Freight Train – I Freight Train – I
Wenn das das Debütalbum ist, will man unbedingt die nächsten hören - vielleicht noch minimal fetziger und rockiger als I. Allerdings ist das Album... Freight Train – I

Wenn das das Debütalbum ist, will man unbedingt die nächsten hören – vielleicht noch minimal fetziger und rockiger als I. Allerdings ist das Album ein äußert vielversprechender Start und steigt auf dem Debütalbum-Niveau weit oben ein. Es besticht durch einen ganz eigenen Charme und macht mächtig Spaß.

Der minikurze instrumentale Track „The Beginning“ klingt wie die Warteschleifenmusik eines intergalaktischen Telefon-Kundenservices. Danach geht’s sofort ab mit „You won’t fall“. Flott und mitreißend, gesanglich eher Power Metal, wenn auch nicht so schnell. Der zweite Track, „Into The Fire“, funktioniert auch als Akustikversion, ehe „Another Chance“ etwas balladenartig beginnt und dann zackiger wird. Böse Zungen würden behaupten, Freight Train neige zu etwas, was einige „Gaymetal“ nennen würden, wie man auch von Avantasias „Lost in Space“ sagt, aber wer damit kein Problem hat und nicht immer nur die volle Dröhnung Getöse möchte, wird seinen Spaß an dem Album I haben. Neben schönen, melodischen Klängen, wie etwa der Anfang von „Here I Am“, der dann tatsächlich wie der Anfang eines langsamen Dream Theater-Liedes klingt, haben Freight Train auch genug Abwechslung innerhalb der Lieder, ohne progressiv und ausgesprochen anspruchsvoll zu sein, und begeistern mit tollen Gitarrensoli, gut hüpfbaren Tempi und einer starken Gesangsstimme. Der Refrainvers „Reach for the stars!“ des darauffolgenden Liedes gleichen Titels wird von einem Livepublikum wohl sicher gerne gerufen werden und das Lied klingt wie DAS publikumslastige Lied, das  jede Band haben sollte.Freight Train - I

Musikalisch wähnt sich Freight Train wohl irgendwo bei gut gelauntem, leicht poppigem Classic Rock, teilweise mit Gesang, der deutlich nach Power Metal klingt und lässt auch manchmal an Dream Theater denken, wenn auch in seiner Komplexität deutlich runtergeschraubt und nie so sanft und leise, wie es einige Dream Theater-Lieder sind.

Trotz der Anlehnung an 40 Jahre alte Musik schafft die Band es, dem ganzen eine modernere und persönliche Note aufzudrücken. Das Cover des Journey-Liedes „Any Way You Want It“ wird dem Original vollkommen gerecht und ist ebenfalls auf der CD zu hören. Wer mal tatsächlich einfach nur Clean Vocals, überzeugende Gitarrensoli und einfach keine dunkle oder traurige Musik hören will und vielleicht ein Faible für Journey und ähnliches hat, dem lege ich Freight Trains I ans Herz. Wenn das das echt Debütalbum ist, will ich unbedingt die nächsten hören, vielleicht noch ein wenig fetziger und rockiger als I. Allerdings ist das Album ein äußert vielversprechender Start und steigt auf dem Debütalbum-Niveau weit oben ein, es besticht durch einen ganz eigenen Charme und macht richtig Spaß.

Review: Clara C. Wanning
Official Musikvideo von „You won’t fall“ auf YouTube

 

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