Tankard feiern 44 Jahre Bier, Thrash und Frankfurter Wahnsinn mit Pertness und Prestige – FOTOSTRECKE und Nachbericht
NewsRückblicke 10. Januar 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
44 Jahre Tankard treffen auf 50 Jahre Batschkapp: In Frankfurt feierten lebende Thrash-Fossile in einer Venue mit Geschichte. Mit eigens gestalteten Jubiläumsbechern für drei Euro Bier und starker Unterstützung von Pertness und Prestige wurde das Heimspiel zu einer lauten, feuchtfröhlichen Geburtstagsfeier für Heavy Metal-Fans, Freundschaft und Frankfurter Subkultur. Ich habe heute den ganzen Tag an der Fotostrecke und dem Nachbericht gearbeitet, damit der Beitrag noch mit in den Newsletter kann. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen der Bilder.
Frankfurt wurde gestern einmal mehr zur Hauptstadt des Bier-Thrash – und kaum ein Ort hätte dafür besser gepasst als die Batschkapp, die selbst mitten in ihrem 50en Jubiläumsjahr steckt. Die traditionsreiche Frankfurter Institution feierte den Abend stilecht mit eigens gestalteten Jubiläumsbechern, die für faire 3 Euro randvoll mit Bier ausgeschenkt wurden. Ein Detail, das perfekt zum Headliner des Abends passte: Tankard mit ihrem leibenswerten Frontmann Gerre.
So wie lebende Fossile Organismen sind, die über Jahrzehnte nahezu unverändert bestehen, gehören Tankard zweifellos in eine Reihe mit dem Hufeisenkrebs und dem Ginkobaum – jedoch deutlich lauter, durstiger und mit sehr viele mehr Humor. Seit nunmehr 40 Jahren predigt die Frankfurter Bier-Metal-Institution ihr mächtiges Evangelium aus Alkohol, Freundschaft und kompromisslosem Thrash Metal. Eine Erfolgsgeschichte, die so schräg ist, dass ihr sogar die Wissenschaft Tribut zollte: Mit Ophiura tankardi trägt seit einigen Jahren ein Fossil einer ausgestorbenen Seesternart ganz offiziell den Bandnamen.
Der gestrige Abend fühlte sich entsprechend wie ein großes Heimspiel an – familiär, laut und feuchtfröhlich. Tankard sind mehr als eine Band, sie sind ein Versprechen: auf ehrlichen Metal, ewige Kameradschaft und darauf, sich selbst auch nach vier Jahrzehnten nicht zu ernst zu nehmen.
Von der Schulbank auf die Bühne der Batschkapp
Die Geschichte von Tankard beginnt 1982 am Frankfurter Goethe-Gymnasium. Heavy Metal war damals noch ein Reizthema, musikalische Fronten verliefen zwischen ABBA und Smokie. Doch Andreas „Gerre“ Geremia und Frank Thorwarth wussten früh, auf welcher Seite sie standen. Ihr späteres Bonmot „From Frankfurt to Frisco we destroy every disco“ wurde zum programmatischen Schlachtruf einer Band, die gemeinsam mit Kreator, Sodom und Destruction als Teil der legendären „Big Teutonic Four“ den deutschen Thrash Metal weltweit prägte.
Auch nach über 40 leberstrapazierenden Jahren ist der Tankard-Bierzug nicht zu stoppen. Mit ihrem aktuellen Album „Pawlow’s Dawgs“, dem insgesamt 18. Studioalbum und zugleich Debüt auf Reaper Entertainment, beweisen die Frankfurter eindrucksvoll, dass sie nichts von ihrer Energie verloren haben. Produziert wurde das Werk – wie viele Klassiker zuvor – gemeinsam mit Martin Buchwalter im Gernhard Studio in Troisdorf. Fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum sind Tankard wieder genau dort, wo sie hingehören: schnörkelloser Thrash, trockener Humor und bissige Gesellschaftskritik, serviert mit hochprozentiger Selbstironie.
Live in der Batschkapp wurde das mit Nachdruck unterstrichen: alte Klassiker trafen auf neues Material, die Band spielfreudig und bestens aufgelegt, Gerre in seinem Element, das Publikum textsicher und dank Jubiläumsbechern dauerhaft versorgt. Tankard sind der Beweis, dass die Welt tatsächlich ein besserer Ort ist, wenn Typen wie sie an der Bar warten.
Starke Unterstützung – Pertness & Prestige
Für das passende Vorprogramm sorgten zwei Bands, die hervorragend ins Gesamtangebot passten.
Prestige aus Finnland, eröffneten den Abend. echte Veteranen der deutschen Metal-Szene aus Nordrhein-Westfalen, knüpften nahtlos daran an. Bereits Anfang der 80er gegründet, genießt ihr 1985 erschienenes Debüt „We Are the Future“ bis heute Kultstatus im Speed- und Thrash-Underground. Roh, direkt und authentisch lieferten Prestige genau das, wofür sie seit Jahrzehnten stehen – Old School -Thrash vom Feinsten.
Pertness aus der Schweiz warteten danach mit klassischem Speed- und Heavy Metal. Seit den späten 1990er-Jahren aktiv, stehen sie stilistisch klar in der Tradition der 80er – schnelle Riffs, hymnische Refrains und eine unüberhörbare Liebe zu Motörhead, Accept und Judas Priest. Mit routinierter Spielfreude brachten sie die Batschkapp früh auf Betriebstemperatur.
Fazit
Der Abend in der Batschkapp war mehr als ein Konzert, eine ausgelassene Party und ein wahres Fest Frankfurter Metal-Geschichte. Eine Band mit über 40 Jahren auf dem Buckel trifft auf eine Venue mit eigener Historie, dazu Bier im Jubiläumsbecher für drei Euro – passender kann ein Heimspiel kaum sein.
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Publikum
TANKARD
PERTNESS
PRESTIGE
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de

















































































































































































































