Review: WHEEL – MOVING BACKWARD Review: WHEEL – MOVING BACKWARD
Nach zwei überaus erfolgreichen EPs starten die finnisch-britischen WHEEL nun mit ihrem Debütalbum „Moving Backward“ durch.  Progressive Rock/Metal wird dabei von Grunge-Einflüssen und Filmmusik-Sounds... Review: WHEEL – MOVING BACKWARD

Nach zwei überaus erfolgreichen EPs starten die finnisch-britischen WHEEL nun mit ihrem Debütalbum „Moving Backward“ durch.  Progressive Rock/Metal wird dabei von Grunge-Einflüssen und Filmmusik-Sounds umspült. Kreativität und Experimentierfreude vermischen sich mit alternativen Grooves, wohldosierten Rock-Riffs und einer düsteren Stimmung. „Moving Backward“ ist einfach ein richtig starkes Debüt und sollte WHEEL weit nach vorne bringen.

WHEEL entstanden durch den mutigen Schritt von Sänger und Gitarrist James Lascelles von England nach Finnland, um seine Musikkarriere zu befeuern. Als er in Helsinki gleichgesinnte Finnen kennenlernte, war das die Geburtsstunde von WHEEL. Die beiden ersten EPs der Newcomer „The Path“ und „The Divide“ wurden mit überwältigendem Erfolg gekrönt.  Am 22. Februar 2019 war es dann endlich Zeit für WHEEL´s Debütalbum „Moving Backward“.  Hierauf bauen WHEEL auf den Stärken ihrer EPs auf, sind aber schubladentechnisch schwer einzuordnen. Frontmann James Lascelles beschreibt das so: „Wir sind uns nicht sicher, wo wir reinpassen. Oder ob es Metal oder Rock ist, es ist nämlich beides – oder keins von beidem! Wahrscheinlich ist es beides, je nachdem welchen Part man betrachtet. Karnivool gehört zu meinen absoluten Lieblingsbands, ebenso wie Radiohead und sogar einige Riffs von Alice In Chains. Fans von diesen Bands werden auf jeden Fall verstehen, was wir zu tun versuchen. Ich denke wir haben, anstatt auf das nächste Tool Album zu warten, einfach direkt selbst geschrieben, was wir gerne hören wollten!“

So ist „Moving Backwards“ voll von progressiver Kreativität und mitreißenden Melodien. Dabei schafft es das Quartett die Songs strukturell interessant und frisch zu halten und den Hörer dadurch einzufangen. Progressive Rock und Post-Rock/Metal Gebilde wechseln sich mit alternativen Grunge-Sound und –Grooves ab und werden mit Anleihen aus der Filmmusik und einer etwas düster angehauchten Grundstimmung vermischt. Dabei sind die Drehungen und Wendungen aber sehr stimmig und die Songs einfach rund. Gerade bei den drei (etwa) 10-Minuten-Songs „Wheel“, „Tyrant“ und „Lacking“ zeigt sich die besondere Gabe von WHEEL progressive, rockige und sehr stimmungsvolle Songs in einer Art musikalischer Erzählung und Reise durch verschiedene Höhen und Tiefen zu kreieren. Bei den „kürzeren“ Songs, wie dem Opener „Vultures“ und „Where The Pieces Lie“ geht es dagegen vergleichsweise direkter zu, wenn auch nicht weniger progressiv oder rockiger. Dazwischen liegt das ebenfalls sehr abwechslungsreiche und gleichzeitig enorm energieausstrahlende „Up The Chain“.Wheel_Moving Backward_Artwork

Das Instrumentalstück „Skeletons“ entführt zwischendurch in Post-Metal/Rock-Soundwelten.  Thematisch bewegt sich „Moving Backwards“ im Feld von Zensur und Bewusstseinskontrolle, mit der jeder einmal konfrontiert wird. Sänger James Lascelles erzählte hierüber während WHEEL´s Tour mit Amorphis: „Der Ausganspunkt war ein Podcast, in dem Sam Harris mit Joe Rogan über eine ausgedachte Zukunft spricht. Sie sprachen über Zensur in akademischen Bereichen, was in Amerika immer gängiger wird. Wenn das so weitergeht und es sich auf Film, Comedy und Musik ausbreitet, landen wir an einem Ort, wo niemand mehr irgendetwas sagen darf. Der Text, den ich für Tyrant geschrieben habe – mit Zeilen wie „Silence will become the banner“ – kündigt an, was uns bevorsteht, auch wenn ich hoffe, dass wir das im Keim ersticken können. Anstatt uns ökologische oder wirtschaftliche Dystopien anzuschauen, sehen wir auf diesem Album eher ein soziales Problem voraus.“ Bei dieser Thematik ist der energische und düstere Sound von „Moving Backwards“ absolut passend.

Insgesamt hat WHEEL mit „Moving Backwards“ ein richtig starkes Debütalbum geschaffen. Musikalisch und gesanglich brilliert der Vierertrupp darauf auf ganzer Breite. Dazu passen der Sound und die Grundstimmung des Albums. Die Qualität von „Moving Backwards“ zeigt sich aber besonders darin, dass man die Songs ohne Probleme immer wieder hören kann und dabei immer wieder neue Facetten entdeckt, ohne dass es langweilig wird. So haben WHEEL einen mächtig guten Start hingelegt und lassen in Zukunft mehr Großtaten erwarten.

Anspieltipps: Vultures, Wheel, Up The Chain, Lacking

Review : Michael Glaeser

Tracks

  1. Vultures 4:08
  2. Wheel 10:34
  3. Tyrant 10:22
  4. Up The Chain 7:08
  5. Skeletons 4:36
  6. Where The Pieces Lie 4:08
  7. Lacking 9:36 

Line up:

James Lascelles – Vocals, Guitar

Roni Seppänen – Lead Guitar

Mikko Määttä – Bass

Santeri Saksala – Drums

Lest dazu auch:

Link: https://metalogy.de/review-wheel-the-divide/

 

Hörprobe auf Youtube von „Vultures“:

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de