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Tankard Gerre wurde heute im Senckenberg Naturmuseum das Modell des seiner Band gewidmeten Fossils „Ophiura tankardi“ überreicht Tankard Gerre wurde heute im Senckenberg Naturmuseum das Modell des seiner Band gewidmeten Fossils „Ophiura tankardi“ überreicht
Im Rahmen der Sonderausstellung „Rock Fossils on Tour“ im Senckenberg Naturmuseum wurde heute vormittag Tankard Gerre (Andreas Geremia), dem sympathischen Sänger der Thrash Metal... Tankard Gerre wurde heute im Senckenberg Naturmuseum das Modell des seiner Band gewidmeten Fossils „Ophiura tankardi“ überreicht

Im Rahmen der Sonderausstellung „Rock Fossils on Tour“ im Senckenberg Naturmuseum wurde heute vormittag Tankard Gerre (Andreas Geremia), dem sympathischen Sänger der Thrash Metal Legende TANKARD, feierlich das Modell des  nach der Band benannten Fossils Ophiura tankardi überreicht. Ich habe hier für euch eine kleine Fotostrecke zusammengestellt.

Das Museum rockt: vom 9. April bis 4. September 2022 zeigt das Senckenberg Naturmuseum die Sonderausstellung „Rock Fossils on Tour“. Ergänzt wurde die Ausstellung  durch ein Fossil namens Ophiura tankardi. Es wurde erst kürzlich von Forschenden aus Luxemburg nach der Frankfurter Thrash-Metalband TANKARD benannt, die in diesem Jahr ihr vierzigjähriges Jubiläum feiert.

Nach dem Motto „Rock meets Rock!“ trifft Rockmusik auf versteinertes Leben. Paläontolog*innen forschen nicht nur an versteinerten Lebewesen, einige von ihnen sind auch große Rock- und Metal-Fans. Um ihre Idole zu ehren, benennen sie nicht selten wissenschaftliche Funde nach Bands und Musiker*innen. Wissenschaftlich und didaktisch spannend aufbereitet, präsentiert die Ausstellung „Rock Fossils“ realistische Modelle von Fossilien, die nach Bands oder Rockstars benannt sind: Sid Vicious, „Lemmy“ Kilmister, Mick Jagger, Frank Zappa, King Diamond, Allisa White-Cluz und viele andere sind hier zu finden. Die teilweise bizarren Exponate reichen von fein gearbeiteten lebensechten Modellen bis hin zu einer überdimensionalen 2 Meter großen Fossilien-Couch. „Rock Fossils on Tour“ ist eine Reise durch die Evolution zu den harten Riffs der Rockmusik. 14 Stationen laden zum Bestaunen der bizarren versteinerten „Rock Fossils“ ein. An Hörstationen gibt es passend dazu die Musik der namensgebenden Bands auf die Ohren. Dazu Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen: „Wir möchten das Museum zum Klingen bringen.“ In unserer Forschung gewinnen wir durch den Blick in die Vergangenheit, also durch das Erforschen von Fossilien und ihrer Umweltbedingungen, wichtige Erkenntnisse für unsere Gegenwart und Zukunft“, ergänzte Prof. Dr. Andreas Mulch, Geologe und Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt.

Prof. Dr. Andreas Mulch, Institutsdirektor Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen, Senckenberg-Tiefseeforscher Dr. Torben Riehl sowie Dr. Achim Reisdorf aus dem Team der Ausstellungsmacher von „Rock Fossils on Tour“ stellten heute die neue Sonderausstellung vor und erzählten dazu einige persönliche und wissenschaftlich spannende Geschichten. Die Rock Fossils-Mitbegründer Esben Horn (10 Tons) und Rune Fjord (Rune Fjord Studio) überreichten Sänger Andreas „Gerre“ Geremia das Modell der nach seiner Band benannten Art Ophiura tankardi, einem Schlangenstern, der aus dem Mainzer Becken stammt. Er wurde erst kürzlich von den Forschenden Dr. Ben Thuy und Dr. Lea Numberger-Thuy, beide vom National Museum für Naturgeschichte Luxemburg, und von Kai Nungesser nach der Frankfurter Thrash Metal Band Tankard benannt.

„Als uns die Nachricht erreichte, dass ein viele Millionen altes Fossil nach uns benannt werden soll, dachten wir erst an einen verfrühten Aprilscherz„, so Tankard Gerre. „Das Rock Fossilsteam hat uns dann aber vom wissenschaftlichen Bierernst der Benennung eines 30 Millionen Jahre alten fossilen Schlangensterns nach Tankard überzeugt. Für uns ist das eine riesengroße Ehre, zumal das geologische Alter ungefähr hinkommt –  schließlich feiern wir in diesem Jahr unser 40-jähriges Band Jubiläum. Prost, Ophiura tankardi, du wunderschönes Sternsche„,  freut sich Gerre.

Auf der Erde gibt es viele Millionen Tier-, Pflanzen-, Bakterien-, und Pilzarten. Um diese Vielfalt erforschen zu können, brauchen Arten einen Namen. Im 18. Jahrhundert entwickelte der Schwede Carl von Linné ein System zur wissenschaftlichen Benennung der Arten, das bis heute noch angewendet wird. So wurde zum Beispiel eine bis 2020 unbekannte Krebsart nach Metallica benannt. Metallica haben schon früh in den achtziger Jahren vor den Gefahren von Umweltzerstörung und Biodiversitätsverlust gewarnt. Der nach der Band benannte Krebs lebt auf dem Meeresboden zwischen wertvollen Manganknollen. Durch den Abbau von Mangan werden unter anderem seltene Arten bedroht. Tiefseeforscher Dr. Torben Riel hat den Krebs als Dank an Metallica für Ihre wunderbare Musik benannt. So ließen sich jetzt noch viele andere Beispiele nennen, aber deren Geschichten und Modelle sind alle in der Ausstellung zu sehen.

Hier eine kleine Fotostrecke als Vorgeschmack.

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de