Review: Freaky Jelly – Reverse Review: Freaky Jelly – Reverse
Wenn man an Progressive Metal mit haufenweise Soli und ewig langen Liedern denkt, dann ist die brasilianische Metropole Sao Paolo wahrscheinlich nicht das Erste,... Review: Freaky Jelly – Reverse

Wenn man an Progressive Metal mit haufenweise Soli und ewig langen Liedern denkt, dann ist die brasilianische Metropole Sao Paulo wahrscheinlich nicht das Erste, was einem durch den Kopf geht. In Zukunft wird sich das vielleicht ändern, denn mit „Reverse“ haben die Prog’n’Roller „Freaky Jelly“ (super Name) ein fulminantes Erstlingswerk hingelegt.

Mögt ihr Dream Theater? Ich auch. Und jetzt wo wir beste Freunde sind, möchte ich euch ein cooles neues Album vorstellen. Mit „Reflections“ treibt die Platte sofort ein wohliges Kribbeln in das Herz jedes Fans von 70er Rock. Sanfte Akustik-Gitarre und spacige Synthie-Sounds, die Pink-Floyd-Keule trifft direkt ins Herz.

Der zweite Song, „Highest Ground“, tritt dann ein bisschen mehr auf das Gaspedal. Hier zeigt auch Sänger Ricardo DeStefano sein musikalisches Gesicht, und dieses kann sich gerade für ein Erstlingswerk sehen lassen. Zwar mangelt es für meinen Geschmack in einigen wenigen Passagen noch etwas an stimmlicher Tiefe, aber er schafft es, eine weite emotionale Bandbreite zu präsentieren, ohne unter den anspruchsvollen und komplexen Instrumentals unterzugehen.

Apropos Instrumente, auch diese wissen zu beeindrucken. Natürlich werden die ewig langen Soli, die das Genre verlangt, geliefert, aber auch bedächtige Akustik-Parts und fast schon prog-untypische harte Riffs werden geschickt wie ein Teppich ineinandergewebt. Besonders schön: Die Eintönigkeit, die viele Debut-Alben plagt, ist hier nirgendwo zu finden, jedes Lied hat seine eigene Identität und kann viele musikalische Highlights aufweisen.

Freaky Jelly- Reverse

Natürlich ist die offensichtliche Inspiration durch Dream Theater nicht von der Hand zu weisen, sie zeigt sich nicht nur in Gesang und Sound, sondern auch in der Komposition der Songs, aber trotzdem bietet das Album einiges mehr als nur ein Wiederaufwärmen der Werke größerer Bands.

Ein weiterer Höhepunkt ist die (trotz des Titels) hoffnungsvolle Ballade „Hardest Part of Goodbye“, die fast mainstreamig anfängt, aber dann im Mittelteil ihr Nickelback-Fell ablegt und die Queen-Zähne zeigt.

Im starken Kontrast dazu steht der darauf folgende Song „Illusions“, der harte Gitarren-Riffs und Ayreonesque Keyboards zu einem aufregenden und düsteren Sound kombiniert, der Bock aufs Headbangen macht.

Fazit: Wer es schafft, so eindrucksvoll in das vielleicht anspruchsvollste Metal-Genre einzusteigen, verdient ordentlich Respekt. Natürlich gibt es noch viel Raum nach oben, aber ihr Potenzial haben die Südländer definitiv bewiesen und ich kann mich nur darauf freuen, ihre weitere Karriere gespannt zu verfolgen.

Review: Marius Moll

Hörprobe auf YouTube:

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