HEAVY METAL Kids  –  Effektiver Gehörschutz für den Metal-Sprössling HEAVY METAL Kids  –  Effektiver Gehörschutz für den Metal-Sprössling
Für sich kann jeder selbst entscheiden, ob man auf einem Metal-Konzert Ohrenstöpsel benutzt oder nicht. Aber Eltern, die mit ihrem Kind auf ein Rock-Konzert... HEAVY METAL Kids  –  Effektiver Gehörschutz für den Metal-Sprössling

Für sich kann jeder selbst entscheiden, ob man auf einem Metal-Konzert Ohrenstöpsel benutzt oder nicht. Aber Eltern, die mit ihrem Kind auf ein Rock-Konzert gehen möchten, sind dafür verantwortlich, das empfindliche Gehör ihrer Kinder vor Schäden durch die enorme Lautstärke zu schützen. Doch welche Formen von Gehörschutz gibt es und welche eignen sich am besten für die Öhrchen unserer Sprösslinge? Hier einige Tipps.

Heavy Metal ist laut. SEHR laut. Nicht umsonst rühmten sich einst Bands wie die True Metaller von Manowar mit 129,5 Dezibel (dB) zu den weltweit lautesten im gesamten Genre zu gehören. Auch Mötorhead´s Motto „Everything louder than everything else“ hatte einen positiven Werbeeffekt in der Szene. Und das Motto “Faster-Harder-Louder“ des Wacken Open Air (W:O:A) , dem größten Metal-Festival der Welt, das seit mehr als einem Vierteljahrhundert im kleinen Dörfchen Wacken stattfindet, ist ebenfalls unmissverständlich.

Metalheads lieben es eben laut.

Viele der Metalheads, die in ihren jungen, wilden Jahren bereits Iron Maiden, Metallica oder Judas Priest huldigten, sind mittlerweile älteren Semesters und haben inzwischen ein paar Metal-Kids in die Welt gesetzt. Natürlich ist es ein großer Wunsch in der Erziehung von Heavy Metal-Eltern, die Liebe zu dieser ganz besonderen Musik auch an ihre Sprösslinge weiter zu geben. Konzertbesuche werden hierbei häufig als probate Erziehungsmaßnahme angesehen.

Ein essentieller Faktor ist hierbei der richtige Gehörschutz für die Sprösslinge. 

Gehoerschutz_web_R_by_w.r.wagner_pixelio.de

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Mehr Dezibel für mehr Spaß

Rock-Konzerte haben nach Angaben des Umweltbundesamtes durchschnittlich einen Schallpegel von 100-115 dB. Das Gefährdungspotential durch den Schallpegel ist etwa auf dem Niveau eines Presslufthammers.

Besonders problematisch ist die Positionierung der Eltern-Kinder-Gespanne im Publikumsbereich. Um einem möglichen Gedränge zu entgehen und bei härteren Konzerten einem etwaigen wilden Moshpit, auszuweichen wird die Mitte vor der Bühne von Eltern gemieden und auf die Seite der Konzertsäle ausgewichen. Da Kinder nun meist kleiner sind als der durchschnittliche Metalhead, bietet sich außerdem die beste Sicht auf die Band direkt vor der Bühne. Das Dilemma ist, dass sich genau hier, direkt vor den Boxentürmen, der lauteste Bereich im ganzen Saal befindet. Wer selbst einmal dort stand, weiß, wie einem der donnernde Bass schon beim ersten Riff die Eingeweide durcheinander würfeln kann.

Umso wichtiger ist daher ein ausreichender Gehörschutz für die Kinder. Denn sind Gehörschäden einmal eingetreten, sind sie nicht mehr heilbar.

Der richtige Gehörschutz für den kleinen Metalhead

An Kinderohren gehaltene Kuscheltiere, Kapuzen oder Stoffmützen, zusammengerollte Taschentücher etc. sind kein auch nur annähernd ausreichender Gehörschutz. Für kleine Kinder kommen auf Konzerten verschiedene Gehörschutzarten in Frage. Die beiden gängigsten und wohl auch geeignetsten Arten sind Stöpsel- und Kapselgehörschutz.

Gehoerschutz_by_Andreas Morlok_pixelio.de

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Da die Gehörgänge der Kinder meist recht klein sind und Schaumstoffstöpsel z.B. sich nach einigen Minuten wieder aus dem Ohr drücken, sind Gehörschutzstöpseln für Erwachsene nicht passend für die Ohren von Kindern.

Im Handel gibt es aber spezielle Kinder-Ohrstöpsel, die perfekt in kleine Kinderohren passen (z.B. Pluggies) und diese ausreichend schützen. Sie sind einfach zu handhaben und halten gut.

Auch Stöpsel, die eigentlich die Ohren vor dem Eindringen von Wasser schützen sollen (z.B. AquaFit) eignen sich als effektiver Gehörschutz.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Kinder-Kapselgehörschutz. Auch hier gilt: Erwachsenen-Kapselgehörschutz ist ungeeignet, denn die großen Kapseln rutschen auf den kleinen Kinderohren nach unten und schützen das Gehör dann nicht mehr ausreichend.

Im Handel werden mittlerweile viele verschiedene geeignete Varianten angeboten (z.B. Peltor Kid). Beim Kauf sollte neben der genauen Passform darauf geachtet werden, dass die Polster weich und der Bügel flexibel sind, um ein längeres Tragen angenehmer zu gestalten. Kinderfreundliche Farben sind zusätzlich hilfreich für die Akzeptanz.

Beide Möglichkeiten lassen übrigens eine gute direkte Kommunikation mit dem Kind zu.

Ein paar Tipps für einen schönen gemeinsamen metallischen Abend:

  • Prüft während des Konzerts regelmäßig den richtigen Sitz des Gehörschutzes.
  • Bereitet eure Kinder auf das Konzert und die Begleiterscheinungen vor. Sprecht mit dem Kind vorher nicht nur über die Musik, sondern auch über den Ablauf. Hierzu gehören auch eventuelle für das Kind unangenehme Dinge (Gedränge, Anstehen beim Einlass, stickige Luft etc.).
  • Sollte es Sitzmöglichkeiten geben, nutzt diese. Längere Konzerte mit Vorbands sind für das Kind sitzend bestimmt angenehmer
  • Nehmt auch ausreichend Zeit. Eine frühe Anreise lässt Zeit, dem Kind die Halle und die Bühne vor dem Konzert zu zeigen. Dies kann unnötige Hektik und Stress vermeiden.
  • Sprecht euch mit dem Kind ab, z.B. Signale, um auch während der Lieder kommunizieren zu können.
  • Lasst eure Kinder niemals allein und macht euch für den Notfall einen Treffpunkt aus.
  • Achtet auf die indirekten Signale eurer Kinder. Es wird nicht unbedingt sagen, dass es nicht mehr kann und sogar Ohrenschmerzen in Kauf nehmen, nur damit Papa und/oder Mama seine/ihre Helden gebührend abfeiern kann/können.
  • Zwingt eure Kinder zu nichts. Sollte das Kind erschöpft oder verängstigt sein, solltet ihr Sie bereit sein eine Pause einzulegen oder notfalls auch den Konzertbesuch zu beenden.

(Quellen: www.bundesumweltamt.de, www.sonicshop.de)

Text: Michael Glaeser und Lydia Polwin-Plass

Foto Headerbild: Gehoerschutz_web_R_by_w.r.wagner_pixelio.de

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