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Avatar, Alien Weaponry und Abagas im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht Avatar, Alien Weaponry und Abagas im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht
Wenn Avatar auf Tour gehen, ist eines fix –  es wird nicht nur laut, theatralisch und mitunter auch ein bisschen düster sondern auch verdammt... Avatar, Alien Weaponry und Abagas im Schlachthof Wiesbaden – FOTOSTRECKE und Nachbericht

Wenn Avatar auf Tour gehen, ist eines fix –  es wird nicht nur laut, theatralisch und mitunter auch ein bisschen düster sondern auch verdammt unterhaltsam. Gestern Abend verwandelte die schwedische Metal-Institution den Schlachthof Wiesbaden in ein brodelndes Gesamtkunstwerk aus Groove, Chaos und Charisma – angeführt von einem Frontmann, der das Publikum mit jeder Bewegung stets fest im Griff hat.

Der Schlachthof Wiesbaden ist bekannt für seine intensiven Clubshows – doch wenn Avatar dort auftreten, wird aus einem Konzert schnell ein riesiges Spektakel. Obwohl Wochenbeginn und Montag, füllte sich die Halle schon früh mit Fans, die gespannt auf einen Abend voller harter Riffs, ungewöhnlicher Klangfarben und exzentrischer Bühnenpräsenz warteten.

Den Auftakt machten die Norweger von ABAGAS – sie sorgten mit ihrer originellen und eigenwilligen Genremischung ein wenig für hochgezogene Augenbrauen. Deathjazz mit Saxophon? Klingt zunächst wie ein ziemlich schräges Experiment, das leicht schiefgehen könnte. Schräg ja, gewöhnungsbedürftig auch, aber der wilde Mix aus extremem Metal, Jazz-Anleihen und dem überraschend gut integrierten Saxophon wirkte roh, chaotisch und durchaus auch faszinierend. Für viele im Publikum dürfte das der erste Kontakt mit dieser ungewöhnlichen Mischung gewesen sein – und vermutlich nicht der letzte.

Danach übernahmen Alien Weaponry aus Neuseeland die Bühne mit dem traditionellen Maoritanz. Das Trio brachte mit seinem groovenden Metal sofort Bewegung in die Menge. Schwere Riffs, treibende Rhythmen und ihre unverkennbare Mischung aus Thrash- und Groove-Metal sorgten für die ersten Moshpits des Abends. Die Band bewies einmal mehr, warum sie sich in den letzten Jahren zu einem der spannendsten jungen Acts der Szene entwickelt hat.

Als schließlich die 2001 gegründete schwedische Band Avatar die Bühne betrat, kippte die Stimmung endgültig in ekstatische Freude. Frontmann Johannes Eckerström enterte die Bretter, die die Welt bedeuten, mit einer Präsenz, die man kaum beschreiben kann – charismatisch, exzentrisch und unglaublich entertaining. Zwischen dämonischem Grinsen, Zirkusdirektor-Gesten und eruptiven Screams führte er das Publikum durch ein Set, das gleichermaßen brutal wie melodisch war. Mit fast perfektem Deutsch, angeblich ist die Mutter aus Deutschland, aber charmantem Akzent, versteht er es , das Publikum ab der ersten Sekunde für sich zu gewinnen und bestens zu unterhalten.

Musikalisch zeigten Avatar wie immer unfassbare Stärke – Genregrenzen existieren für sie nicht. Groove Metal trifft auf Alternative und melodischen Death Metal, dazu progressive Breaks, verspielte Rhythmik, ein bisschen Rock und Energie, die unweigerlich mitreisst. Songs vom 2023 erschienenen Album Dance Devil Dance zündeten live besonders stark und verwandelten den Saal regelmäßig in ein pulsierendes Meer aus erhobenen Mano Cornutas und fliegenden Haaren.

Zwischen dunklem Humor, theatralischer Inszenierung und gnadenlos präzisem Metal wurde steht die Band Band seit über zwei Jahrzehnten nicht ohne Grund an der Spitze ihres ganz eigenen Kosmos. Und wenn die neuen Songs des kommenden Albums tatsächlich so rhythmisch vertrackt und gleichzeitig eingängig werden, wie Eckerström angekündigt hat, dürfte die nächste Tour kaum weniger spektakulär ausfallen.

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AVATAR

Alien Weaponry

ABAGAS

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de