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Metal-Review: VOAY – Cyclogenesis Metal-Review: VOAY – Cyclogenesis
Kreativität ist eines der Leitmotive der Progressive Metal-Band VOAY. Auf ihrem Debütalbum „Cyclogenesis“ lässt das Quintett aus Dortmund genau dieser freien Lauf. Zwischen Rock... Metal-Review: VOAY – Cyclogenesis

Kreativität ist eines der Leitmotive der Progressive Metal-Band VOAY. Auf ihrem Debütalbum „Cyclogenesis“ lässt das Quintett aus Dortmund genau dieser freien Lauf. Zwischen Rock und Black Metal, Walzer und Jazz, orientalischen und fernöstlichen Klängen schwebt der Hörer durch eine Welt der Gegensätze, in der der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.  

VOAY sind fünf junge Dortmunder, die sich aufgemacht haben, progressiven Metal mit allerlei Einflüssen zu versehen und von dort aus in andere Stilrichtungen Entdeckungsreisen zu starten. VOAY starten härtegradtechnisch bei Progressive Rock, gehen über Metal und landen bei deftigem Death Metal. Nicht umsonst nennt die Band King Crimson, Dream Theater und Opeth als beeinflussende Bands. Dazu kommen aber auch ganz andere Stilelemente, wie Jazz („White Noise“), Orientalisch („Ghost Of Kindness“), Walzer („(Off-Course“), Trompeten-Klänge („Ghost Of Kindness“) und vieles mehr. VOAY setzen ihrer Kreativität keine Grenzen. Leider liegt genau darin ein bisschen das Problem von „Cyclogenesis“.

Die Songs sind recht lang. Vier sind über 9 Minuten. Leider fehlt den Songs bei aller Kreativität und Länge ein prägendes Leitmotiv und der Wiedererkennungswert. Besonders der Opener „Float“ holpert am Anfang etwas und braucht etwa vier Minuten, um einigermaßen stimmig zu werden. So ziehen die sicherlich sehr gut gespielten Songs so an einem vorbei ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Dabei ist rein musikalisch eigentlich alles sehr positiv. VOAY sind wirklich kreativ und haben instrumental auch sehr starke Momente. Jeder Song hat seine starken Passagen. Auch die stilistische Abwechslung wirkt sich belebend aus. Besonders das deathige „Gravity“ und das progressiv-symphonische bis harte „Cloudburst“ wissen ganzheitlich zu gefallen. Vielleicht hätte man aber an ein paar Stellen besser auf irgendwelche Zusatzinstrumente oder fremde Klänge verzichten sollen. Weniger ist manchmal mehr.  Kommen wir zum zweiten Ausreißer nach Unten: der Gesang. Sänger Xil fehlt sichtlich die Erfahrung und an manchen Stellen auch die Treffsicherheit der Töne. Die Gesangspassagen sind sicherlich anspruchsvoll, aber leider wird Xil den Ansprüchen nicht gerecht. Im Klargesang bleibt er ausdruckslos und bei den härteren Screams oder Growls bleibt er blass.  Insgesamt reißt die klasse instrumentale Leistung aber manches raus. Die Songs auf „Cyclogenesis“ haben sehr viel Vielversprechendes in sich. Eine professionelle Produktion könnte hier sicherlich enorm viel rausholen. VOAY zeigen extrem gute Ansätze, wobei ihr Debütalbum „Cyclogenesis“ gewöhnungsbedürftig ist und an mehreren Stellen Luft nach oben hat.

Anspieltipps: Gravity, White Noise, Cloudburst

Tracks

  1. Float 09:04
  2. Off-Course 05:35
  3. Gravity 09:15
  4. White Noise 09:43
  5. Six Degrees 01:48
  6. Ghost Of Kindness 06:01
  7. Cloudburst 09:11

Line up:

Xil – Vocals

Julian Schmidt – Bass

Heiko Pleskun – Drums

Paul Schlösser – Guitar

Marc Schmieder – Guitar, Keyboards

Review: Michael Glaeser

Veröffentlichungstermin: 24.08.2019

Label: Eigenveröffentlichung

Video auf Youtube von “Ghost Of Kindness”:

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