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Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 1 Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 1
Im Rahmen der „Killfest“-Tour rissen FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION die Republik ein. Als die Batschkapp in Frankfurt an der Reihe war,... Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 1

Im Rahmen der „Killfest“-Tour rissen FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION die Republik ein. Als die Batschkapp in Frankfurt an der Reihe war, stand Frontmann A.K. Lydia und Michael vom Metalogy.de-Team Rede und Antwort und erzählte über das aktuelle Album, das Tourleben, seine 30-jährige Karriere, seine fünf Kinder und zukünftige Pläne von FLOTSAM AND JETSAM.

Hallo A.K., vielen Dank, dass Du dir die Zeit für uns nimmst. Ihr seid jetzt seit etwas mehr als einer Woche mit der Killfest-Tour unterwegs. Wie läuft sie so?

A.K.: Das ist eine großartige Tour. Es kommen jede Menge Leute. Jede Show ist fast ausverkauft. Es läuft sehr gut soweit.

Mit zwei anderen Thrash Metal-Veteranen auf Tour zu sein, wie ist das für dich?

A.K.: Wir haben mit beiden Bands vorher schon getourt, so sind wir sehr gute Freunde geworden. Das ist sehr angenehm.

Kennt Ihr Euch schon lange?

A.K.: Definitiv. Wir haben mit Destruction schon mehrmals zusammen getourt. Mit Overkill haben wir einige Male in den Staaten zusammen getourt. Das ist einfach klasse. Wir verstehen uns sehr gut.

Eure aktuelle Scheibe „The End Of Chaos“ ist in Deutschland sehr erfolgreich und auf Platz 19 in die Charts eingestiegen. Wie fühlt sich das an?

A.K.: Wir hatten einen derartig großen Erfolg mit einem Album seit den ersten beiden Scheiben nicht mehr. Wirklich, es ist toll, wieder so erfolgreich zu sein. Es hat sich zwar noch nicht so sehr auf das Finanzielle ausgewirkt, aber wir haben viel mehr Leute bei den Shows. Das ist schön, sehr, sehr schön.

Was denkst Du ist das Rezept für Euren neuen Erfolg?

A.K.: Ich denke, es ist hauptsächlich das Songwriting-Team, das wir haben. Unsere beiden Gitarristen sind exzellente Songschreiber, besonders gemeinsam. Wir haben jetzt eine neue Herangehensweise Musik zu schrieben, die für uns sehr gut funktioniert. Wir haben auch schon begonnen, für das nächste Album zu schreiben.

Was habt ihr verändert?

A.K.: Ich weiß nicht, ob da jetzt weniger Wettbewerb ist oder mehr. Unsere Gitarristen rufen sich andauernd gegenseitig an und sagen: „Hör Dir das mal an.“ Und Michael (Gilbert) ruft mich dann an, und meint ich solle mir unbedingt etwas anhören. Da werden pausenlos Sachen hin und her geschickt. Vorher habe ich nur von irgendjemandem einen fertigen Song geschickt bekommen mit dem Kommentar, dass ich den Text dazu machen soll. Jetzt ist es wieder richtig wie in einer Band zwischen unseren beiden Gitarristen und mir. Und sobald dann (Michael) Spencer, unser Bassist, und Ken (Mary, Schlagzeug) involviert werden, dann fühlt es sich noch mehr nach einer Band an. Und da kommen dann ein paar richtig gute Sachen bei raus.

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Wie wichtig sind Dir die Texte in Euren Songs?

A.K.: Wichtiger als jemals zuvor. Ich habe ein paar Alben gemacht, bei denen ich die Texte geschrieben habe und sie dann direkt im Studio eingesungen habe. Das war ein wenig nachlässig, das so zu machen. Jetzt verbringe ich Monat um Monat damit, durch die Texte zu gehen und sie wieder und wieder zu lesen. Ich singe sie immer wieder, um zu schauen, ob sie musikalisch passen. Ich achte darauf, dass sie einen Sinn ergeben. Ich mache mir sehr viel mehr Gedanken über das, was ich aussagen will und was ich singe, als ich es jemals gemacht habe.

Ist Dir die Botschaft sehr wichtig?

A.K.: Die Botschaft ist sehr wichtig. Und sehr oft ändert sich die Botschaft, wenn ich einen Song schreibe. Ich fange mit einem Thema an und wenn ich den Song dann fertig habe, ist alles komplett anders. Ich stelle aber immer wieder sicher, dass das Ganze immer noch Sinn ergibt. Die Botschaft ändert sich und ich sorge dafür, dass am Ende nichts rauskommt, an das ich nicht glaube. Normalerweise haben wir aber keine große Botschaft oder Meinung. Es ist einfach eine Story. Jeder kann sich dann seine eigene Botschaft oder Meinung daraus ziehen.

Der Sound von „The End Of Chaos“ ist etwas anders als bei den vorigen Alben. Wer hatte die Idee dazu, etwas zu ändern?

A.K.: Dieses Mal hat jeder seine eigenen Sachen bei sich aufgenommen. Ken, unser Schlagzeuger, hat ein richtig gutes Studio und dort habe ich alle Vocals aufgenommen. Er selber ist auch ein sehr guter Produzent. Er machte also all das Engineering und das Editing und all diese Sachen. Und danach haben wir alles an Jacob Hansen geschickt, der den Mix gemacht hat. Was wir ihm geschickt haben, war bereits ziemlich genau so, wie wir es haben wollten. Er hat es dann noch aufpoliert.

Wenn Du die aktuelle Scheibe mit euren ersten beiden Alben „Doomsday Of The Deceiver“ und No Place For Disgrace“ vergleichst, was ist für dich der größte Unterschied?

A.K.: Da gibt es sehr viele Unterschiede. Meine Stimme zum Beispiel. Ich singe nicht mehr wie ein kleines Mädchen (Lacht). Und früher haben wir uns auf den Produzenten verlassen, dass er uns sagt, was wir machen sollen und wie wir es machen sollen. Bill Metoyer war ziemlich gut darin. Über die Jahre haben wir sehr viel dazu gelernt, so dass wir heute ohne Produzent auskommen. Wir können jetzt unser eigenes Ding machen, mit dem, was wir von den Produzenten und Tontechnikern über die Jahre gelernt haben. Wir nehmen einzelne Sachen von ihnen, die uns gefallen und verbinden sie mit unserer eigenen Kreativität. Es ist gut, all diese Erfahrung zu haben, auf die wir zurückblicken können. Wir wissen, was wir wollen und was wir nicht wollen. Alleine die Erfahrung aus 14 Alben, die wir veröffentlicht haben, hilft uns enorm.

Du hast deine Stimme erwähnt. Hast Du mal Gesangsstunden genommen?

A.K.: Nein. Aber ich war eine Zeit lang bei einem Vocalcoach, weil ich Probleme mit meinem Hals hatte. Er hat mir zwar nichts gesagt, was ich nicht bereits gewusst hätte, aber er hat mich immer wieder an das erinnert, was ich zu machen habe. Das war hilfreich. Ich wusste das zwar, aber hatte mich nicht dran gehalten. David Van Landing, der vor ein paar Jahren gestorben ist und der eine Zeit lang Sänger bei Crimson Glory war, war mein Vocalcoach. Er hat mich immer daran erinnert, dass ich mit meinen Lungen richtig arbeiten soll und, dass ich den richtigen Teil meiner Kehle verwenden soll und so. Ich benutze immer noch viele Tricks und Übungen, die er mir beigebracht hat.

Wie bist Du zum Heavy Metal gekommen und wann hast Du damit angefangen?

A.K.: Ich habe bis zum Ende der Highschool überhaupt keinen Metal gehört. Ich habe die Schule geschwänzt und bin zu einem Parkplatz gegangen, um einen Joint zu rauchen. Da habe ich Kelly Smith, unseren alten Drummer getroffen und wir haben gequatscht und geraucht. Er fragte mich dann, ob ich jemanden kennen würde, der singen könnte. Ich sagte: „Klar, ich kann singen.“

Aber ich hatte bisher eher Barry Manilow und Elton John gesungen und ich hatte keine Ahnung, was Metal war. Also ging ich zu deren Probe und dachte: „Was ist das denn?“ Aber ich habe mich sofort in die Musik verliebt. Und seitdem singe ich Metal. Das war 1982, glaube ich.

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Wenn Du an die 30 Jahre deiner Karriere zurückdenkst: Was war der Höhepunkt und was war der Tiefpunkt?

A.K.: Es gab eine Menge Höhepunkte und Tiefpunkte. Unsere Karriere war ein ständiges Auf und Ab. Die drei Alben, die wir für MCA Records (When The Storm Comes Down, Cuatro und Drift) gemacht haben, waren Höhepunkte. Die (MCA) haben viel Geld für uns ausgegeben. Limousinen-Fahrten überall hin, Flüge nach New York für Interviews und so. Damals wurde noch viel Geld in die Bands gesteckt. Das war ein Höhepunkt. Auch das neue Album ist ein Höhepunkt. Dazwischen ging es auf und ab. Ich habe viel von den Tiefpunkten gelernt und ich habe viel von den Höhepunkten gelernt. Jetzt arbeiten wir daran, dass es auf einem schönen und ausgeglichenen Level bleibt.

Was sind Eure Pläne nach dieser Tour?

A.K.: Ich bleibe für einen Monat erst einmal zuhause. Danach starten wir eine Tour als Headliner in den USA und Kanada. Dann kommen wir wieder zurück hierher (nach Europa) für ein paar Sommerfestivals und vielleicht auch für eine weitere Tour mit Overkill. Wir überlegen das gerade, das würde jedenfalls Spaß machen. Es gibt Einiges, worüber wir gerade reden, aber es gibt noch nichts Konkretes außer unserer US-Headliner-Tour. Wir sind gebucht und startklar. Wir schreiben auch schon am neuen Album. Zwischen den Touren werden wir das weitermachen. Wir wollen nur sichergehen, dass wir beschäftigt sind und einfach weiter und weiter machen. Und wir wollen sicher sein, dass alles schön und ausgeglichen ist. „The End Of Chaos“. Wir wollen kein Chaos mehr (Lacht).

Lest morgen auf METALOGY den zweiten Teil des dreiteiligen Interviews mit A.K.

 

 

Und hier die Fotostrecke zum Gig:

FOTOSTRECKE: OVERKILL, DESTRUCTION, FLOTSAM & JETSAM und CHRONOSPHERE in der Batschkapp Frankfurt

Und hier der Review zum neuen Album:

Review: FLOTSAM AND JETSAM – THE END OF CHAOS

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de