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Edge of Paradise – Prophecy 2026 – Nachbericht von Gernot Döhne-Jochmann Edge of Paradise – Prophecy 2026 – Nachbericht von Gernot Döhne-Jochmann
Pfingstsonntag, früher Konzertbeginn, kleine Bühne – und trotzdem ganz großes Kino: Edge of Paradise verwandelten den Düsseldorfer Pitcher Club mit ihrer „Prophecy“-Tour in ein... Edge of Paradise – Prophecy 2026 – Nachbericht von Gernot Döhne-Jochmann

Pfingstsonntag, früher Konzertbeginn, kleine Bühne – und trotzdem ganz großes Kino: Edge of Paradise verwandelten den Düsseldorfer Pitcher Club mit ihrer „Prophecy“-Tour in ein cineastisches Metal-Erlebnis voller Energie, Emotionen und Nähe zum Publikum. Warum dieser Nachmittag weit mehr war als nur ein Konzert und weshalb die Band auch nach der Show alle Herzen gewann, lest ihr im Bericht von Gernot Döhne-Jochmann.

Heute ist einer dieser besonderen Nachmittage (!!!), an dem kein Weg zu weit ist, um eine tolle Band zu treffen. Es ist Pfingstsonntag und die Europa-Tour von Edge of Paradise kommt langsam zu ihrem Ende. Die spätnachmittägliche Show im kleinen aber feinen Pitcher Club in Düsseldorf ist die vorletzte Station, bevor es von Frankfurt aus wieder nach Los Angeles geht. Dazwischen liegt nur noch der Auftritt im Logo Hamburg.

Edge of Paradise reisten auf ihrer Prophecy-Tour durch ganz Europa unterwegs. Die Tour war in zwei Teile gegliedert: An einigen Terminen traten sie als Vorband von Visions of Atlantis auf, an anderen als Headliner mit einem kompletten Set und mitunter spielten sie sogar auf Festivals. Die Veranstaltungsorte reichten von kleinen Clubs, wie heute Abend, bis hin zu Open-Air-Bühnen vor 5.000 begeisterten Fans.

Natürlich ist das Hallo sehr gross, als ich die Band um Sängerin Margarita Monet treffe; Bassist Kenny, Schlagzeuger Jamie, Gitarrist Dave und Keyboarder Alex zusammen mit ihrer Crew Lexi für den Merch und McKayla für Sound, Technik und Bühne, wir haben uns ja erst vor ein paar Wochen in Frankfurt gesehen.

Während Edge of Paradise ihre normalen Reiseklamotten gegen echte Rockstar-Outfits tauschen, füllt sich der gemütliche Veranstaltungsort und ist letztlich für diese frühe Uhrzeit wirklich gut voll. Einlass war um 16:00 und Konzertbeginn für 17:00 angesetzt – eben eine Nachmittagamatinee, früher nannte man das Tanztee oder so – glaube ich…

Es gibt keine Vorband, daher haben Edge of Paradise die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Sie eröffnen mit „Prophecy Unbound“ und es ist einfach nur der Hammer. Cinematic Metal, wie er im Buche steht!

Es folgen „Hologram“ und „Soldiers of Danger“. Interessanterweise dominiert an manchen Stellen des Sets Daves Gitarre den Sound, während an anderen Stellen Alex’ Keyboards stärker im Vordergrund stehen. Das Schlagzeug, gespielt von Jamie, ist zweifellos das beständigste Instrument, obwohl sein Kit nicht an die PA angeschlossen ist. Das bedeutet, dass alle Drum-Sounds sehr natürlich und ungefiltert sind – etwas, das man heutzutage bei Shows mit all den Effekten und Spielereien selten erlebt. Alles in allem ist der Sound für diesen Veranstaltungsort mit seinen vielen Ecken und Kanten sehr gut und klar.

Der „Mind Assassin“ von „Give It To Me“ übernimmt, und es ist toll zu sehen, wie die ganze Band Spaß hat, selbst auf einer so kleinen Bühne. Das führt direkt zu „Digital Paradise“, bis alles „Dark“ wird.

Margaritas einzigartiger klarer Gesang ist beeindruckend und ich bin mir nicht sicher, wie ich ihn beschreiben soll – eine Art magische Schüchternheit. Ich finde es toll, dass sie sich das all die Jahre als professionelle Sängerin bewahrt hat.

Dann ist es Zeit für „Basilisk“, aufzutreten. Vielleicht ist er der Einzige, der einen nicht in Stein verwandelt, sondern einen stattdessen weit weggleiten lässt, weit über die Grenzen des Paradieses hinaus, in ein „Requiem for a Dream“. Jemand sollte wirklich mal einen Film mit diesem Titel drehen… 😉

Aber mal ganz im Ernst: Ich muss gestehen, dass ich mit dieser Band vor mir und diesem Publikum um mich herum niemals das „Monster“ von „Martyr“ fürchten oder mich vor „The Unknown“ verstecken werde.

Natürlich gibt es immer noch „The Other Side Of Fear“, aber die zählt nicht, denn es gibt ein „Falling Light“ für dich, mich, sie und alle anderen. Ich mag Kennys Mimik am Bass während dieser Songs, als würde er über etwas nachdenken, bevor ihm klar wird, dass er Angst vor dem fallenden Licht hat. Später erzählt er mir, dass er es gar nicht bemerkt hat.

Nach dieser großartigen Show und dem cineastischen Metal-Erlebnis mischen sich Edge of Paradise unter das Publikum, bleiben noch da, unterhalten sich, diskutieren, machen Fotos und signieren alles, was die Leute mitgebracht oder gekauft haben. Das dauert sogar fast länger als die ganze Show, aber es macht den Abend zu etwas ganz Besonderem. Es ist der perfekte Abend mit Freunden – ein rundum gelungenes Erlebnis.

Wenn ihr es dieses Mal nicht geschafft habt, Edge of Paradise zu sehen, haltet im November und Dezember die Augen offen – Edge of Paradise werden diesen Herbst als Support für Dominum und Night Flight Orchestra zurückkehren.

Fotos und Text Gernot Döhne-Jochmann

Gastbeitrag