UOB – Ulmich Om Braand Festival – Nachbericht und Fotostrecke
FotostreckenNewsRückblicke 26. Juli 2025 Gastbeitrag
Was macht man, wenn die Lieblingsschweizer von Fire Rose während ihrer Januartour als Support von Bonfire erzählen, dass sie im Sommer auf einem Festival gleich „um die Ecke“ spielen? Klar, man verspricht, auch hinzukommen. Und das tat Gernot Dröhne, indem er das Ulmich Om Braand Festival besuchte. Lest hier seinen Erlebnisbericht und schaut euch seine Fotos dazu an.
„Um die Ecke“ bedeutete letztlich 120km, in Ulmbach zwischen Frankfurt am Main und Fulda. Nichtsdestotrotz mache ich mich am 20. und 21. Juni auf den Weg. Das UOB-Festival soll der Auftakt meines zweiwöchigen Festivalsommerurlaubes werden, auch wenn ich dafür hin und her pendeln werde.
Ulmbach und das Festivalgelände am Schützenhaus sind sehr idyllisch gelegen, da, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen. Das Campinggelände ist vom Schützenhaus ein Wegbier entfernt, gerade ausreichend, um etwas Musik mitzubekommen, aber ohne etwas zu sehen. Ohnehin findet das Festival in einem Großraumzelt statt, Gastronomie befindet sich in ausreichender Quantität auf dem kuscheligen Vorplatz. Impressionen davon könnt ihr auf den Fotos sehen.
Kommen wir nun aber zu den Bands, den Auftakt macht am frühen Abend die Quasi-Hausband Dykes. Sie spielen eine interessante Mischung aus Eigenkompositionen und clever arrangierten Coverversionen. Nebenbei stammt auch die Festivalhymne von Dykes. Stilmäßig ist die Band eher dem Hardrock zuzuordnen als dem wirklich harten Metal.
Als zweite Band treten Junkyard Jesus aus Fulda auf. Ihre Basis ist solider Rock, der ab und an in instrumental sehr starken Stoner/ Doom gleitet, um danach wieder in Sachen Heavy Metal Vollgas zu geben. Ein sehr gelungener, kurzweiliger Auftritt einer sehr sympathischen Band.
Zwischenzeitlich sind die Schweizer von Fire Rose mit großem Hallo eingetroffen. Sie werden im Laufe des Abends und der Nacht den Geburtstag des Sängers Philipp Meier feiern und haben eigens einen Reisebus gemietet, um ihre Fans zum UOB mitzubringen. Es sind lauter bekannte Gesichter dabei, wie eine große Familie, so muss Metal sein.
Aber zurück zu den Bands im Zelt, die Hannoveraner von Moonday6 spielen auf. Besonders der charismatische Frontmann Tobias Kiel fällt auf und brilliert mit Einlagen nicht nur am Klavier, ganz im Stile eines Freddie Mercury. Dennoch ist der Stil der Band eher im Independent/Alternative Rock zu finden als beim Bombast von Queen.
Die letzte Band des Abends während vor und im Zelt Fire Rose feiern – Nomen est Omen –, sind dann Die Toten Ärzte und man mag es kaum glauben, sie spielen tatsächlich primär Lieder der Ärzte und der Toten Hosen in einer wilden Mischung aus beiden musikalischen Ausrichtungen. Gut, soooo weit sind beide Bands dann nicht voneinander entfernt, auch wenn so mancher Ultra-Fan das nicht wahr haben möchte.
Mich führt der Weg nun zurück zum Campingplatz und zur Heimfahrt, am nächsten Tag werde ich wiederkommen.
Etwas früher als am Freitag beginnt der musikalische Samstag spät nachmittäglich mit Third Wave aus Frankfurt. Sie kommen mir sehr bekannt vor, ich habe sie bereits als Vorband von Jinjer im Colos-Saal Aschaffenburgwaren. Ihr sehr progressiver Metalcore hat sich seitdem noch stärker nach vorne entwickelt.
Oversense als zweite Band des Tages kommen in wilder Bekleidung und Maskerade daher, die jedem Endzeitfilm gut zu Gesichte stehen würde. Besonders auffällig ist diese Symbiose bei Gitarristin Annika Jaschke, deren „von der Stange“ gekaufte Gitarre perfekt mit ihrem Bühnenoutfit harmoniert. Sie selbst bezeichnen sich als Rebel-Metal und ich glaube, das kann man durchaus so stehen lassen. Es macht wirklich Spaß, dieser Band zuzuschauen und zuzuhören.
Dann ist es endlich so weit, der langersehnte Auftritt – und Grund meines Kommens – Fire Rose‘ beginnt. Ich muss da nicht viele Worte verlieren, die Band brilliert durch clevere Doppel-Leadgitarrenharmonien und astreinen, glasklaren Gesang. Auch wenn die letzte Nacht angeblich ihre Spuren hinterlassen haben soll, ist davon nichts zu spüren, wer kann, der kann halt. Feinster und schneller Heavy Metal in bester Tradition beherrscht schweißtreibend das Zelt. Natürlich werden Fire Rose von ihren mitgereisten Fans dafür frenetisch gefeiert, freilich stimmt der Rest des Publikums ein. Zu gut ist das technische Können der fünf Musiker, um es zu überhören und nicht mitzufeiern.
Entsprechend hoch liegt dann die Messlatte für Freedom Call mit ihrem Power-Metal. Aber sie wissen diese Hürde zu überwinden und schließen sich nahtlos an das hohe Niveau der Vorband an. Tja, auch in Franken wird halt gute Musik gemacht, wie wir nicht erst seit J.B.O. oder Eraser wissen.
Die letzte Band und der Headliner des Festivals ist dann eine Coverband, aber nicht irgendeine. Sie trat bereits dreimal hintereinander in Wacken auf und wird auch heuer nicht fehlen. Wir reden natürlich von Ozzyfied. Als Sänger Henning Wanner die Bühne betritt läuft einem ein Schauer den Rücken hinunter. Er sieht Ozzy Osbourne wirklich in jeder Hinsicht sehr ähnlich und setzt auch dessen Bühnenbewegungen gekonnt um. Auch Zack Wylde ist am Start – sozusagen. Gespielt werden freilich nicht nur Ozzy’s Stücke, sondern auch Black Sabbath’s Hits wie „Paranoid“ und etliche mehr. Somit ist das Zelt endgültig am Überkochen.
Nicht zu vergessen ist natürlich Solokünstler Mike Gerhold, der auf der kleinen Gegenbühne mit seinen akustischen Darbietungen, während der Umbaupausen das Publikum zu unterhalten weiß.
Für mich ist das Festival leider etwas früher als für die meisten Besucher zu Ende, am nächsten Tag wird es sehr früh für 10 Tage nach Oschersleben zu den Rock & Metal Day’z gehen. Mehr davon gibt es in einem weiteren Bericht.
Das UOB-Festival war eine feine, gelungene Veranstaltung mit insgesamt geschätzten 1000 Gästen an beiden Tagen zusammen. Es ist wichtig, diese kleinen Festivals zu besuchen, um die lokale Szene zu unterstützen und am Leben zu erhalten. Beim Rock am Stück bei Fritzlar haben wir vor ein paar Jahren gesehen, wie schnell es sonst zu Ende gehen kann. Ich kann dieses Festival nur jedem empfehlen, lokal nach interessanten kleinen Konzerten und Festivals. Egal ob Club oder Festival Ausschau zu halten – es lohnt sich immer, und familiärer als die großen Festivals sind sie sowieso.
Text: Gernot Dröhne
FOTOSTRECKE von Gernot Dröhne






































































































