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Metal-Review: Tylor Dory Trio – Unsought Salvation Metal-Review: Tylor Dory Trio – Unsought Salvation
Tylor Dory Trio „Unsought Salvation“ – ProgMetal auf Harmonietrip! Metal-Review: Tylor Dory Trio – Unsought Salvation

Tylor Dory Trio „Unsought Salvation“ – ProgMetal auf Harmonietrip!

„Unsought Salvation“ umkreist Porcupine Tree, Opeth, Devin Townsend, Dream Theater, oder Rush und steckt alles in eine neues Verpackung.

Die drei aus Edmonton, Kanada veröffentlichen nach der EP „Carried Away“ (2015) nun ihren ersten Longplayer, der eine neue Spielart des ProgMetal zur Welt bringt..

Von den genannten Vorbildern übernehmen sie die komplexen Strukturen, technisch höchst anspruchsvolle Parts und aufwendige Arrangements. Dazu kommt einerseits Sänger Tyler Doris cremige Stimme, die eine mollige Wäre einbringt, er klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Chris Cornell und Eddie Vedder. Er kann aber auch Hardrock-mäßig, er kann auch Growls. Andererseits dominieren fast mainstreamige Wohlklänge.Vollmundige schwere, harmonische Gitarrenriffs, verbreiten eine Zufriedenheit, wie sie winters höchst willkommen sein kann.

Der Solopart von „Comatose“ erinnert an Opeth’s Death- Phase, die ja von vielen Fans heiß geliebt wird. Versatzstücke anderer Größen, wie Dream Theater hier und dort komplettieren das Bild.

Dory: „ Das Album ist neben geistigen Verbindungen zu „Carried Away“ als dessen logische Fortsetzung konzipiert. Die EP war in ihrer Tonalität ziemlich dunkel angelegt. Wir haben das Gefühl, daß „Unsought Salvation“ ein ausgeglicheneres Werk ist. Es bietet einige Upbeat-Tracks, neben den von „Carried Away“ bekannten dunkleren und heavieren Stücken.

Bereits beim ersten Durchhören des 62-Minüters schmeichelt sich das Ding an die Synapsen, die im Hintergrund zu Whitesnake, Bon Jovi und anderen Wohlfühl-Metallern führen. Ich erinnere aber daran, daß wir hier Prog-Metal hören und höhere Ansprüche an die Songs verwirklicht wurden. Ein sphärisch wunderschönes Intro entwickelt sich in „Into The Maelstrom“ langsam zu einem getragenen, langsamen Stimmungssong mit mehrstimmigem Gesang. „Cenotaph“ beendet das Album mit Prog-gerechten 13:43 min, die Zeit für ein standesgemäßes Finale bieten. Devin Townsend kommt in den Sinn. Der Song hat einen ordentlichen Spannungsbogen, so daß er nie fad wird. Das Outro von „Cenotaph“ bildet das Intro des ersten Songs „The Righteous And The Rest“, sodaß man bei geloopter Wiedergabe wohl erst nach einigen Takten merkt, wieder am Anfang des Albums zu stehen. Überhaupt gehen alle Songs auf nachvollziehbare Weise in den nächsten über, sodaß ein bisschen ein Konzeptalbum-Feeling aufkommt, sehr nett!

Fazit: Ein wirklich sehr gelungenes Album, eingängig und harmonisch, gleichzeitig anspruchsvoll und mit der geforderten Schredderei. Das Album, bietet Prog im harmonischen Gewand und hat durchaus das Zeug, einen neuen Zweig innerhalb des Prog zu bilden.

Empfehlung: Haben!

Michael Neumann

Tylor Dory: Guitars, Vocals, Jonathan Webster: Drums, Slava Fedossenko: Bass

Trackliste:1. The Righteous and the Rest (6:16)
2. Comatose (5:15)
3. The Fallen Man (5:45)
4. Dying Light (5:08)
5. The Spaces In Between (5:06)
6. East of Eden (5:49)
7. Glass Menagerie (5:28)
8. Marionettes (of Distant Masters) (4:37)
9. Into The Maelstrom (4:40)

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de