Review: BONFIRE  – TEMPLE OF LIES Review: BONFIRE  – TEMPLE OF LIES
"Temple Of Lies" heißt das neueste Werk des Hardrock-Urgesteins BONFIRE und ist der beste Beweis, dass jahrelange Erfahrung die beste Zutat für eine klasse... Review: BONFIRE  – TEMPLE OF LIES

„Temple Of Lies“ heißt das neueste Werk des Hardrock-Urgesteins BONFIRE und ist der beste Beweis, dass jahrelange Erfahrung die beste Zutat für eine klasse Hardrock-Scheibe ist. Bärenstarke Vocals gepaart mit rockigen Riffs, grandiosen Harmonien und groovenden Rhythmen wurden von den Mannen um Mastermind Hans Ziller auf „Temple Of Lies“ zu mitreißenden und abwechslungsreichen Songs zusammengegossen, die zudem mit einer ordentlichen Portion Metal garniert wurden.

BONFIRE sind seit gefühlten Ewigkeiten im Hardrock-Business und haben mit grandiosen Scheiben wie „Fireworks“ oder „Point Black“ ziemlich große Fußstapfen hinterlassen. Hieran kann sich aber „Temple Of Lies„, das neueste Werk des Fünfers  durchaus messen.

Die große Stärke von Bonfire_Temple Of Lies_Artwork“ ist, dass Mastermind Hans Ziller das Line-up der letzten Scheibe „Byte The Bullett“ wieder zusammenholen konnte und sich die Zusammenarbeit sehr positiv auf das neue Werk auswirkte. Über Gitarrist Frank Pané sagt Ziller, dass er „einer der geilsten Musiker, mit denen ich je gespielt habe“ sei. Pané und Ziller zaubern auf „Temple Of Lies“ eine geniale Gitarrenarbeit, die vor mitreißenden Riffs, groovenden Harmonien und genialen Soli nur so strotzt. Bassist Ronnie Parkes und Drummer Tim Breideband verbindet Ziller zudem mit den Worten „die beiden scheinen den Groove erfunden zu haben“. Auf „Temple Of Lies“ stechen neben krachenden Riffs und mitreißendem Groove vor Allem aber die Hammervocals von Alexx Stahl, der vor zwei Jahren bei BONFIRE eingestiegen war, hervor. Von hohen Screams der Marke Rob Halford („Temple Of Lies“) bis zu gefühlvollen balladesken Vocals („Comin´ Home“) meistert der charismatische Frontmann alles mühelos. Das derzeitige Line-up gibt Bandleader Hans Ziller gleichzeitig die Möglichkeit, bei der Härte der Songs eine Schippe draufzulegen. „In dieser Konstellation sind Bonfire jederzeit in der Lage, den Härtegrad der Songs zu steigern. Stücke wie ‚Temple Of Lies` oder ‚Stand Or Fall‘ wären mit früheren Besetzungen kaum möglich gewesen.“ Sagt Ziller dazu. Die dazugewonnene Härte lässt „Temple Of Lies“ zudem moderner und frischer klingen als manch vorheriges BONFIRE-Werk.

So haben Mastermind Hans Ziller und seine Mannen eine klasse Mischung aus Metal und Hardrock-Nummern gezaubert, die zeitlos und packend hymnisch daherkommen. Hier beweist sich wieder einmal, dass jahrelange Erfahrung auch eine gute Grundlage für hochwertiges und abwechslungsreiches Songwriting ist.

Eröffnet wird „Temple Of Lies“ mit dem Intro „In The Beginning„, das vom amerikanischen Synchronsprecher David Michael Williamson gesprochen wird und in den ersten Vorgeschmack der grandiosen Gitarrenarbeit mündet. Bei dem folgenden Titelsong geht es  direkt in die Vollen. Ebenso bei „Stand Or Fall“. Hart, kraftvoll, energiegeladen mit griffigem Refrain. „On The Wings Of An Angel“ dagegen ist ein durchaus radiotauglicher Mid-Tempo-Stampfer. In derselben Gangart findet man auch die Manowar-Anleihe „Feed The Fire“, das rockige „Fly Away“ und das eingängige „Crazy Over You“. Etwas ausgefallener ist dagegen „Love The Way You Hate Me“ mit einer kleinen Reggae-Einspritzung. Fehlen darf auf einer BONFIRE-Scheibe natürlich auch nicht die obligatorische Ballade. „Comin´ Home“ ist emotional, für eine Ballade recht energievoll und steht Pate für die sehr hohe Songwriting-Qualität auf „Temple Of Lies“.

Was sich durch den Albumtitel und das Cover-Artwork erahnen lässt, ist, dass die Texte des Albums recht sozialkritisch gestaltet sind. Hier stellen sich Hans Ziller und seine Truppe ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und nehmen kein Blatt vor den Mund. So wird besonders „mit den Lügen unserer Welt, insbesondere der Politiker“ hart ins Gericht gegangen.

Fazit: Insgesamt ist das von Hans Ziller in den Flatliners Recording Studios (Ingolstadt) produzierte „Temple Of Lies“ eine grandiose Hardrock-Scheibe mit härteren Einschlägen, die aufgrund des klasse Songwriting durchweg frisch und spannend ist. Die Fans dürfen sich also auf die anstehende Tour nicht nur aufgrund alter Hits freuen. Wer sich von „Temple Of Lies“ mitreißen lässt, kann zudem den BONFIRE-Train nach Wacken nehmen und die Jungs zu ihrem Auftritt dort begleiten. Da gibt es sicherlich jede Menge Grund zum Abrocken.

Als Bonus bei den Digi-Packs von „Temple Of Lies“ gibt es übrigens den fast 20-minütiges Titel ‚Friedensreich II. – The Return Of The Zünsler Into The T.O.L.‘, einer humorvollen und bisweilen an Frank Zappa erinnernden Soundcollage.

Anspieltipps: Temple Of Lies, On Wings Of An Angel, Stand Or Fall

Review: Michael Glaeser

Tracks

  1. In The Beginning 01:55
  2. Temple Of Lies 04:47
  3. On The Wings Of An Angel 04:30
  4. Feed The Fire (Like The Bonfire) 05:13
  5. Stand Or Fall 03:16
  6. Comin‘ Home 06:01
  7. I’ll Never Be Loved By You 05:31
  8. Fly Away 04:46
  9. Love The Way You Hate Me 03:45
  10. Crazy Over You 03:49

Line up: Alexx Stahl – Vocals, Hans Ziller – Guitar, Frank Pané – Guitar, Ronnie Parkes – Bass, Tim Breideband -Drums

Hörprobe auf Youtube von „Stand Or Fall“:

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