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Metal-Review: ALCEST – Spiritual Instinct Metal-Review: ALCEST – Spiritual Instinct
Am  25. Oktober 2019 erschien das neue Werk von ALCEST. Spiritual Instinct ist bereits das sechste Album der Band und eine starke Psychedelic Rock... Metal-Review: ALCEST – Spiritual Instinct

Am  25. Oktober 2019 erschien das neue Werk von ALCEST. Spiritual Instinct ist bereits das sechste Album der Band und eine starke Psychedelic Rock Scheibe mit reichlich Gefühl, einem Hauch von Esoterik und griffigen Riffs.

Der Nachfolger zu dem erfolgreichen Album „Kodama“ aus dem Jahr 2016,  wurde während und nach der langen Tourperiode der Band geschrieben. Gespickt mit atemberaubenden Tempowechseln wie etwa bei der Nummer „Les Jardin De Minuits“ oder jeder Menge sonniger Harmonien wie in „Sapphire“, steckt „Spiritual Instinct“ voller Überraschungen. Hier mal starke Riffs,  da ein wenig Black Metal , dann wieder eine Portion verträumte Post-Metal, bietet „Spiritual Instinct“ ein facettenreiches Repertoire an Klängen.

Für den Hauptsongwriter und Frontman Neige war ALCEST immer ein Tor zu einer anderen Welt, ein Weg, seine Spiritualität zu erkunden.  “Dieses Mal brodelte sehr viel in mir”, so Neige gegenüber Tom O’Boyle von Nuclear Blast. “Somit handelt es sich um ein sehr befreiendes Album – es gab so viel, dass einfach aus mir heraus musste. Deshalb ist diese Scheibe auch dunkler und härter als sonst von uns gewohnt.“

Das ursprüngliche Duo wurde kürzlich ergänzt von Langzeit-Drummer und kreativem Mitstreiter Winterhalter ergänzt. Gemeinsam brachten sie mit ihrem sechsten Album „Spiritual Instinct“ ein für Neige besonders persönliches Werk heraus.

“Ein paar echte Metal Riffs! Ich komme ursprünglich aus der Metalszene und habe sie nie wirklich verlassen. Ich habe als Teenager Black Metal als Zuflucht vor der Realität genutzt und das liebe ich so sehr daran. Das ist die Art von Musik, die am besten diese überwältigend düsteren Gefühle ausdrückt. Normalerweise spreche ich nicht über Dunkelheit in der Musik von ALCEST, aber diesmal hat es sich so angefühlt, als wäre es einfach notwendig”, erklärt Neige.

Es liegt also eine tiefe Spannung im Herzen der Platte. Diese rührt daher, dass Neige die dunkleren Seiten seiner Persönlichkeit betrachtete und dafür kämpfte, sich wieder mit seiner spirituellen Essenz zu verbinden, Unglück zu überstehen und daran zu wachsen.  “Ich habe die meiste Zeit meines Daseins ein spirituelles Leben geführt”, erklärt Neige. “Ich meine Spiritualität nicht im Sinne von Religion – für mich sind das zwei sehr verschiedene Dinge. Wie brauchen keine Kirchen, keine Bibeln. Geht in die Natur – das ist der schönste Tempel überhaupt. Das Leben kann hart sein, aber es ist wichtig, mit der eigenen Essenz verbunden zu bleiben. Wenn es seine Antwort gibt, findet man sie am ehesten in sich selbst. In »Spiritual Instinct« gibt es Fragen über die Bedeutung des Lebens und der möglichen Existenz von etwas anderem; etwas Göttlichem. Der Kampf, das Beste für sich selbst und die Menschen um einen herum zu tun und sich als Seele weiterzuentwickeln. Man muss sich seinen Dämonen stellen, wenn man ein besserer Mensch sein will.”

Jetzt versteht ihr auch den Titel des Albums, der sich auch im Cover widerspiegelt. Es zeigt ein Bild der mythologischen Sphinx, einem Wesen bestehend aus einem menschlichen Kopf und Tierkörper. Die Sphinx repräsentiert die innere Gespaltenheit des Menschen. “Ich erkenne mich selbst in diesem Wesen wieder”, erklärt Neige. “Sie ist fremd und seltsam; eine Mischung des Animalischen und Spirituellen”.

Unser innerer Konflikt und das Bedürfnis zur Selbstoptimierung treibt vor allem den vorletzten Song der Scheibe an. „Le Miroir“ kommt knirschend und lauernd aggressiv daher, doch wie immer bei ALCEST klingt er dennoch auch wunderschön stilvoll und anmutig.

„Spiritual Instinct“ drückt zwar auf der einen Seite  Neiges persönlichen Kampf gegen existentielle Ängste aus, macht aber auch ganz klar deutlich, dass der Kern seiner Musik in der inneren Stärke liegt. Die Essenz liegt darin, einen Weg durch die Dunkelheit und hin zum Licht zu finden. “Ich will, dass die Musik schön ist; prächtig. Und dass in diesem Prozess stets Veränderung liegt”, betont Neige.

„Spiritual Instinct“ wurde, wie auch der Vorgänger „Kodama“ von Januar bis Mai 2019 mit dem Produzenten Benoît Roux in den französischen Drudenhaus Studios aufgenommen. Die Deluxe-Version enthält auch Remixe von ‚Sapphire‘ des Synthwave Produzenten PERTURBATOR und ‚Protection‘ vom langjährigen Chelsea Wolfe-Kollaborator Ben Chisholm.

Im Januar 2020 werden ALCEST eine ausgiebige Tour zum neuen Album machen.

Fazit: „Spiritual Instinct“ von ALCEST  ist hypnotisch, regt zum Nachdenken an und ist zugleich befreiend und erhebend. Wer sich darauf einlässt kann von der meditativen Wirkung des Albums nicht nur musikalisch profitieren.

Tracklist:

1. Les Jardins De Minuit 7:53

2. Protection 5:49

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3. Sapphire 5:00

4. L’Île Des Morts 9:04

5. Le Miroir 5:31

6. Spiritual Instinct 7:42

Quelle: PM von Tom O’Boyle

ALCEST online:

www.alcest-music.com

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de