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Metal-Review: CARNIFEX – WORLD WAR X Metal-Review: CARNIFEX – WORLD WAR X
Die Deathcore-Institution CARNIFEX zeigt auf ihrem neuen Werk „World War X“, wie Extreme Metal und Groove zusammenpassen. Brutal, extrem, knüppelhart und packend präsentiert die... Metal-Review: CARNIFEX – WORLD WAR X

Die Deathcore-Institution CARNIFEX zeigt auf ihrem neuen Werk „World War X“, wie Extreme Metal und Groove zusammenpassen. Brutal, extrem, knüppelhart und packend präsentiert die Truppe Bilder von Krieg, Tod und Zerstörung. CARNIFEX finden dafür einen Sound, der bei Black Metal oder Grindcore wildert und mächtige Gitarren-Riffs einbaut. CARNIFEX machen mit „World War X“ einen hochinteressanten Entwicklungsschritt.  

Seit Anfang August hämmert die kalifornische Deathcore-Truppe CARNIFEX mit ihrem neuen Release „World War X“ auf die Szene ein. Das Besondere an CARNIFEX ist dabei, dass sie brutalen Extreme Metal so verpacken können, dass er mit einem guten Schuss Groove auch für die Anhänger anderer Metal-Richtungen interessant sind. So werden den Deathcore-typischen Stilmitteln, wie heftigen Breakdowns oder Blastbeats, greifbare Riffs und zugängliche Soli untergemischt. Black Metal und Grindcore-Einflüsse, sowie symphonische Klänge wurden ebenfalls wieder mit verbaut. Die groovenden Elemente finden sich besonderes in packenden Riffs und teils traditionell angelegten Soli.

Aber nicht nur soundtechnisch haben sich CARNIFEX weiterentwickelt. Auch vom Songwriting gab es einen Schritt hin zu längeren und komplexeren Songs. Frontmann Scott Lewis beschreibt das neue Album selber mit folgenden Worten: „To me, this album is the best we’ve done as far as both guitar riffs and solos. There’s a lot of listenability there; you hit the end and you want to hit play again. There’s more theatre, more depth to this record.”

Der Opener und Titelsong „World War X“ bietet direkt das volle Spektrum an Heftigkeit, hat aber besonders am Anfang diverse DIMMU BORGIR-ähnliche Momente. „Visions Of The End“ ist dann mächtig groovender Extreme Metal und glänzt zudem mit einem mitreißenden Refrain. Auch bei „This Infernal Darkness“ zeigen CARNIFEX, was sie können. Extreme Metal mit starkem Black Metal-Einschlag und einer genial groovenden Gitarrenarbeit. Auch der symphonische Part passt in dieses Szenario.

Auf dem folgenden „No Light Shall Save Us” liegt sicherlich ein besonderer Fokus, da sich hier ARCH ENEMY-Frontfrau Alissa White-Gluz die Ehre gibt und der Song die erste Singleauskopplung war. Der Song ist aber typisch CARNIFEX und genial brutal, so dass sich die Growl-Queen neben den gewohnt heftigen Growls von Frontmann Scott Lewis ordentlich austoben kann. Genial fällt daneben aber auch die mächtig riffende Gitarrenarbeit aus. Lewis selber erzählt über die Zusammenarbeit: “We really wanted to feature a guest female vocalist. Alissa not only has an extremely strong, recognizable voice, but a vast range of clean and melodic singing, too. It’s different for a CARNIFEX song, but it still has all the elements of our sound. It’s a great lead in for the album – fans are gonna hear a lot of things they haven’t before, but it still sounds like us. We’re trying to push ourselves within what we write, not push ourselves to go beyond our genre. I feel that at some point people feel they need to evolve beyond metal, perhaps for popularity’s sake, but I think there’s another way to do it, and that’s just to get better at what you do.”

Auch die Deathcore-Nummer “All Roads Lead To Hell” wurde durch einen Gastmusiker unterstützt – Gitarrist Angel Vivaldi. Der Song selber ist schon ein Brett und wird mit dazu noch mit einem genialen Solo veredelt. Gewohnte Deathcore-Granaten bieten CARNIFEX mit „Eyes Of The Executioner”, “Brushed By Wings Of Demons”, „Hail Hellfire“ und „By Shadows Thine Held”, wobei auch hier genre-übergreifende Parts Anwendung finden. Besonders „Hail Hellfire“ groovt dabei mächtigst.

Thematisch finden sich die Songs auf „World War X“ in Krieg, Leid und Zerstörung wieder. Düsternis, Hoffnungslosigkeit und Gewalt werden transportiert. Dabei sie die Songs so angelegt, dass sich die Songs in die alltäglichen Kämpfe und Gewalterlebnisse übersetzen lassen.

Insgesamt machen CARNIFEX mit „World War X“ einen Entwicklungsschritt hin zu griffigem Extrem Metal, wie wir ihn von so manchen anderen Band (besonders im Death Metal-Bereich) bereits erlebt haben. CARNIFEX verlieren dabei aber nicht an Härte und Heftigkeit. Sicherlich hat sich diese Entwicklung bereits bei „Slow Death“ bereits abgezeichnet. Aber Entwicklung und Genre-Schubladen hin oder her: „World War X“ an sich ist einfach ein geniales Brett. Nicht nur heftig, sondern auch heftig groovend. Die genreübergreifenden Einflüsse machen die Songs interessant und die klasse Gitarrenarbeit verleiht den Songs bei aller Düsternis richtig Schmiss. Dass CARNIFEX damit auch live alles niederwalzen werden, steht außer Frage.

Anspieltipps: Visions Of The End, No Light Shall Save Us, Hail Hellfire,

Tracks

  1. World War X 4:28
  2. Visions of the End 3:30
  3. This Infernal Darkness 4:37
  4. Eyes Of The Executioner 3:02
  5. No Light Shall Save Us featuring Alissa White Gluz 4:47
  6. All Roads Lead To Hell featuring Angel Vivaldi 3:08
  7. Brushed By The Wings Of Demons 3:55
  8. Hail Hellfire 3:10
  9. By Shadows Thine Held 4:27

Line up:

Scott Ian Lewis – Vocals

Shawn Cameron – Drums

Jordan Lockrey – Guitars

Cory Arford – Guitars

Fred Calderon – Bass

 

Review: Michael Glaeser

 

Veröffentlichungstermin: 02.08.2019

 

Label: Nuclear Blast Records

 

Hörprobe auf YouTube von „World War X“:

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