
Samstag auf dem Summer Breeze 2026 – Fotostrecken und Nachbericht
FotostreckenNewsRückblicke 23. August 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass

Vier Tage lang war Dinkelsbühl eine komplett eigene Welt. Eine Welt aus Gitarrenriffs, Sonne, Bier, Staub, Campingpätzen, Moshpits und Menschen, die sich oft nur deshalb kennen, weil sie seit Jahren an diesem idyllischen Ort gemeinsam den Metal feiern. Am Samstag wird einem irgendwann bewusst, dass diese Welt bald wieder verschwinden wird. Vielleicht macht genau das den letzten Festivaltag so intensiv. Ich habe für euch zu den Bands und Impressionen während der Gigs einige Fotostrecken zusammengestellt, die ihr am Ende des Textes anschauen könnt.
Der Samstag beginnt mit einem Gefühl, das sich nur schwer beschreiben lässt. Eigentlich ist man müde. Und trotzdem steht man gerne auf. Denn noch ein letztes Mal für dieses Jahr wird aufgedreht, noch einmal werden die letzten Kräfte mobilisiert – und noch einmal entstehen diese Momente, wegen denen man sich ein Jahr später wieder auf den Weg nach Dinkelsbühl machen wird.
Die Beine haben in den vergangenen Tagen trotz der Affenhitze unzählige Kilometer zurückgelegt, der Rücken meldet sich spätestens beim ersten Blick auf die Bühnen und Stimme und Füße haben irgendwann beschlossen, zumindest zwischendurch ihren Dienst nur noch eingeschränkt zu verrichten. Schlaf ist ja sowieso eher nur eine kurze Unterbrechung des Festivals als wirkliche Erholung. Vor allem bei mir, denn meine Zahnschmerzen hatten ihren Höhepunkt erreicht. Innerlich wusste ich schon, kommende Woche muss der Bösewicht raus. Ist er in zwischen nach einstündiger Stemmarbeit meiner Zahnärztin auch – auaaaaaa!
Was am Mittwoch noch nach einer langen Woche aussah, ist plötzlich beinahe vorbei. Das merkt man nicht nur an den eigenen Kräften, auch an den Leuten auf dem Campingplatz. Überall werden Zelte zusammengepackt, Pavillons abgebaut und die ersten Sachen in Autos verstaut. Trotzdem würde kaum jemand auf die Idee kommen, deshalb einen Gang zurückzuschalten.
Und vielleicht ist es genau diese Mischung aus Erschöpfung und Euphorie, die den Samstag auf dem Summer Breeze und auf Festivals prinzipiell so besonders macht. Man weiß, dass es vorbei geht, also versucht man, noch möglichst viel davon mitzunehmen.
Noch einmal über das Gelände laufen. Noch einmal Freunde und Kollegen treffen. Noch einmal vor den Bühnen stehen und die Musik genießen.
Der Samstag bot ein Programm, das kaum Raum für Abschiedsstimmung lässt. Auf den Bühnen wechseln sich die unterschiedlichsten Spielarten des Metal ab. Klassischer Heavy Metal trifft auf Thrash, Death Metal auf moderne Härte, dazu kommen Bands, die sich ohnehin nicht besonders viel aus Genregrenzen machen. Zu den Bands, die auf der Main Stage gespielt haben, könnt ihr euch meine Fotostrecken ansehen und auch zu ein paar Auftritten auf den anderen Bühnen.
Einer meiner Höhepunkte des Tages war der Gig von Orbit Culture. Die Schweden bringen etwas mit, das auf einem großen Festivalgelände besonders gut funktioniert – absolute Wucht. Ihre Mischung aus Groove und Melodic Death Metal ist ohnehin darauf ausgelegt, Druck aufzubauen. Live bekommt das Ganze noch einmal eine andere Dimension. Die Gitarren wirken körperlich, die schweren Passagen drücken nach vorne und trotzdem bleibt immer genug Raum für Melodien, die nicht einfach an einem vorbeirauschen. Orbit Culture können brutal klingen, ohne eindimensional zu werden. Und genau das macht ihren Auftritt so stark.
Mein zweites Highlight: Testament!
Testament betreten – sympathisch wie immer – die Bühne und erinnern daran, dass Thrash Metal nichts mit Nostalgie zu tun haben muss. Natürlich steckt in dieser Band eine enorme Geschichte. Testament gehören immerhin zu den Namen, die man nicht erst erklären muss, wenn man sich ein wenig mit der Entwicklung des Thrash Metal beschäftigt. Ihre Riffs kommen mit verlässlicher Präzision, die Kraft der Musik packt auch nach so vielen Jahren noch und immer wieder aufs Neue. Gleichzeitig steckt in der Musik noch immer diese Aggressivität, diese rohe Energie, die Thrash Metal überhaupt erst zu dem gemacht hat, was er ist.
Die Band hat jede Menge T-Shirts dabei, die sie so nach und nach ins Publikum schmeißt. Ein junger Mann in der ersten Reihe freut sich fast einen Haxen aus, als er eines davon fängt. Und alle Umstehenden freuen sich mit ihm. Ich habe versucht, diesen besonderen Moment auf einem Foto festzuhalten.
Bei Helloween hat es dann ein bisschen geregnet. Die Fans haben dennoch standhaft durchgehalten, obwohl viele vergeblich auf deren Kultnummer „Keeper of the Seven Keys“ gewartet haben.
Mit Thy Art is Murder nach Helloween endet der Abend für mich. Das Festival allerdings erst am nächsten Tag nach einem gemeinsamen Frühstück mit Claudi.
50.000 Menschen sind eine gewaltige Zahl. Es sind 50.000 einzelne Festivalgeschichten. Und jeder nimmt am Ende seine eigene mit nach Hause. 138 Bands aus 21 Ländern standen während der vier Tage auf den Bühnen. Irgendwie schafft es das Summer Breeze trotz seiner Größe, dieses Gemeinschaftsgefühl zu bewahren.
Und während 2026 endet, beginnt 2027 schon – zumindest im Kopf
Lange muss man sich allerdings nicht mit dem Gedanken an die nächste Ausgabe beschäftigen. Denn das Summer Breeze 2027 steht bereits in den Startlöchern.
Vom 18. bis 21. August 2027 wird in Dinkelsbühl das 30-jährige Jubiläum gefeiert. Bereits die erste Bandwelle umfasst 63 bestätigte Acts.
Besonders eindrucksvoll soll dabei die Jubiläumsshow „SUMMER BREEZE LEGENDS & ORCHESTRA“ werden. Eine All-Star-Band, das 40-köpfige Orchester der Philharmonie Leipzig und zahlreiche Gaststars sollen gemeinsam Metal-Klassiker auf die Main Stage bringen.
Die Latte für 2027 liegt damit schon ziemlich hoch. Ich persönlich freue mich besonders auf Children of Bodom.
Das bisher angekündigte Line-up:
- SUMMER BREEZE LEGENDS & ORCHESTRA
- Electric Callboy
- Edguy
- Saltatio Mortis
- Children of Bodom
- HammerFall
- Halestorm
- Wind Rose
- Lord of the Lost
- Eluveitie
- H-BLOCKX
- Swiss + Die Andern
- Clawfinger
- Kataklysm
- Mono Inc.
- Warkings
- Dark Funeral
- Gloryhammer
- Finntroll
- Atreyu
- Shadow of Intent
- Emil Bulls
- Equilibrium
- John Bush – Celebrating The Songs Of Anthrax 1993–2003
- Carnifex
- The Browning
- Gaerea
- Long Distance Calling
- Make Them Suffer
- Mittel Alta
- Any Given Day
- Gutalax
- Blue Medusa
- Insomnium
- Combichrist
- PeelingFlesh
- Anaal Nathrakh
- Fleshgod Apocalypse
- Primal Fear
- Nasty
- Burning Witches
- Kupfergold
- End of Green
- Wolfheart
- Legion of the Damned
- Ellende
- Angelus Apatrida
- Abbie Falls
- Samurai Pizza Cats
- Necrotted
- Left to Suffer
- Evil Invaders
- Hiraes
- Lavina
- Asenblut
- ACCVSED
- Spitting Glass
- Ahab
- Sunborn
- The Night Eternal
- Defiance HC
- Regarde Les Hommes Tomber
- Capacopter
Alestorm, Impressionen, Crowdsurfer etc. während des Gigs
Bloodred Hourglass und Impressionen während des Gigs
Helloween und Impressionen während des Gigs
Kadavar und Impressionen während des Gigs
Orbit Culture, Moshpit Minister und andere Impressionen während des Gigs
Mantra und Impressionen während des Gigs
Soulfly und Impressionen während des Gigs
Thy Art is Murder und Impressionen während des Gigs
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de




























































































































































































































































































