Nachbericht: Epica, Vuur und Myrath in der Essigfabrik Nachbericht: Epica, Vuur und Myrath in der Essigfabrik
Am 14.11 machten Epica auf ihrer „The Ultimate Principle“-Tour Halt in der Kölner Essigfabrik. Mit dabei waren auch die tunesische Band Myrath und Anneke... Nachbericht: Epica, Vuur und Myrath in der Essigfabrik

Am 14.11 machten Epica auf ihrer „The Ultimate Principle“-Tour Halt in der Kölner Essigfabrik. Mit dabei waren auch die tunesische Band Myrath und Anneke van Giersbergens (u.a. The Gathering) neue Band Vuur. Soll heißen: Orient im Power Metal, Pop im Prog und Growling im Symphonic Metal. Das hat sich Metalogy natürlich nicht entgehen lassen!

Wüstenstädte Metalized: Bei einigen Liedern kann man neben headbangen jetzt auch bauchtanzen – denn Myrath, die erste Band des Abends, kippen noch eine starke Ladung orientalischer Klänge und manchmal auch Instrumente in ihren Metalsturm, in dem einem leicht poppige Liedintros und eine starke, leicht raue Stimme um die Ohren fliegen, deren Basis sich an langsamem Power Metal orientiert. Mal mystisch, mal heroisch, mal etwas theatralisch, mal mit langen, schnellen Gitarrenriffs und mal mit einem melodischen Keyboard, das statt der hetzigen Power Metal-Töne deren Orient-Äquivalent spielt – das Quintett aus Tunesien weiß mit einigen klatschbaren Rhythmen genauso wie dem passenden Headbang-Takt das Publikum vollkommen zu überzeugen. Harte, zackige Klänge wechseln ab mit den sich schlängelnden Melodien eines Wüstenbasars. Diese Kombination verleiht der Musik von Myrath an einigen Stellen einen fast schon symphonicartigen Touch.

Vuur

Vuur

Energie, ein Schuss Theatralik, die innovativen Bauchtanz-Anleihen und das geschmackvolle rote, mit goldenen Pailettenmuster versehene Shirt des Sängers Zaher Zorgati hinterlassen beim Publikum wohl einen bleibenden Eindruck. Unter lautem Applaus und Jubel verabschiedet sich Myrath nach nur wenigen Liedern – schade eigentlich, da hätte sich wohl jeder auch gerne noch ein paar weitere Lieder angehört!

Weiter geht es mit Vuur aus den Niederlanden, die eine Art Spagat zwischen Prog und Pop anzustreben scheinen, zumindest versteht Frontfrau Anneke van Giersbergen ihre neue, blutjunge Band als progressiv. Einigen mag die niederländische Sängerin schon von der Prog-Band „The Gathering“ her bekannt sein, die sie 2007 verließ, oder von einem ihrer zahlreichen Gastauftritte bei Lieder anderer Bands. Gemeinsam mit Arjen Lucassen (dem Mastermind hinter dem Progressive Metal-Projekt „Ayreon“) brachte sie 2015 auch das erste Album ihres gemeinsamen Duos „The Gentle Storm“ heraus, dessen Lieder jeweils eine eher rockige und eine eher seichtere acoustic-folkige Version haben. Mit Vuur möchte sich Anneke auf ihre eher härtere musikalische Seite konzentrieren.Damit fährt sie auch ganz gut – flott und stark wirken die Lieder, nicht wahnsinnig innovativ, aber eine solide und manchmal trotz des Tempos etwas dunkel und melancholisch. Auch hier kann zumindest an einigen Stellen geheadbangt werden, ansonsten immerhin mitgewippt. Annekes klare, hohe Stimme macht sich gut, vor allem ihre tieferen Lagen sind angenehm zu hören. In sehr hohen Lagen wird’s allerdings etwas piepsig – vielleicht nicht für jeden etwas. Obwohl anscheinend progressiv b

Myrath

Myrath

eabsichtigt, hört man bei Vuur nicht so oft wie gedacht von absurden Takten, und statt der Gitarren macht Annekes Stimme einige Höhen und Tiefen durch. Einige Lieder driften eher in Richtung „harter“ Pop ab, wenn auch mit einer relativ fähigen Sängerin. Vuur wird wohl polarisieren, entweder man mag es gern, oder es ist nicht ganz so jemandes Fall. Wer Progressive mag, aber es nicht so wahnsinnig abgehoben haben muss und sich auf klare, mittlere bis hohe Frauenstimmen versteht, den möchte ich gerne auf Vuurs Debütalbum „In This Moment We Are Free – Cities“ verweisen.
Den Publikumsnerv scheint Vuur jedenfalls zu treffen, auch hier ist die Stimmung gut und der Applaus laut. Annekes helle, aber gar nicht so leise Stimme gefällt, und sicherlich werden so einige bei der geplanten Headliner-Tour nächstes Jahr dabei sein.

Nach zwei tollen Bands sind die Leute ordentlich in Stimmung; jetzt kommt endlich, auf was jeder wartet: Epica. Die ebenfalls niederländische Band kombiniert Grazie mit Brachialität und ist bekannt für ihren bombastischen und gewaltigen Klang. Und so reißt natürlich schon das erste Lied („Edge of the Blade“) die Hände hoch und die Köpfe runter. Lieder wie „Universal Death Squad“ und „Cry For The Moon“ hallen von den Wänden der Essigfabrik; die Dynamik von „Victims of Contingency“ und „The Obsessive Devotion“ – der Chor, Simones Gesangsspur und das Growlen des Gitarristen Mark Jansen – kocht das Publikum hoch, alle Haare wirbeln im Kreis und die Energie frizzelt in der Luft. Die Band ist in Topform, Moshpits bilden sich und Refrainzeilen werden mitgesungen (viel mehr geht ja auch nicht – wer kann denn so einen Sopran…?). Natürlich fehlen auch die allseits bekannten Songs „Unleashed“ und „Unchain Utopia“ nicht auf der Setlist.

Epica

Epica

Nach 9 Liedern verschwinden die Musiker kurz, und das Publikum fordert lauthals eine Zugabe. Natürlich gibt es die auch, sogar drei Stück(e). Und hier wird noch einmal alles gegeben: Epicas obgliatorische Wall of Death und noch mehr Moshpits zu „Sancta Terra“ und „Beyond The Matrix“, ein Circle Pit bildet sich und wirbelt über den Boden, Coen Janssen läuft keyboardspielend durch die Menge, springt auf der freigewordenen Fläche herum und alle hüpfen mit, jetzt wird noch einmal alles gegeben. „Consign To Oblivion“ ist das letzte Lied des Abends und hat alles was es braucht, noch mehr Nackenbrecher wechseln ab mit epischen Mitklatschtakten und zauberhaften Melodien, hier und da kann jemand noch einen Vers mitsingen oder -rufen und zack, das Lied ist vorbei, die tobende Energie befindet sich eine Sekunde in der Schwebe und entlädt sich in einer riesigen Welle aus Applaus, Jubel und Pfiffen. Hände sind oben, Leute klatschen. Die Band strahlt. Augen- und ohrenscheinlich war das Konzert mal wieder ein voller Erfolg; Epica enttäuscht nie.

Nachbericht und Fotos: Clara C. Wanning

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