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Interview mit CELLAR DARLING Teil 1 Interview mit CELLAR DARLING Teil 1
Die Schweizer Folk-Rocker CELLAR DARLING touren gerade mit ihrem aktuellen Album „The Spell“ durch Europa. Vor ihrer Show im Nachtleben in Frankfurt standen Anna... Interview mit CELLAR DARLING Teil 1

Die Schweizer Folk-Rocker CELLAR DARLING touren gerade mit ihrem aktuellen Album „The Spell“ durch Europa. Vor ihrer Show im Nachtleben in Frankfurt standen Anna Murphy und Merlin Sutter Michael vom Metalogy.de-Team Rede und Antwort und erzählten über ihr Wohnmobil als Tourbus, ihre progressive Auszeichnung, ihre Tour in Südamerika und vieles mehr.

Hallo ihr beiden, euer aktuelles Album „The Spell“ ist seit März draußen. Wie war die Resonanz von den Fans?

Anna: Eigentlich sehr gut.

Merlin: Soweit so gut, würde ich sagen.

Anna: Wir wussten nicht so genau, was zu erwarten war, weil das Album ja doch etwas anders klingt.

Merlin: Es ist etwas weiter aus dem Fenster gelehnt.

Anna: Zum Teil finden es die Leute sehr sperrig. Aber nicht auf eine negative Art, sondern, dass man eine Weile braucht, bis man es verstanden und verdaut hat. Ich selber finde es aber cool. Es ist auch die Art von Musik, die ich schon immer machen wollte. Aber bisher ist es halt nie dazu gekommen.

Merlin: Es hat sich herausgestellt, dass die Selbstfindung doch etwas länger gedauert hat als gedacht. Eigentlich geht die sogar immer noch weiter. Wir sind mit der neuen Band jetzt frei. Wer weiß, wie das nächste Album klingen wird.

Bei eurem ersten Album „This Is The Sound” habt ihr euren Sound noch als New Wave of Folk Rock bezeichnet. „The Spell“ klingt ganz anders. Ist das so etwas wie die Emanzipation von dem was ihr vorher gemacht habt? 

Anna: Vorher waren wir natürlich schon in einem festen Schema drin. Der Chrigel (Glanzmann, Eluveitie) hat das meiste an Musik geschrieben und das Konzept gemacht. Und von diesem Konzept konnten wir auch nicht ganz abdriften. Der Horizont war da schon gesetzt und vorgegeben. Und jetzt können wir einfach machen, was wir wollen. Das ist schon cool. Es ist auch so, dass wir alle ganz verschiedene Musik hören. Es stehen uns so viele Optionen offen. Das ist zwar manchmal auch gar nicht so gut. Bei unserem ersten Album hört man ein bisschen, dass wir noch keine Ahnung hatten, was wir genau machen wollen. Ich finde das aber auch cool. So sollte dieses Album auch sein.

Was hört ihr für Musik, wenn das so unterschiedlich ist?

Anna: Ich finde eigentlich überall etwas, das mir gefällt. Außer vielleicht im Reggae oder im Schlager. Und wie heißt dieses furchtbare neue Genre nochmal?

Merlin: Reggaeton. Wir haben letztens identifiziert, dass uns das definitiv nicht gefällt.

Anna: Aber sonst höre ich noch immer viel Black Metal. Seit meiner Teenie-Zeit bin ich das nicht losgeworden. Ich höre viel Prog Rock. Auch ältere Sachen. King Crimson gefällt mir zum Beispiel total gut. Aber ich höre auch HipHop, Pop und auch Klassik. Eigentlich alles.

Merlin: Das geht uns eigentlich allen gleich. Kreuz und quer. Es gibt eigentlich überall etwas richtig Gutes zu finden.

Ihr habt gerade den Progressive Music Award für euer Video „Insomnia“ gewonnen. Wie kam das und wie war das?

Merlin: Wir haben im März etwas zusammen mit dem Prog Magazin gemacht. Und zwar war das während unserer UK-Tour. Wir haben etwas zum Release gemacht. Da haben wir im YouTube-Space in London ein kleines Konzert für eingeladene Fans gegeben. Und Anna hat da an einem Panel teilgenommen, das vom Prog Magazin organisiert worden war. Das Thema war „Frauen in der Rock-Musik“ (YouTube-Link: <iframe width=“560″ height=“315″ src=“https://www.youtube-nocookie.com/embed/iHUs384dmKE“ frameborder=“0″ allow=“accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture“ allowfullscreen></iframe>). Und so haben wir uns kennengelernt und das Magazin hat uns gut unterstützt. Die Nominierung kam dann aber als positive Überraschung. Das war schon gut. Als wir dann in Südamerika waren, haben wir dann erfahren, dass wir gewonnen haben. Da haben wir uns dann noch verpflichtet, dass wir dafür nach London kommen. Die Veranstaltung war dann auch größer als erwartet. Der Drummer von Pink Floyd war da und John Petrucci von Dream Theater. Die haben wir dann auch gleich belästigt. (lacht) Das was schon klasse.

Die Videos, die ihr zu den Songs von „The Spell“ rausgebracht habt, sind ja generell etwas komplett anderes. Wie war die Resonanz?

Anna: Eigentlich durchweg sehr gut.

Merlin: Ich hatte eigentlich mehr negatives Feedback oder Feedback wie „Ich möchte die Band und Anna sehen.“ erwartet. Was ich auch verstehen würde. Das sind halt keine klassischen Musikvideos. Aber für dieses Album hat das einfach perfekt gepasst.

Anna: Es hätte auch einfach vom Konzept abgelenkt, wenn man uns darin gesehen hätte.

Ihr habt eure Tour in Europa gerade gestartet. Wie waren die ersten Konzerte?

Anna: Bisher lief es eigentlich sehr gut. Ich bin immer noch ein bisschen nervös. Die neuen Songs sind nicht ganz einfach.

Merlin: Anna spielt auch neue Instrumente, die vorher auf der Bühne bisher nicht dabei waren.

Anna: Das fühlt sich alles noch sehr neu an und manchmal hinke ich mit dem Kopf bei all den Tätigkeiten etwas hinterher. Aber es macht Spaß.

Merlin: Es ist auch spannend.

War es geplant, dass du nicht mehr so viel Drehleier spielst, wie auf dem ersten Album?

Anna: Ich will die Drehleier halt punktuell einsetzen und dann nicht mehr als Drehleier, sondern als Synthie- oder Gitarren-Instrument. Und es macht mir jetzt viel Spaß Keyboard zu spielen. Ich würde wirklich gerne viel Verschiedenes spielen, aber irgendwann ist da halt die Grenze erreicht.

Ihr ward jetzt gerade in Lateinamerika auf Tour. Wie war das?

Anna: Das war irre.

Merlin: Das war ein großes Abenteuer.

Anna: Also, einerseits war das sehr anstrengend. Jeden Tag fliegen. Jeden Tag in einem anderen Land sein. Teilweise sind wir auch in einem Van gefahren. In Guatemala zum Beispiel. Das war total irre. Andererseits macht das aber auch riesig Spaß. Das war eine richtige Rock´n´Roll-Tour.

Merlin: Eine so ausgedehnte Tour haben wir aber auch noch nicht gemacht. Auch nicht mit Eluveitie. Das machen aber auch wenige Bands. Ich glaube, das waren 15 Shows in 10 Länder. Das war schon spannend. Das war schon genial. In Mexiko hatten wir super Fans. In Brasilien auch. Das wussten wir aber schon. Es war auch spannend, in El Salvador zu spielen. Da war ich vorher noch nicht. Dass das da geht, wusste ich auch nicht. In einer Pizzeria haben wir da spielt. Die Pizza war auf jeden Fall gut.

Wie kam die Tour zustande? Wolltet ihr das immer schon mal machen?

Merlin: Für mich ist das Reisen und das Abenteuer sowieso ein attraktiver Teil von der Sache. Und in Südamerika waren wir sowieso immer gern und wenn uns jemand anfragt, dann sind wir eigentlich immer gerne dabei. Wir hatten es eigentlich noch nie, dass wir da nicht hinwollten.

Wie habt ihr das mit euren ganzen Spezialinstrumenten gemacht? Sind die nicht sehr empfindlich?

Anna: Ja, das ist zwar schon so, aber das hat alles überraschend gut geklappt.

Merlin: Das kam überraschenderweise alles in einem Stück wieder nach Hause.

Anna: Ich glaube, wir haben nichts kaputt gemacht.

Morgen könnt ihr den zweiten Teil des vierteiligen Interviews mit Cellar Darling hier auf Metalogy.de lesen.

Lest auch unseren Review zum neuen Album von Cellar Darling:

Review: CELLAR DARLING – The Spell
https://metalogy.de/review-cellar-darling-the-spell-2/

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