Nachbericht: Skull Fist und Striker in der Escape Metal Corner Wien Nachbericht: Skull Fist und Striker in der Escape Metal Corner Wien
Wie es sich wohl für Bands aus Übersee anfühlt, das eine mal Wacken und im nächsten Jahr einen Wiener Club, vor vielleicht dreihundert Fans... Nachbericht: Skull Fist und Striker in der Escape Metal Corner Wien

Wie es sich wohl für Bands aus Übersee anfühlt, das eine mal Wacken und im nächsten Jahr einen Wiener Club, vor vielleicht dreihundert Fans zu bespielen? Das möchte man beide Bands fragen, zumal beide ein Engagement zeigten, als ob sie gerade ein Fussballstadion rockten. Das Haus war gerammelt voll, um dem Kanadierpaket aus Toronto einmal auf das Tuch zu fühlen.

Mikael Akerfeldt von Opeth sagte neulich in einem Interview, er sei schon noch nervös bei Shows, zumal, wenn sie in Redrocks (Denver, CO) gerade die neue Live DVD aufnähmen. Am schlimmsten sei es für ihn aber, wie neulich in einem Göteborger Club, wo ihm dieser Typ die ganze Show über auf seine Gitarrengriffe starrte.

So sind Clubkonzerte aus der Sicht des Fans hautnah, unmittelbar, die Interaktion der Musiker erlebbar. Die Bühne des Escape ist recht beengt, sodaß man in der ersten Reihe alle Instrumente direkt aus den Verstärkern hört, so wie sie auch die Musiker hören. Die Snare des Schlagzeugs hämmert ohne Umweg über das Ohr direkt durch die Stirn. Einige Male musste ich den Kopf einziehen, sonst hätte mir Striker Gitarrist Timothy Brown mit dem spitzen Kopf seiner Jackson Superstrat einen neuen Scheitel gezogen.

Bereits bei der zweiten Nummer waren die Skullfist Fans nicht mehr zu halten und verliehen ihrer Begeisterung durch Moshpit – Geschupse gebührend Ausdruck. Dem hielten jedoch Seitenwände des Kellergewölbes stand, wodurch eine gewisse Limitierung des Bewegungsdrangs eintrat. Alsbald brodelte es im Kellergewölbe des Escape Metal Corner. Beide Bands sind musikalisch über jeden Zweifel erhaben, spielen tight, es groovt und von der Bühne kommt ein starkes Brett herunter. Wäre die Bude nicht so voll gewesen, hätten sie sicherlich eine Schneise ins Publikum gespielt.

Leider konnte die PA des Hauses nicht überzeugen, Wunsch wäre gewesen, daß sich ganz hinten am Tresen der Ausschank das Bier noch sanft kräuselt. Ja und es gibt tatsächlich Getränke in richtigen Glasflaschen, man vertraut hier darauf, daß das p.t. Publikum keine Faxen macht! Siehe da, die Bühne blieb fast trocken und keiner mußte in die Notaufnahme.

Skullfist hatten ihr neues Album „Way Of The Road“ zu präsentieren und ich darf sagen, daß es live mehr Spaß macht, da sich die Band voll ins Zeug haut. Zumal Speed/Trash ja kaum Zeit zum Denken lässt, ein paar mehr PS aus der PA hätten das Erlebnis verbessert.

Striker wiederum kamen mit ihrem bereits fünften, selbstbetitelten Vollzeit-Album (2017). Dies und älteres Material kam unters Volk, sodaß eine repräsentative Mischung in der bewährten Classic Metal meets Speed/Thrash Formel zum Vortrag kam. Das Fachpublikum, erkennbar an den vielen Band – Shirts, sah seine Erwartungen erfüllt, es war ein super Abend.

Fazit: Tatsächlich sind beide Bands musikalisch und showmässig top. Würde es ihnen keinen Spaß machen, käme wohl trotz Show nicht soviel Energie von der Bühne. Beide Bands im Paket passen auch vom Repertoir  hervorragend zusammen. Gerne wieder!

Nachbericht: Michael Neumann

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