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Metal-Review: MAJESTICA – ABOVE THE SKY Metal-Review: MAJESTICA – ABOVE THE SKY
Was macht SABATON-Gitarrist Tommy Johansson wenn er Zeit hat? Er reanimiert seine ehemalige Band REINXEED, benennt sie in MAJESTICA um und nimmt eine Platte... Metal-Review: MAJESTICA – ABOVE THE SKY

Was macht SABATON-Gitarrist Tommy Johansson wenn er Zeit hat? Er reanimiert seine ehemalige Band REINXEED, benennt sie in MAJESTICA um und nimmt eine Platte auf. „Above The Sky“ nennt sich der vermeintliche Erstling von MAJESTICA, auf dem es schwedischen Melodic Power Metal von Feinsten gibt – majestätisch, episch, kraftvoll, schnell und mit einem enormen Spaßfaktor. Johansson spielt dabei nicht nur wie bei SABATON Gitarre, sondern singt auch noch.      

Trotz massiver Aktivitäten bei SABATON bezüglich Touren und Aufnahmen fand Gitarrist Tommy Johansson die Zeit, seine vorherige Band REINXEED wiederzubeleben. Da aber schon einige Jahre seit der letzten Scheibe vergangen war, entschieden sich Johansson, Bassist Chris David und Gitarrist Alex Oriz dem Kind einen neuen Namen zu geben – MAJESTICA. Johansson erklärte dazu:

“It’s been many years since we last released an album, so we decided to ‘start over’ as a new band, MAJESTICA, instead. It’s not only a majestic and epic name for a power metal band from Sweden, it’s also a tribute to the album »Majestic« that we released with REINXEED in 2010. We came up with it and it sounded great, it felt perfect for this kind of music and just feels right.”

Zu Gute halten muss man MAJESTICA, dass nicht zu einer Sekunde versucht wird, SABATON zu kopieren. MAJESTICA machen geilen Power Metal, der mächtig nach vorne geht. Da orientieren sich die Schweden eher an den Genre-Größen, wie Johansson selber zugibt: „People can expect real power metal in the vein of HELLOWEEN, STRATOVARIUS and GAMMA RAY, but also great symphonic parts with catchy melodies and choruses with a lot of choral arrangements, guitar solos, beautiful inflections and of course – high pitched vocals like Michael Kiske, Timo Kotipelto and Sebastian Bach.”

Und als ob die Orientierung an den Power Metal-Größen nicht genug sei, wurde als Vierter im Bunde – oder vielmehr als Studio-Schlagzeuger – der Ex-HELLOWEEN Drummer Uli Kusch an Land gezogen, um „Above The Sky“ einzutrommeln.  “It was a huge honour and his drums make this album sound more alive than any album I’ve ever recorded with any other band before. Since many songs are inspired by HELLOWEEN and GAMMA RAY it just felt right to have his drumming and input on the songs,” erläutert Tommy Johansson.

Die Songs von “Above The Sky” sind purer Melodic Power Metal – nicht mehr und nicht weniger. Da werden mal die Double Basses durchgetreten, die Keyboards schwingen zwischen symphonisch, gefühlvollem Klavier und klassischem Cembalo und der Gesang ist melodisch und mit hohen Screams gepflastert. MAJESTICA bedienen einfach alle Klischees des Genres. Das Schöne an „Above The Sky“ ist, dass es keine bloße Kopie ist. MAJESTICA sprühen vor Spielfreude und Kreativität. Zwar gibt es immer wieder verschiedenste Anleihen, aber MAJESTICA entwickeln daraus eine eigene Identität und lassen den Sound frisch und aufregend klingen.

Schon der Opener und Titelsong „Above The Sky“ spricht Bände. Es gibt einen klassischen Hochgeschwindigkeitseinstieg, um im Melodischen und Symphonischen weiter zu powern. Auf gleichem Niveau befinden sich „Rising Tide“ , „The Rat Pack“, „The Way To Redemption” (starker STRATOVARIUS-Einfluss), „Future Land” und “Alliance Forever”. Stark in den Happy Metal Mainstream gehen Songs wie „The Legend“ (Mit kleiner SABATON-Anleihe.) und das etwas maue „Night Call Girl“. Und dann gibt es noch die Songs, wie „Father Time“ (mit CanCan-Anleihe) und  „Mötley True“ (mit POWERWOLF-mäßigen Orgelklängen) bei denen MAJESTICA beweisen, dass sie irgendwie den Schalk im Nacken haben.

Insgesamt, ist „Above The Sky“ eine gute Melodic Power Metal-Scheibe. Die Innovation hält sich zwar in Grenzen, aber MAJESTICA präsentieren weitgehend interessante genre-typische Songs. Wo einige Genre-Kollegen in reinem High Speed-Geballer stranden, drehen MAJESTICA noch eine Extrarunde und gestalten die Songs spannend, abwechslungsreich und frisch. Lediglich das durchgezuckerte „Night Call Girl“ fällt vollkommen hinten runter. Wer also auf Melodic Power Metal steht, ist hier genau richtig. Aber auch alle anderen Metalheads, können die Scheibe problemlos komplett genießen. Schließlich sind hier Profis am Werk, die etwas von Power Metal verstehen. Dazu kommt, dass MAJESTICA pure Spielfreude verbreiten. So ist „Above The Sky“ echt gelungen und es bleibt zu hoffen, dass Tommy Johansson neben SABATON wieder mal Zeit findet, um diese Band weiterzuführen. In der nächsten Zeit wird das sicherlich wieder schwierig.

Anspieltipps: Above The Sky, The Rat Pack, Mötley True, The Way To Redemption,

Tracks

  1. Above The Sky 5:51
  2. Rising Tide 5:28
  3. The Rat Pack 4:05
  4. Mötley True 8:18
  5. The Way To Redemption 5:26
  6. Night Call Girl 4:43
  7. Future Land 5:46
  8. The Legend 4:06
  9. Father Time 4:25
  10. Alliance Forever 7:25 

Line up:

Tommy Johansson – Guitars, Vocals

Alex Oriz – Guitars

Chris David – Bass

Daniel Sjögren – Drums (live)

Uli Kusch – Drums (Studio)

 

Review: Michael Glaeser

 

Veröffentlichungstermin: 07.06.2019

 

Label: Nuclear Blast Records

 

Hörprobe / Video auf Youtube von „Above The Sky“:

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