HIDDEN LAPSE mit Debütalbum Redemption HIDDEN LAPSE mit Debütalbum Redemption
Das italienische Trio – oder, bei Herstellung der CD, Quartett – HIDDEN LAPSE lässt von den ersten Klängen ihres DIY-Debütalbums „Redemption“ an erkennen, dass... HIDDEN LAPSE mit Debütalbum Redemption

Das italienische Trio – oder, bei Herstellung der CD, Quartett – HIDDEN LAPSE lässt von den ersten Klängen ihres DIY-Debütalbums „Redemption“ an erkennen, dass ihnen etwas an modern-progressiven Synthie-Klavierklängen in verschiedensten Varianten liegt. Und dieses Faible geben sie auch das ganze Album hindurch nicht auf. Wer Progressive macht, macht natürlich auch Konzeptalbum, und „Redemption“ scheint auch eines zu sein. Wenn die Band als Band keinen Erfolg haben sollte, könnten sie sich auch, mit sicherem Erfolg, bei einem der zahlreichen Indie-Jump’n’Run-Games mit Weltraumsetting als Komponisten melden.

Einstiegstrack ist Dead Woman Walking, ein spacig-verträumtes Instrumentalstück, progressiv und irgendwie modern-technisch. Weg von dem Intro zum ersten Lied, Silent Sacrifice, wird direkt einmal mit einem Synthie-Schlagzeug (aus Mangel an einem Drummer) ein flotter, gleichförmiger Takt vorgelegt, der vielleicht, in reale Instrumente übertragen, eine sich in steter Aktion befindende Snare Drum wäre, ähnlich Power- oder Thrash Metal.

Sängerin Alessia Marchigiani hat in den Strophen eine tiefere Singstimme, wird im Refrain dann etwas höher, bleibt aber Gott sei Dank nicht in quietschige Sphären. Auch hier mischen sich später Synthieklänge unter den Beat. Der folgende Interlude: Right To Remain Silent ist wieder ein etwas schnelleres, verträumtes Instrumentalstück, ehe wieder mit Drop zum härteren, etwas stockenderen Liedmuster zurückgekehrt wird. Auch hier singt Alessia in einer angenehmen Popstimme und kriegt beim Gesang männliche Unterstützung der Marke leicht rau und Powermetalballade – vermutlich von Gitarristen Marco Ricco. Natürlich fehlt auch hier nicht die klavierähnliche Begleitmelodie, die ebenfalls das stilistisch ähnliche Lucid Nightmare anspielt.HIDDEN LAPSE mit Debütalbum Redemption

Im folgenden Pure wird das Tempo etwas gedrosselt und Alessias sehr klarer Gesang bleibt tief und entwickelt teilweise eine Stärke, die auf Weiterentwicklung in die Richtung hoffen lässt. Mit Redemption kehrt die Band wieder zu ihrem etwas flotteren Muster zurück, wieder mit abgespacter Synthiemelodie, die hier einen besonders hallenartig-überirdischen Klang hat. Nach einem ruhigen, etwas traurigen und beruhigenden Instrumentalstück (Interlude: The Last Meal) packen Hidden Lapse noch ein weiteres Lied drauf, Compassion, das auch dem bisherigen Stil folgt, allerdings etwas langsamer und melancholischer klingt.

Der vorletzte Track, Awareness, hat auch wieder den üblichen schönen Spacepiano-Anfang und ist insgesamt ein runder, cooler Track und gefällt rundherum. Langsam und schnell, gleichförmig und doch melodiös.

Der Epilogue: Mercy Upon Your Soul scheint teilweise eine Art Reprise der bisherigen Lieder zu sein, leicht bearbeitet mit verschiedenen fitzrigen Musikeffekten, etwa Unschärfe oder Rauschen, und nimmt einige Melodien nochmal auf.

Wer auf progressiv angehauchte Musik und glitzrige Klaviereffekte steht und nicht allzu viel Kawumm hinter dem Lied verlangt, sollte mal in Hidden Lapse reinhören. Die Melodien sind leichtfüßig und ein wenig verträumt, der Text oft sehr deutlich gesungen.

Einzige Kritik: Manchmal leidet das Album ein wenig, teilweise wohl aus Bandbesatzungsgründen, unter der überbenutzen Technik. Da man dies zum Teil wirklich raushört, wirkt es mancherorts etwas substanzlos und hohl. Außerdem sind die einzelnen Lieder stilistisch zum Teil recht ähnlich.

Die eingestreuten Instrumentalstücke sind ein schöner Kontrast zu den oftmals schnellen Liedern, trotzdem passen sie in ihrer Art sehr gut zu dem so zelebrierten Musikstil. Für Alessia möchte man hoffen, dass sie die Anlagen zu einer gewissen Stimmstärke noch weiter ausbaut, trotzdem kann sie sich auf einem Debütalbum durchaus hören lassen.

Insgesamt: ein vernünftiges Album, das zwar noch Luft nach oben hat, aber eben auch eine positive Ausgangsbasis bietet. Für Freunde des Genres gilt: anhören und bei Gefallen mit einem Ohr weiterverfolgen, was Hidden Lapse uns vielleicht bei ihrem zweiten oder dritten Album präsentieren. Hoffentlich haben sie dann einen Schlagzeuger.

Anspieltip: Drop, Pure, Awareness
Wer Hintergrundmusik für sein Indie-Jump’n’Run sucht: eines der Interludes, oder am besten den Prologue: Dead Woman Walking
Hidden Lapse sind: Alessia Marchigiani (Gesang), Marco Ricco (Gitarre), Romina Pantanetti (Bass)

Review: Clara Wanning

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