Malmös Electro-Punk-Aufstand – The Guilt kündigen neues Album und „Naked Rat Tour“ 2026 an
Neue Scheiben, Film- und BuchtippsNews 13. Januar 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Elektropunk, Riot-Goth und schonungslose Emotionen – Das schwedische Duo The Guilt meldet sich mit neuem Album zurück. Naked Rat Dance ist laut, verletzlich und gnadenlos. Im Winter 2026 bringt die Band das Chaos auf Tour.
Das schwedische Electropunk-Duo The Guilt kehrt mit voller Wucht zurück – Naked Rat Dance, das dritte Studioalbum, erscheint am 15. Januar 2026 über Icons Creating Evil Art. Begleitet wird die Veröffentlichung von der „Naked Rat Tour“, die im Januar und Februar 2026 durch Europa führt.
Emma Wahlgren und Lizzy aus Malmö liefern mit Naked Rat Dance ihr bislang emotionalstes und klanglich weitreichendstes Werk ab. Ein Album, das aus Reibung, Geschwindigkeit und dem berauschenden Chaos des Menschseins entstanden ist. „Naked Rat Dance ist ein massiver emotionaler Output“, erklärt die Band. „Die Bandbreite ist größer – aber es trifft härter.“
Mehr Härte, mehr Tiefe, mehr Wahnsinn
Bekannt für ihren hochenergetischen, glittergetränkten Electropunk, erweitern The Guilt ihren Sound hier radikal – Riot-Grrrl-Direktheit trifft auf Gothic, Synthesizer wuchten schwer und entgleist, während Melodien etwas trotzig Episches jagen.
Oder wie die Band es selbst formuliert: „Wir haben alles genommen, was wir haben – alle Werkzeuge und alle Gefühle – und sind damit losgerannt. Oder losgetanzt.“
Seit The Guilt als festes Duo arbeiten, gleicht ihr kreativer Prozess einer kontrollierten Explosion. Genregrenzen spielten keine Rolle – entscheidend war allein das Gefühl. „Es ist, als würde man mit Höchstgeschwindigkeit fahren, ohne Abstand zwischen den Fahrzeugen“, beschreiben sie die emotionale Rasanz des Albums.
Verzerrung, Ratten und nackte Wahrheiten
Produziert, aufgenommen und gemischt wurde Naked Rat Dance von Alain Steffler (Le Prince Harry), einem langjährigen Wegbegleiter der Band, der auch für den Livesound verantwortlich ist. Das Mastering übernahm Nikolay Evdokimov vom Black Ocean Studio, von The Guilt liebevoll als „der verrückte Professor der analogen Verzerrung“ bezeichnet.
Der Albumtitel geht auf einen frühen Demo-Track namens Rat Dance zurück – benannt nach dem legendären RAT-Distortion-Pedal, das sich gnadenlos durch den Song fraß. Auch wenn der Track später zu Naked on My Own wurde, blieb das Bild der Ratte bestehen.
„Uns war das alte Rat-Dance-Meme durchaus bewusst – wir haben es trotzdem gemacht“, sagt Lizzy. „Das Internet altert schlechter als wir. Ich bin viel zu digital erschöpft, um einen Scheiß drauf zu geben.“
Gemeinsam mit der Künstlerin Emilia entwickelte sich daraus das visuelle Konzept des Albums: Naked Rat Dance als Bild menschlicher „Hautsäcke“ – verletzlich, rastlos, ineinander verkeilt und doch nie wirklich verbunden.
„Für uns geht es bei NAKED RAT DANCE um Menschen“, erklärt die Band.
„Extrem verletzlich, übereinander krabbelnd in einem Rattenrennen um den Sieg im Leben. Wir sind albern, sensibel, brauchen ständig Nähe – und sind doch immer in Bewegung, ohne irgendwo anzukommen.“
Tanz durch die Trümmer
War bei früheren Veröffentlichungen vor allem der chaotische Spaß spürbar, reißt Naked Rat Dance diese Oberfläche auf und legt etwas Rohes, Komisches und schmerzhaft Lebendiges frei. Das Album faucht, schleudert, taumelt, schlägt aus und lädt am Ende doch wieder zum Tanzen ein.
The Guilt zählen zu den explosivsten Live-Acts Schwedens, und Naked Rat Dance fängt diese gefährlich-glitzernde Katharsis mit gnadenloser Klarheit ein. Es ist der Sound einer Band, die aufgehört hat zu grübeln – und kopfüber in ihre bisher wildeste, ehrlichste und entfesseltste Phase stürzt.
Empfohlen für Fans von Le Tigre, Peaches, The Knife.
Die internen Produktionsregeln waren dabei ebenso simpel wie absurd:
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Drums: weniger echt, mehr besser
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Synths: schwer + dumm
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Gitarren: je seltsamer, desto klarer
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Melodie: episch






