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Voodoo Jürgens gestern im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht Voodoo Jürgens gestern im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht
Mit rauer Poesie, trockenem Wiener Schmäh und großer musikalischer Intensität begeisterte Voodoo Jürgens gestern Abend im Kulturzentrum Schlachthof sein Publikum. Gemeinsam mit seiner großartigen... Voodoo Jürgens gestern im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht

Mit rauer Poesie, trockenem Wiener Schmäh und großer musikalischer Intensität begeisterte Voodoo Jürgens gestern Abend im Kulturzentrum Schlachthof sein Publikum. Gemeinsam mit seiner großartigen Band „Ansa Panier“ verwandelte er den Schlachthof in einen melancholisch-schönen Kosmos voller Außenseitergeschichten, Wiener Soul und genialer Texte.

Es gibt Künstler, die erzählen Geschichten — und es gibt den ebenso sympathischen wie genialen Voodoo Jürgens. Der Wiener Liedermacher verwandelte gestern Abend das Kulturzentrum Schlachthof in einen Kosmos aus Wiener Soul, melancholischem Schmäh und berührender Alltagspoesie. Gemeinsam mit seiner kongenialen Band „Ansa Panier“, was so viel heißt wie Festtagsanzug, präsentierte er Songs seines aktuellen Albums „Wie die Nocht noch jung wor“ und bewies eindrucksvoll, warum er längst zu den spannendsten deutschsprachigen Songwritern seiner Generation zählt. Für mich war der Abend einfach wunderbar, ich konnte meine Geburststadt, in der ich 42 Jahre gelebt habe, in jedem Ton hören und spüren.

Voodoo Jürgens erzählt Geschichten — von Außenseitern, Glücksrittern, Gestrandeten und jenen kleinen tragikomischen Figuren, die man sonst leicht übersieht. Seine Texte, tief verwurzelt im Wienerischen, besitzen dabei eine seltene Mischung aus Lakonie, schwarzem Humor und zärtlicher Melancholie. Selbst wer nicht jedes Wort verstand, spürte die Wucht dieser einzigartigen Sprache, die gleichzeitig rau und poetisch klingt. Wienerisch hat so viele eigene und wahnsinnig originelle Ausdrücke, die man an keinem anderen Ort je hört, auch nicht in Restösterreich. Ich bin Voodoo Jürgens unendlich dankbar dafür, dass er mit seiner Musik dazu beiträgt, diesen originellen Dialekt, der Anleihen aus dem Französischen, Jiddischen, Englischen etc. auf witzige Weise eingebaut hat, am Leben zu erhalten.

Dabei zeigte sich der Österreicher auf der Bühne angenehm unprätentiös und nahbar. Zwischen den Songs scherzte er herzlich mit dem Publikum, wirkte manchmal fast schüchtern und dann wieder voller stiller Intensität. Genau diese Mischung macht seinen besonderen Charme aus. Ein Künstler ohne Pose, dafür mit umso mehr Haltung.

Musikalisch bewegte sich der Abend elegant zwischen Chanson, Blues, Jazz, Rock und dezent morbidem Austropop — wobei „Austropop“ dem Ganzen eigentlich nicht gerecht wird. Was Voodoo Jürgens und die „Ansa Panier“ auf die Bühne bringen, ist tatsächlich eher eine Art Wiener Soul. Leidenschaftlich, schmutzig, warmherzig und voller Leben. Die Band spielte sich mit beeindruckender Leichtigkeit durch die Arrangements, mal zart und fast zerbrechlich, dann wieder mitreißend und eruptiv.

Hinter den scharf beobachteten Geschichten blitzen inzwischen immer häufiger persönliche Abgründe und Verletzlichkeit hervor. Voodoo Jürgens gewährt Einblicke in eigene Kämpfe und macht gerade dadurch seine Figuren so glaubwürdig. Das Publikum im Schlachthof dankte es ihm mit konzentrierter Aufmerksamkeit, spür- und hörbarer Begeisterung und langanhaltendem Applaus.

Voodoo Jürgens ist eindeutig weit mehr als ein Geheimtipp aus Wien. Er ist ein außergewöhnlicher Erzähler, dessen wienerische Texte zwischen Spelunke, Sehnsucht und Straßenpoesie eine ganz eigene Welt erschaffen — zeitlos, traurig, komisch und wunderschön zugleich.

Im Vorprogramm war die Solomusikerin Palinstar zu hören.

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Voodoo Jürgens

Palinstar

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de