LONGHOUSE – II: Vanishing LONGHOUSE – II: Vanishing
“II: Vanishing” ist der zweite Silberling  der kanadischen Doom Metaller LONGHOUSE. Die fünf Songs von stattlicher Länge sind düster, dunkel, verzerrt und trotzdem rockig... LONGHOUSE – II: Vanishing

“II: Vanishing” ist der zweite Silberling  der kanadischen Doom Metaller LONGHOUSE. Die fünf Songs von stattlicher Länge sind düster, dunkel, verzerrt und trotzdem rockig groovend. Mit “II: Vanishing” haben LONGHOUSE ein Kunstwerk geschaffen, das den Hörer in seinen Bann zieht – authentisch und musikalisch hochinteressant.

Nach dem 2015er Debütalbum “Earth from Water” hat das Doom-Dreiergespann aus Ottawa nun “II: Vanishing” als zweite Scheibe am Start. LONGHOUSE haben Dunkelheit und Seelenleid verquirlt mit rockigem Groove und daraus fünfmal Doom Metal Feinkost von bis zu 10 Minuten Länge gegossen.

Bei Hunter´s Moon wird zunächst instrumental für 6:38 Minuten mit psychopatisch-kreischenden Gitarren und langsam stampfenden Drums allerdüsterste Doom-Atmosphäre erzeugt, bevor der Gesang einsetzt.  Dunkelheit sickert langsam aber zielstrebig in des Hörer´s Ohren. Ein  dahinkriechendes Klagelied, das die schließlich einsetzenden schreiend-krächzenden Black Metal-Vocals noch weiter verdunkeln.

Bei „Vanishing“ und „Blood and Stone“ gehen LONGHOUSE zwar etwas flotter ans Werk (relativ gesehen), aber bleiben dennoch in der doomig düsteren Ecke. Die Gitarren sind tiefgestimmt verzerrt und der Bass brummt dunkelst im Hintergrund. Neben den Frontvocals, die kreischig-growlend perfekt zum finsternisverbreitenden Doom Metal pLonghouse 2_Vanishingassen, fallen die Backgroundvocals als tiefste Death Metal Growls dem Metalhead in der hinteren Gehörgang. Insgeheim rocken beide Nummern  aber irgendwie gut und wissen trotz klanglicher Düsternis musikalisch zu gefallen. „Blood and Stone“ wird zudem mit einigen dunkelverzerrten Gitarrensoli verfeinert.

„No Name, No Marker“ startet zunächst stark verzerrt und etwas verstörend. Aller Melancholie zum Trotz grooved der Song aber gnadenlos stark daher und bietet zum Ende des Songs ein krachendes Doom-Riff-Gewitter. Textzeilen, wie „Nightmares stalked the night/Shadows stole the light/Behind your eyes“ lassen zwar wenig Platz für Seelenfreude, musikalisch ist der Song aber ein unglaublich starker Doom-Hammer mit Hitpotential.

„The Vigil“ stampft als letzter Song auf „II: Vanishing“ langsam groovend daher. Dazu gibt es Klargesang-Unterstützung von J.D. Gobeil der kanadischen Doom-Band LOVIATAR. Der langsame Klargesang hat dabei fast eine hypnotisch, psychedelische Wirkung und stellt einen guten Gegenpart zu den düsteren Kreisch-Vocal von Sänger Josh Cayer dar. Zwischen beiden Vocals wogt der Song  hin und her wie das Kommen und Gehen der Gezeiten. So kriecht „The Vigil“ perfekt abgestimmt düster doomig aber irgendwie groovend daher.

Insgesamt ist „II:Vanishing“ eine musikalisch hochinteressante und teils sogar experimentelle Scheibe. Die Gastauftritte von J.D. Gobeil und Shane Whitbread der kanadischen Doomster LOVIATAR unterstützen dieses gekonnt. LONGHOUSE haben einen authentischen und ehrlichen Zweitling geschaffen. Das Konzept ist durch und durch stimmig und die Songs sind trotz ihrer Länge packend – vom ersten bis in den letzten Ton. LONGHOUSE zeigen auf „II: Vanishing“ ihr unglaubliches Potential und lassen auf mehr hoffen. „II: Vanishing“ ist ein absoluter Geheimtipp und „No Name, No Marker“ der Kracher dazu.

Review: Michael Glaeser

Anspieltipp: No Name, No Marker

Hörprobe auf Youtube von „No Name, No Marker“:

Tracks

  1. Hunter´s Moon 8:38
  2. Vanishing 6:10
  3. Blood and Stone 5:57
  4. No Name, No Marker 7:59
  5. The Vigil 10:06 

Line up:

Marc Casey – Gitarre
Josh Cayer – Bass / Vocals
Mike Hache – Drums

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