Obsidian – Interview zum Soloprojekt und zum Soloalbum von Sascha Pratnekar Obsidian – Interview zum Soloprojekt und zum Soloalbum von Sascha Pratnekar
Sascha Pratnekar, ehemaliger Schlagzeuger von Deathronation, Necropsy und Existence hat nun seine eigene Vision von Liebe, Tod und Teufel verwirklicht. Inspiriert von seinen Lieblings- Metal-, Punk-... Obsidian – Interview zum Soloprojekt und zum Soloalbum von Sascha Pratnekar

Sascha Pratnekar, ehemaliger Schlagzeuger von Deathronation, Necropsy und Existence hat nun seine eigene Vision von Liebe, Tod und Teufel verwirklicht. Inspiriert von seinen Lieblings- Metal-, Punk- und Harcorebands aus den 90ern und getrieben von den Gefühlen der Vergangenheit erschien nun am 04.05.2015, um 05:41 Uhr sein lang ersehntes Soloalbum „No Self To Sue“, unter dem Vollmond im Skorpion. Ich habe ihn dazu interviewt

Hi Sascha, zunächst mal herzliche Gratulation zu deinem geilen Solo-Projekt. Wo wird die CD erhältlich sein?

Erhältlich ist die CD vorerst nur bei mir. Als Soloprojekt wird das mit den Gigs ein wenig schwer werden. Ich könnte mir zwar eine Band zusammen su1 Frontchen, aber das hat vorerst keine Priorität. Eigentlich ging es mir bei dem Album nur darum, meine musikalischen Visionen, die mich schon seit je her scheuchen, endlich aus meinem Kopf ins Diesseits zu bannen. Mein Solo-Projekt habe ich ins Leben gerufen, weil ich meine ganz eigene Vision verwirklichen wollte, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

Dementsprechend bin ich auch alleine für alle Managing und Marketing Aufgaben zuständig. Die Suche nach einem geeigneten Aggregator, damit mein Baby auch in den Plattenläden und Online-Stores zu finden ist, steht mir noch bevor. Aber alles der Reihe nach …

Wo hast du die CD aufgenommen?

Aufgenommen habe ich sie in meinem Übungsraum, in dem ich mit meiner eigentlichen Band, Era Hex, probe und in dem ich auch meine Musikschule,die Metalschool betreibe . Darin habe ich mir auch ein Home-Studio eingerichtet.

Wurde die CD dort auch gemixt und gemastered?  

Mixing und Mastering habe ich ausgelagert an Simon Krauss, der ebenfalls sehr fest in der Nürnberger Undergroundszene verwurzelt ist.

Wann sind die Songs entstanden?

Die Songs sind in den letzten 3 Jahren entstanden, die Texte dazu erst sehr spät, im Spätsommer / Herbst 2014. Als ich mich entschloss mit der eigentlichen Produktion zu beginnen. Und bis zum Frühjahr 2015 bastelte ich zuhause am Rechner, das Artwork.

Wieso hast du deine Vision nicht mit einer deiner Bands verwirklicht?

In den Bands, in denen ich spiele und spielte war das nie möglich. Diese sollten immer nach irgendwem oder nach einem ganz bestimmten Klischee klingen: Besonders „true“, „professionell“ oder „technisch“, „nach Behemoth“ oder „wie Maiden“ etc. Dabei blieb mir immer das auf der Strecke, was meiner Meinung nach ein gute Band ausmacht: Sie verwirklicht sich selbst und klingt somit wie sie selbst. So begann ich alles selbst in die eigene Hand zu nehmen.

InlayIch war in den 90ern im heißen Alter. Die Zeit, in der Metalbands immer coriger wurden und Hardcorebands immer metallischer.

Welche Bands zählen zu deinen absoluten Favoriten?

Zu meinen All-Time-Faves zählen Manowar und Running Wild ebenso, wie Intergrity, Ringworm, Ryker`s und Converge, sowie zahllose Death-, Black- und Thrashmetal Bands. Somit war es fast klar, dass sich mein Album irgendwo zwischen HC und Metal einpendeln würde. Mit einem Augenzwinkern bezeichne ich mein Album auch gerne als Hardcore mit Powermetal-Attitüde.

Worum handelt dein Werk thematisch?

Das Thema, welches ich meinem Album vorangestellt hatte, war die Vergangenheitsbewältigung. In der Astrologie wird diese durch den Vollmond im Skorpion illustriert. Dieser gilt auch als Hexenmond, da dieser einst den Zeitpunkt des Beltane-Festes / der Walpurgisnacht markierte und somit2 den endgültigen Beginn des neuen Jahres.

Der Vollmond im Skorpion selbst steht darüber hinaus für den schmerzhaften Abschluss mit dem Vergangenen; das Aufreißen und Ausbrennen alter Wunden. Der Obsidian sei die Mineralisierung eben dieses Prinzips, womit ich auch meinen (neuen) Namen fand.

Die Texte sind Gedichte großartiger Britischer Schriftsteller aus dem Viktorianischen Zeitalter.

Wie kamst du auf die Idee, diese Thematik zu wählen? Was hat dich inspiriert?

Als ich vor der Frage nach den Texten stand, reichte mir meine Freundin eine Gedichtesammlung mit dem Titel „Other Men`s Flowers“, zur Inspiration. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich überhaupt den Zugang zu dieser Kunstform fand. Als es mich dann aber gerissen hat, war mir fast klar, dass ich es kaum selbst schaffen würde, ganze Gedankengebäude in solch griffige Phrasen zu packen.

Das Gedicht bei dem es mich zum ersten Mal gerissen hatte war „Earthly Paradise“ von William Morris. Dieses passte mir von der Stimmung her auch ideal zum Opener „Empty Day“. So habe ich es dafür übernommen und begann für alle weiteren Songs ebenfalls nach den passenden Gedichten zu suchen.

Und welches davon ist dein Lieblingsgedicht?

Mein Lieblingsgedicht wurde dann das endlos verzweifelte „Dream-Pedlary“ von Thomas Lovell Beddoes.

Danke Sascha, jetzt wünsche ich dir viel Erfolg mit deinem Soloprojekt.

Erhältlich ist die CD vorerst nur bei Sascha.

Text: Lydia Polwin-Plass

Hier ein paar Hörproben auf metalogy.de, DEM Metal Magazin:

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Dr. Lydia Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de