Review: RHAPSODY OF FIRE – THE EIGHTH MOUNTAIN Review: RHAPSODY OF FIRE – THE EIGHTH MOUNTAIN
RHAPSODY OF FIRE reiten mit ihrem neuen Album “The Eighth Mountain” wieder volle Attacke. Die italienischen Symphonic Power Metaller bieten genau das, was man... Review: RHAPSODY OF FIRE – THE EIGHTH MOUNTAIN

RHAPSODY OF FIRE reiten mit ihrem neuen Album “The Eighth Mountain” wieder volle Attacke. Die italienischen Symphonic Power Metaller bieten genau das, was man von Ihnen erwartet – Hymnischen Metal mit großem Pathos, epischen Refrains, opulenten Orchesterarrangements, rasenden Drums, rassigen Gitarren und viel technischen Raffinessen. Gleichzeitig stellen diese musikalischen Wirbelwinde den Beginn einer neuen, bandtypischen Saga dar. „The Eighth Mountain“ ist schlicht hymnischer Symphonic Power Metal vom Feinsten.

RHAPSODY OF FIRE sind bekannt für ihren hymnischen Symphonic Power Metal und sind unbestreitbar einer der Hauptvertreter dieses Genres. Diesen Anspruch verteidigen die Italiener mit ihrem neuen Studioalbum „The Eighth Mountain“ nicht nur, sie zementieren ihn. Denn das Album strotzt nur so von dem, wofür RHAPSODY OF FIRE geliebt wird: Große Hymnen, symphonische Orchestrierung, epische Refrains, galoppierende Drums, rasantes bis filigranes Gitarrenspiel, viel Pathos und genialen technischen Raffinessen.

Was aber „The Eighth Mountain“ so spannend macht, ist die Tatsache, dass RHAPSODY OF FIRE zu dem Konzept zurückkehren, eine Saga musikalisch zu erzählen. „The Eighth Mountain“ ist der Beginn einer von Roby De Micheli und Alex Staropoli neu geschriebenen Geschichte mit dem Namen „Nephilim’s Empire Saga“, in der es im Groben um verlorene, korrupte Seelen geht. Staropoli sagt dazu nur so viel: „Die Einzelheiten der Saga werden die Leute erst mit den konkreten Texten kennenlernen. Es geht darum, für welchen Weg im Leben man sich entscheidet. Die Story ist zwar fiktiv, trägt aber klare Bezüge zur Realität, so wie sie sich uns tagtäglich darstellt.“ Wie von RHAPSODY OF FIRE gewohnt, entspringt die Saga dem Fantasy-Genre. Besondere Aufmerksamkeit verdient bezüglich der Geschichte der letzte Song des Albums „Tales Of A Hero’s Fate“, bei dem der berühmte englische Dracula- und Saruman-Darsteller Christopher Lee die Erzählung übernimmt.

Musikalisch ist vor allem die Zusammenarbeit mit einem großen Orchester, dem „Bulgarian National Symphony Orchestra“ aus Sofia hervorzuheben. Das Orchester hat bereits an mehreren hundert Filmsoundtracks mitgewirkt und verhilft dem Album zu einer großen instrumentalen Dimension, einem erhabenen Sound und atmosphärischer Tiefe. Dazu haben zwei große Chöre mit je mehr als zwanzig Sängern und mehrere Solisten mit mittelalterlichen Instrumenten zu „The Eighth Mountain“ beigetragen. Damit diese vielen verschiedenen Soundfacetten als Einheit wirken und ihre ganze Wirkung entfalten können, haben RHAPSODY OF FIRE mit „Seeb“ Levermann (Greenman Studios) einen ausgewiesenen Fachmann dafür zum Mischen und Mastern an ihre Seite geholt.RHAPSODY OF FIRE – THE EIGHTH MOUNTAIN_Cover

Dazu ist wieder “Neu“-Sänger Giacomo Voli mit von der Partie, der viele neue Impulse gibt. Besonders die Stimmungs- und Temposchwankungen in Songs wie „March Against The Tyrant“ und „The Wind, The Rain And The Moon“ bewältigt Voli meisterhaft. Rhapsody-Mitbegründer und Hauptsongschreiber Alex Staropoli schwärmt von Voli: „Giacomo besitzt eine überragende stimmliche Bandbreite. Er bringt frischen Wind in die Gruppe und hat mich mit seiner ausdrucksstarken Stimme beim Komponieren enorm inspiriert. Auch deshalb sind wir wieder zu einem positiveren Songwriting zurückgekehrt. Einige Passagen auf Dark Wings Of Steel waren mir im Nachhinein zu traurig und zu Moll-lastig. The Eighth Mountain dagegen hat wieder deutlich mehr optimistische Dur-Stimmungen.“ Und genau das hinterlässt seine positiven Spuren.

„The Eighth Mountain“ beginnt mit dem orchestralen Intro „Abyss of Pain“, um mit dem eigentlichen Opener „Seven Heroic Deeds“ in gewohnter Weise voll durchzustarten. Gitarren- und Keyboard-Attacken in Höchstgeschwindigkeit, dazwischen Chöre, ein sehr geiles Gitarrensolo und alle Elemente, für die RHAPSODY OF FIRE abgefeiert werden. Beim folgenden „Master Of Peace“ bleibt die Geschwindigkeit hoch, der Song ist aber gitarrenlastiger, weniger pathetisch und direkter. Auch hier findet sich wieder ein RHAPSODY OF FIRE-typischer Refrain und ein tolles Solo. „Rain Of Fury“ fällt ebenso in die Rubrik „Symphonic Power Metal“ mit Geschwindigkeit, viel Pathos und Schwertgeschwinge. Mit „White Wizard“ erfährt dann das Album eine neue Dimension. Gefühlvoll und ruhig entfaltet sich der Song anfangs mit Streichinstrumenten und Klavier-Klängen, um im Midtempo und mit vollem Orchester zu rocken. Auch Giacomo Voli´s Stimme kommt hier gut zur Wirkung. Noch gefühlvoller geht es beim mittelalterlichen „Warrior Heart“ zu. Mit Flöten, Cembalo, Oboe und anderen klassisch bis mittelalterlichen Instrumenten hat diese Ballade einfach eine verzaubernde Atmosphäre. „The Courage To Forgive“ erhöht das Tempo dann leicht wieder. Mit krachenden Gitarren, Chor-Einsatz mit Nightwish-Anleihen und viel Pathos brilliert dieser mächtige symphonische Stampfer. Danach folgt die erste RHAPSODY OF FIRE-Vollbedienung mit dem 9-Minuten-Opus „March Against The Tyrant“. Ein Start mit RHAPSODY OF FIRE -typischer Hochgeschwindigkeitsarbeit, dann Flöten und Akustikgitarren, dann etwas rockiger, dann wieder hochsymphonisch schnell – gekonnte Abwechslung mit genialen Gitarren und symphonischem Orchester. Rasende Gitarren und galoppierende Drums gibt es bei „Clash Of Times“. Ein fettes Brett, bei dem wieder richtig Gas gegeben wird. Viel symphonischer Pathos und ein flottes Tempo zeichnen „The Legend Goes On“ aus. Die coole Mitgehnummer überzeugt zudem mit einer sehr geilen Gitarrenarbeit. Es folgt die Vollbedienung Teil 2: „The Wind, The Rain And The Moon“. Ruhige Flöten und Keyboards zu Anfang, dann Streichinstrumente und ein mächtiges Orchester lassen sehr gefühlvoll, teils zweistimmig, mit ruhigen Gitarren, gedrosselte Drums, stimmungsvollen Flötenklängen und einem schlicht ergreifenden Refrain den Hörer förmlich dahinschweben. Den krönenden Abschluss findet „The Eighth Mountain“ in dem fast 11-minütigen Opus „Tales Of A Hero’s Fate“. Anfangs sind Stimme und Orchester ungewöhnlich düster. Dann pendelt der Song in erzählender Weise zwischen symphonischen Orchester/Chor-Parts und genialen Gitarren-Parts, um schließlich hochdramatisch in die Erzählung von Christopher Lee und anschließender Orchesterdramatik ein Ende zu finden. Ein genialer Abschluss.

Insgesamt ist „The Eighth Mountain“ ein hochinteressantes und enorm vielschichtiges Album.

Trotz den vielen Elementen und wiederkehrenden stil- und Tempowechseln wirken die Songs stimmig und in keiner Weise überfrachtet. Besonders das Zusammenwirken der sehr genialen Gitarrenarbeit und der brillanten Orchester/Chor-Arrangements ist grandios. Dass zwei Werke von über 9 bzw. 10 Minuten dermaßen interessant rüberkommen ist aller Achtung wert. Dazu sind die Songs einfach wie dafür geschaffen eine Geschichte zu erzählen und alle Stimmungen, Gefühle und Wendungen zu transportieren. So ist „The Eighth Mountain“ einfach wahnsinnig gut gelungen. Man weiß ja nicht, was die Herren Lione/Turilli so zusammenzimmern werden. Die Messlatte seitens RHAPSODY OF FIRE ist aber schon mal verdammt hoch gelegt worden.

Anspieltipps: Master Of Peace, Warrior Heart, The Courage To Forgive, March Against The Tyrant, The Legend Goes On, The Wind, The Rain And The Moon

Veröffentlichungstermin: 22. Februar 2019

Review: Michael Glaeser

Tracks:

  1. Abyss Of Pain
  2. Seven Heroic Deeds
  3. Master Of Peace
  4. Rain Of Fury
  5. White Wizard
  6. Warrior Heart
  7. The Courage To Forgive
  8. March Against The Tyrant
  9. Clash Of Times
  10. The Legend Goes On
  11. The Wind, The Rain And The Moon
  12. Tales Of A Hero’s Fate

Line up:

Giacomo Voli – Vocals

Alex Staropoli – Keyboards

Roby De Micheli – Guitars

Alessandro Sala – Bass

Manu Lotter – Drums

Hörprobe auf Youtube von „Rain Of Fury“:

 

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de