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Metal-Review: LOST ZONE – PROMISES Metal-Review: LOST ZONE – PROMISES
LOST ZONE beehren seit Juni 2019 die Szene mit ihrer Debüt-EP "Promises". Stilistisch haben die drei Südtiroler darauf Rock, Core und Pop vermischt und... Metal-Review: LOST ZONE – PROMISES

LOST ZONE beehren seit Juni 2019 die Szene mit ihrer Debüt-EP „Promises“. Stilistisch haben die drei Südtiroler darauf Rock, Core und Pop vermischt und bieten sechs Songs zwischen groovenden Riffs, treibenden Beats und melancholischer Einfühlsamkeit. Dazu prägt ein cleveres Programming die Songs. So fällt „Promises“ sehr zugänglich und extrem unterhaltsam aus.

LOST ZONE sind drei Jung-Spunde aus Südtirol, die ihren Bandnamen so verstehen, dass Musik ein Rückzugsort ist, an dem man Alltagsprobleme vergessen und einfach mal die Sau rauslassen kann. Dieses Credo haben LOST ZONE auch als Grundlage für ihre Debüt-EP „Promises“ genommen.

Soundtechnisch stehen die drei Jungs auf Bands wie THIRTY SECONDS TO MARS,

LIMB BISKIT und BRING ME THE HORIZON. An diesem US-Sound orientierten sich LOST ZONE etwas und entwickelten hieraus ihren eigenen Sound – ein Mix aus Rock, Core und Pop. Dabei finden sich diese Elemente in den sechs Songs auf „Promises“ in unterschiedlichen Ausprägungen wieder. Sänger Florian erklärt dazu: „Diese drei Bands gefallen uns und mögen unbewusst ihre Spuren hinterlassen haben, aber grundsätzlich machen wir unser eigenes Ding.“ So fallen alle sechs Songs extrem zugänglich und mainstream-tauglich aus. Die Songstrukturen sind eingängig aber keineswegs langweilig. Der Opener „Promises“ fällt dabei dank ein paar Core-Anleihen am härtesten aus. Der Wechsel zwischen härteren und softeren Parts drückt sich insbesondere in der Art des Gesangs von Frontmann Florian aus. Sein Klargesang ist sehr melodisch und gefühlvoll und teils melancholisch. An härteren Stellen bedient sich Florian dagegen harten, metalcore-typischen Shouts, was besonders beim Opener zum Tragen kommt. Ähnlich hart und energiegeladen zeigt sich das flotte „Wildfire“. Bei „No Regrets“ zeigt sich zunächst die ruhigere, melodisch-rockige Seite von LOST ZONE. Diese wird zudem sehr stark durch intensiven Keyboardeinsatz geprägt. Eine ähnliche Steigerung gibt es bei „Scream“, welches als Art Powerballade rüber kommt. Melancholisch geht es zudem bei der Ballade „Color Blind“ zu. Dazu glänzt „Away From Serenity“ mit ausdrucksstarken Klavierklängen.

Die besondere Leistung von LOST ZONE beim Einspielen von „Promises“ besteht darin, dass sie alle Instrumente selber eingespielt haben, die Songs komplett selber geschrieben haben und die EP auch noch selber produziert haben. Dieses spiegelt sich in dem sehr guten Sound der Scheibe wieder. Die Texte fallen dabei leider recht durchschnittlich aus, was aber bewusst von der Band in Kauf genommen wird. Frontmann Florian Mahlknecht erklärt dazu: „Wir wollen niemandem Vorschriften machen, sondern Texte schreiben über zwischenmenschliche Dinge, die uns bewegen.“ Weiter erzählt er: „Jeder von uns schreibt Texte, wobei besonders Simon darin gut ist, weil er früher in der Schule eine Zeitlang Rap gemacht hat und daher viel Übung mit der Sprache hat.“

So ist „Promises“ trotz klarer Mainstreamtendenz eine kurzweilige und sehr unterhaltsame Angelegenheit. Das liegt auch daran, dass die Songs durch ein geschicktes Programming und teils progressiv angehauchten Keyboards abwechslungsreich gehalten werden. LOST ZONE machen so einen sehr guten Anfang und lassen für ein erstes Studioalbum viel erwarten.

Anspieltipps: Promises, Wildfire

Tracks

  1. Promises
  2. No Regrets
  3. Color Blind
  4. Wildfire
  5. Scream
  6. Away From Severity

Line up:

Florian Mahlknecht – Vocals, Gitarre

Simon Mair – Drums

Elias Oberschmied – Lead Gitarre

Review: Michael Glaeser

Veröffentlichungstermin: 21.06.2019

Label: Eigenproduktion

 

Hörprobe auf Youtube von „Promises“:

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