würde gerne mit King Diamond touren. Wir haben mit denen etwa 110 Shows zusammen gemacht. Das war eine der lustigsten Zeiten, die ich je gehabt habe.

Wir haben mehr als 200 Shows zusammen mit Megadeth gemacht. Manchmal war das großartig, manchmal nicht so sehr. Aber auch da hatten wir jede Menge Spaß.

Ich möchte immer offen sein und mit wem auch immer touren. Mit Overkill zum Beispiel. Ich bin da offen. Ich hoffe, dass es Spaß macht. Wenn es das nicht tut, mache ich mir meinen eigenen Spaß hier (im Tourbus) abseits von allem. Es gibt aber viele Bands, mit denen ich gerne touren würde. Ich würde eigentlich gerne mit allen touren. Wirklich.

Hast Du noch Kontakt zu Jason (Newsted)?

A.K.: Wir treffen uns mit Jason etwa einmal im Jahr. Er kommt nach Phoenix und wir gehen zusammen Essen. Manchmal jammern wir ein bisschen. Danach hören wir dann ein ganzes Jahr wieder nichts von ihm. Und plötzlich ruft er an und fragt, ob wir uns wieder mal treffen wollen.

Er ist immer noch der alte Jason, so wie er in den alten Zeiten war. Seine Geschäftsentscheidungen bringen einen zwar manchmal zum Grübeln (Lacht). Aber er ist immer noch der alte Jason, der für ein Jahr in meinem Haus gelebt hat. Er hat unsere Band gegründet und hat damals alle Lieder geschrieben. Er ist immer noch der Alte. Er hat nur mehr Geld und mehr Zeit für die Fans.

Wenn Du zuhause bist, hörst Du dann auch Metal?

A.K.: Manchmal. Das kommt auf meine Stimmung an. Sonntags morgens, wenn die Familie noch schläft und ich aufstehe und das Haus aufräume, dann höre ich Bread, Three Dog Night und diese alten, ruhigen Sachen.

Tagsüber und am Wochenende habe ich keine Chance, weil mein Sohn seinen Rap-Kram durchs Haus dröhnen lässt. Das muss ich mir dann anhören (Lacht). Manchmal ist das in Ordnung, manchmal weniger. Aber wenn ich am Wochenende abends mit meiner Frau ausgehe, dann machen wir auch der Stimmung entsprechend Metal an. Ich höre aber ganz verschiedene Sachen, je nachdem welcher Tag und was für ein Abend es ist. Ich höre eigentlich alles.

Hört Deine Frau auch Metal?

A.K.: Ja. An dem Abend als ich meine Frau das erste Mal getroffen habe – vor 31 Jahren – habe ich sie zuhause abgeholt und in ihrem Schlafzimmer hingen damals überall Flotsam and Jetsam-Poster. Das war irgendwie schräg. Sie war schon immer ein Metalhead und sie hört sich so ziemlich alles an. Sie mag auch den Oldschool-Kram. Sie hört sich so einiges an. Sie mag nur nicht die Krümelmonster-Vocals (Growls) (Lacht). Aber sie mag Bruce Dickinson, Rob Halford und solche Sänger. Wir sind jetzt über 30 Jahre zusammen. Im Mai haben wir 25-jährigen Hochzeitstag. Silberhochzeit. Wir sind eine lange Zeit zusammen. Ich weiß zwar nicht warum, aber wenn ich nach Hause komme, ist sie immer noch da (Lacht).

Feiert Ihr Euer Jubiläum?

A.K.: Im Mai. Auf unserer Hochzeitsreise damals sind wir nur rumgefahren. Nach Las Vegas. Hoch nach Oregon. Dann die Küste runter und so weiter. Und ab dem 6. Mai werden wir das wieder machen. Wir fahren genau die gleiche Strecke wie auf unserer Hochzeitsreise. Nur dieses Mal wird sie nicht schwanger sein (lacht) Da kommt auch kein Kind mehr dazu. Damit bin ich durch. Mein Vater hat sechs Kinder. Ich habe fünf ältere Schwestern. Ich bin der einzige Junge und der Jüngste. Ich wurde ziemlich verwöhnt. Er sagt, dass der Doktor damals rauskam und sagte: Dieses Mal hat es ein Außenrohr (lacht). Jubel (lacht). Ich selber habe drei Söhne und zwei Töchter.

Was magst Du am liebsten an Deiner Heimatstadt (Phoenix)?

A.K.:  Das Wetter. Der Sommer ist brutal. 120° (Fahrenheit = ~49°C). Da ist es richtig heiß. Du lernst, diese Monate erträglich zu machen. Der Rest des Jahres ist einfach schön.

Lest morgen auf METALOGY den dritten und letzten Teil des dreiteiligen Interviews mit A.K.

Hier der erste Teil:

Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 1
http://metalogy.de/interview-mit-a-k-saenger-und-frontman-von-flotsam-and-jetsam-teil-1/

 

Und hier die Fotostrecke zum Gig:

FOTOSTRECKE: OVERKILL, DESTRUCTION, FLOTSAM & JETSAM und CHRONOSPHERE in der Batschkapp Frankfurt

Und hier der Review zum neuen Album:

Review: FLOTSAM AND JETSAM – THE END OF CHAOS

 

 

 

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de