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Crossover-Review: GRAFI – EKTOPLASMA Crossover-Review: GRAFI – EKTOPLASMA
Der Berliner GRAFI pendelt mit seiner Musikerseele zwischen HipHop und Metal. Beides in verschiedensten Ausprägungen zu fusionieren sprengt Genregrenzen. Das ist ungewöhnlich, wirkt aber... Crossover-Review: GRAFI – EKTOPLASMA

Der Berliner GRAFI pendelt mit seiner Musikerseele zwischen HipHop und Metal. Beides in verschiedensten Ausprägungen zu fusionieren sprengt Genregrenzen. Das ist ungewöhnlich, wirkt aber durch und durch, wenn man sich dran gewöhnt hat, weil GRAFI absolut authentisch ist. Sein neustes Album „Ektoplasma“ ist dafür der beste Beweis.    

GRAFI ist ein Berliner Musiker, der sich in seinen jungen Jahren dem Rap und HipHop verschrieben hat. Durch seinen Freundeskreis wurde er aber zu einem gänzlich anderen Musikstil hingezogen: dem Heavy Metal. Nachdem er dort seine große Leidenschaft entwickelte, lag es natürlich nahe, dass GRAFI diese beiden Musikstile fusionierte. Sein neustes, drittes Werk „Ektoplasma“ zeigt, dass diese Fusion bestens passt, was aber auch daran liegt, dass GRAFI in beiden Stilen seelisch verankert ist und dadurch absolut authentisch wirkt.

War Crossover dieser Musikstile in den 80ern, als Aerosmith mit RUN DMC („Walk This Way“) oder Anthrax mit Public Enemy („Bring The Noise“) den Weg ebneten, noch eher von Spaß und Power geprägt, nutzt GRAFI den Genremix eher, um seinem Seelenschmerz freien Lauf zu lassen. Recht düster angelegt wandelt GRAFI auf „Ektoplasma“ zwischen Wut, Schmerz und Hoffnung und bringt diese mit deutschen Texten perfekt zum Ausdruck. Dabei orientiert er sich metalseitig stark in Richtung Black Metal. Dem Rap-Gesang und dem Autotune-Klargesang werden vor allem dunkle Screams (meist im Bockgrund) und Growls entgegenstellt. Die heftigen Beats werden mit mystischen E-Gitarren und krassen Double Basses und Blastbeats verhärtet. Dabei wird durch den Mix vor allem die mystische, düstere Atmosphäre von „Ektoplasma“ geprägt.   Die meisten Songs auf „Ektoplasma“ werden durch elektronische Beats, HipHop und Rap geprägt und Metal wird nur als Stilmittel ergänzt. Bei „Dolch Saga“, „Insomnia“ und „Palmen“ fallen die heftigen Metal-Elemente etwas deutlicher aus und verleihen den Songs eine energiegeladene, düstere Atmosphäre.  Lediglich beim 2-Minuten-Song „Daemmerung“ steht düsterer Black Metal voll auf dem Programm, wodurch der Song vor Wut und Schmerz nur so strotzt. Für die Metal-Gitarren zeichnet sich übrigens Nikita Kamprad (Sänger, Gitarrist und Mastermind der Schwarzmetaller DER WEG EINER FREIHEIT) verantwortlich.

GRAFI hat dafür also einen absoluten Experten an Bord. Erschienen ist „Ektoplasma“ bei GRAFI´s eigenem Label Geistermusik. Insgesamt ist „Ektoplasma“ etwas für jeden Metalhead, der sich für stilistische Fusionen offen ist. GRAFI versteht es exzellent, den stilistischen Mix so zu interpretieren, dass eine sehr intensive Atmosphäre entsteht. Leider kommen die Metal-Elemente auf „Ektoplasma“ etwas kurz.

Anspieltipps: Dolch Saga, Insomnia, Daemmerung,

 

Tracks:

  1. Ektoplasma
  2. Dolch Saga
  3. Neptun
  4. Mahlstrom
  5. Insomnia
  6. Daemmerung
  7. Nevada
  8. Palmen

 

Review: Michael Glaeser

 

Veröffentlichungstermin: 15.05.2020

 

Label: Geistermusik

 

Video auf Youtube von “Insomnia”:

 

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