Review: Incordia – The Talon-Elder Review: Incordia – The Talon-Elder
Die Südhessischen Wikinger von „Incordia“ haben mit „The Talon-Elder“ den richtigen Kurs gesetzt „Incordia“, das ist Äxte kreuzender, etwas moderner ausgelegter Death Metal, an... Review: Incordia – The Talon-Elder

Die Südhessischen Wikinger von „Incordia“ haben mit „The Talon-Elder“ den richtigen Kurs gesetzt „Incordia“, das ist Äxte kreuzender, etwas moderner ausgelegter Death Metal, an dessen Front eine junge Maid den Göttern entgegen schreit.    

Es hat schon sogenannte female-fronted Bands mit harschem Gesang gegeben, die dazu neigten die Stimme der Sängerin derart tot zu pitchen,  dass sie so tief erklingt, wie kaum ein Mann dies zu erreichen in der Lage ist. Alles nur um mehr Beachtung zu finden. „Incordia“ haben derlei Unfug nicht nötig. Sängerin „Kari“ kommt auch ohne Tricks gut in rauhe Gefilde. Zwar erkennt man über weite Strecken, dass hier eine Frau das Mikrophon in den Händen hält. Aber das ist nicht nur ehrlich und in dieser Form beeindruckender, sondern macht gerade den Charme aus.

Schon der einführende Titelsong „The Talon-Elder“ stellt klar, dass noch mehr Melodien und tieferer Gesang als auf dem Debüt „The Darkness Surrounding“ vorherrschen und die gesamte Produktion voller und satter klingt. Gelegentlich eingepflegte Windaufnahmen sorgen zusätzlich für eine stimmungsvolle Untermalung.

Das energiegeladene „Abandoned“ prescht ordentlich voran, gefolgt vom spürbar rauhen Ruf des Nordens in „Call of the North“.

Der Zugesang des Gitarristen „Lee“ kommt merklich mehr zum Tragen, wie spätestens bei „Corona Borealis“ sehr augenscheinlich wird, was dem Konstrukt eine noch wuchtigere Substanz verleiht.

Mit „Hymn of the Asagods“ wurde eine großartige Hymne geschaffen. „Kari“ zeigt somit, dass sie auch tollen, klaren Gesang darbieten kann, der ein klasse Zusammenspiel mit dem gutturalen Teil bildet. Da stellen sich die Ohrhaare vor Freude auf. Absoluter Höhepunkt eines gelungenen Werkes.

Mit „Ahnenfall“ haben sie zudem ein deutsch gesungenes Lied im Aufgebot, das zeigt, dass auch das sehr gut funktioniert.Incordia-The Talon-Elder

Durch „Karis“ Weggang wurde jedoch eine Zeitenwende eingeläutet. Denn mit ihr ist eine prägende Persönlichkeit und ein Stück Seele der Gruppe verloren gegangen.

Der Kern um Bandgründer „Lee“ blieb zwar an Bord des Langschiffes und live konnten die verbliebenen Jungs durchaus überzeugen. Doch was albentechnisch die Zukunft bringt, wird sich zeigen, da nun auch Leadgitarrist Pascal nach vier Jahren eigene Wege geht.

Fazit: Es wäre sehr schade, wenn auf der Hochphase von Incordia das Scheitern drohen würde und das Erreichte zusammenfallen sollte. Aber vielleicht findet die Band ja auch wieder zusammen oder zumindest Gleichgesinnte, die diesen ehrbaren Pfad beschreiten. Zu wünschen ist es ihnen, dass hier die Fahrt noch nicht zu ende ist.

Anspielempfehlung: Call of the North, Hymn of the Asagods, Ahnenfall

Review: Daniel Oestreich

Besetzung:  Cathrin „Kari“ Häusler  – Gesang (Album) , Leander „Lee“ Fritsch – Gitarre / Gesang , Pascal Bormann  – Gitarre (Album), Julian Michel –  Baß, Joshua Biscan – Schlagzeug,

Titelliste:       

  1. The Talon-Elder 4:26
  2. Abandoned 4:24
  3. Call of the North 3:49
  4. Corona Borealis 3:56
  5. Hymn of the Asagods 6:29
  6. Mists of Relinquished 5:14
  7. As the Leaves fall 4:26
  8. Ahnenfall 5:28
  9. Wanderer’s Poem 6:10
  10. Into the Light 4:33

 

Hörprobe auf Youtube von „Hymn of the Asagods“

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