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PARTY.SAN 2026 – Anreisetag und Donnerstag – Gastbeitrag mit Fotostrecke von Gernot Döhne-Jochmann PARTY.SAN 2026 – Anreisetag und Donnerstag – Gastbeitrag mit Fotostrecke von Gernot Döhne-Jochmann
30 Jahre PARTY.SAN – und noch immer trifft sich hier eine Gemeinschaft engagierter Metalheads, die ihre Musik nicht einfach nur konsumiert, sondern sie lebt.... PARTY.SAN 2026 – Anreisetag und Donnerstag – Gastbeitrag mit Fotostrecke von Gernot Döhne-Jochmann

30 Jahre PARTY.SAN – und noch immer trifft sich hier eine Gemeinschaft engagierter Metalheads, die ihre Musik nicht einfach nur konsumiert, sondern sie lebt. Zwischen Coburger Bratwürsten, Goassmass und Cuba Libre beginnt unser Festivalabenteuer, bevor der Donnerstag mit einem wahren Metal-Marathon auf zwei Bühnen durchstartet. Black, Death, Thrash, Doom und Gothic Metal, zahlreiche Festival-Premieren und jede Menge intensiver Live-Momente machen den ersten Festivaltag zu einer Reise durch die unterschiedlichsten Facetten des Extreme Metal. Von SARCATOR und IOTUNN über MISERY INDEX und EVOKEN bis hin zu MOONSPELL und TESTAMENT ist alles dabei, was das Metaller-Herz begehrt. Und wenn um 1:00 Uhr noch die Metal Disco startet, stellt sich nur noch die Frage, ob die Kondition für den Freitag reicht. Denn das Alter fordert schließlich seinen Tribut …

Anreisetag

Seit 30 Jahren trifft sich eine kleine – in der Tat gar nicht sooo kleine – Gemeinschaft engagierter Metalheads bei einem der renommiertesten Festivals Deutschlands. Es ist der Ort für echte Fans und Enthusiasten, der Ort für Kenner und Musikliebhaber und nicht für sogenannte Festival-Touristen, die nur die Atmosphäre konsumieren, sie aber weder atmen noch riechen, noch leben.

Für mich ist es erst das dritte Mal, aber ich habe mich vom allerersten Moment an vollständig in das PARTY.SAN Open Air verliebt. Daher treffe ich mich am Mittwoch direkt vor dem Eingangstor mit einigen meiner Metal-Kumpels, und gemeinsam betreten wir den heiligen Boden dieses Metal-Paradieses.

Der Check-in ist einfach und präzise und die Sicherheitskontrolle ist hier keine leere Phrase wie anderswo, nur zum Schein. Wir werden zum Campingbereich geleitet; unsere Autos werden von den Ordnern entsprechend ihren Notfallregeln platziert, und das alles – vom Treffen bis zum Parken des Autos – dauert weniger als 15 Minuten. Das nenne ich Effizienz!

Schon bald stehen unsere Zelte und sind bezugsfertig, und der Grill wird für fränkische Haute Cuisine vorbereitet: Coburger Bratwürste. Das erste Bierfass wird angestochen, und wir neun feiern unser Wiedersehen mit Goassmass, einer Mischung aus Dunkelbier, Cola und einer kleinen Menge Kirschlikör – lecker, aber gefährlich.

Kurz vor 20:00 Uhr ist es Zeit, sich auf dem Campingplatz umzusehen und langsam zum Infield zu gehen, um das Festivalarmband abzuholen und an der traditionellen Cuba-Libre-Party teilzunehmen. Einige Essensstände und die Bierbar haben ebenfalls geöffnet, aber heute Abend ist Cuba Libre das eigentliche Highlight. Vorsichtiges Trinken und gegenseitige Fürsorge sind dort wichtig, damit wir alle noch auf eigenen Beinen zu unseren Zelten zurücklaufen können.

Donnerstag

Der Donnerstag beginnt nicht so früh wie die beiden anderen Tage, sodass genügend Zeit bleibt, eine Stunde länger als gewöhnlich zu schlafen, Frühstück zu machen, Rührei zu genießen, das Geschirr zu spülen und sogar noch einmal zu grillen, diesmal stattdessen Steaks, dazu etwas Bier, um für die nächsten 60 Stunden in eine unbeschwerte, heitere Stimmung zu kommen, ohne durch Alkoholmissbrauch die Kontrolle zu verlieren.

Sobald wir Esmeralda‘s Kanonenschuss hören, sind wir bereit fürs Infield. Ein kleiner Whisky im Seven Lords Pub mit seiner schönen Auswahl und die erste Band auf der Main Stage warten auf uns.

Um 13:45 Uhr spielen SARCATOR aus Schweden zum ersten Mal auf dem PARTY.SAN. Black Thrash Metal regiert die nächsten 45 Minuten, und die vier Jungs überzeugen das zunehmend größer werdende Publikum tatsächlich.

Nach einer kurzen Pause ist es Zeit für 200 STAB WOUNDS. Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine körperliche Bedrohung, sondern um den Namen der zweiten Band, diesmal Death-Metal-Musiker aus den USA und nicht weniger überzeugend als der vorherige Act.

Währenddessen ist die Tent Stage für ihre erste Band bereit. Die Deutschen MORBUS DEI spielen ebenfalls zum ersten Mal auf dem PARTY.SAN. 35 Minuten Spielzeit reichen kaum aus, um in die Stimmung ihrer interessanten Black-Metal-Interpretation aus roher Energie kombiniert mit melodischer Tiefe zu kommen.

Unser erstes Festival-Highlight folgt um 15:45 Uhr auf der Main Stage mit IOTUNN aus Schweden, und erneut handelt es sich um eine Premiere. Ihr epischer Melodic Death Metal und ihre theatralische Bühnenshow hauen nicht nur uns um. 45 Minuten sind auch für diese Band einfach nicht genug, und ein Mitternachtsauftritt wäre schöner als ein Teatime-Slot, aber ich bin überzeugt, dass sich das bald ändern wird.

Zurück zur Tent Stage, und RATS OF GOMORRAH warten bereits. Tatsächlich kommen sie aus Deutschland und präsentieren kompromisslosen Old-School-Death-Metal, direkt zwischen die Augen und Ohren.

Grindcore Death erwartet uns auf der Main Stage, wenn die US-Amerikaner MISERY INDEX ihre Gitarren schreien lassen, und das nicht zum ersten Mal auf dem PARTY.SAN. Tatsächlich haben sie hier bereits zum vierten Mal gespielt, wenn ich richtig recherchiert habe. Band und Festival passen einfach zusammen wie Ebenholz und Elfenbein auf einem Klavier.

Die Tent Stage bleibt in deutscher Hand, als MESSTICATOR zum ersten Mal beim PARTY.SAN die Kontrolle übernehmen. Ein gut arrangiertes Death-und-Thrash-Gewitter bricht über das Publikum herein. Im Zelt ist es bereits sehr triebsam, und ihre Energie verdoppelt das mit Leichtigkeit.

SADISTIC INTENT aus Los Angeles, USA, reißen die Main Stage nieder und spielen intensiven, brutalen Death Metal aus dem rohen und ungefilterten Underground seit 1987 – fast 40 Jahre lang und immer noch frisch klingend.

TODOMAL betreten die Tent Stage und kommen überraschenderweise nicht aus Deutschland, sondern haben ihren Sitz in Spanien. Es ist ihr erstes Mal beim PARTY.SAN, und sie sind die erste Band mit einer weiblichen Musikerin, ihrer Keyboarderin. Ja, richtig gelesen: eine Keyboarderin auf einem Extreme-Metal-Festival, und sie wird nicht die letzte sein. Ihr Atmospheric Doom Metal hypnotisiert das Publikum aus gutem Grund.

Österreich fällt beim PARTY.SAN ein, als SCHIRENC PLAYS PUNGENT STENCH uns auf der Main Stage unterhalten. Die rohe Kraft und der schwarze Humor des neu erschaffenen Sounds von Pungent Stench regieren. Kombiniert mit Wiener Charme haben diese Legenden das Publikum im Handumdrehen in der Hand. Es ist das erste und letzte Mal, dass wir sie beim PARTY.SAN genießen können; die Band wird sich zum Jahresende auflösen.

BEGGING FOR INCEST spielt zum ersten Mal beim PARTY.SAN – das ist kein Verbrechen, sondern erneut der Name einer Band: provokativ, aggressiv, extrem und deutsch. Die Performance ist pur, roh und dreckig.

Sehr kurzfristig konnte LAMP OF MURMUUR für das PARTY.SAN verpflichtet werden, um Desaster zu ersetzen. Dank dem Höchsten Wesen waren noch einige Plätze in ihrem Flugzeug aus den USA frei; andernfalls würden wir nun eine hervorragende Atmospheric-Black-Metal-Feier auf der Main Stage verpassen.

Wir bleiben bei den US-Amerikanern, wechseln aber die Bühne, als EVOKEN zum ersten Mal beim PARTY.SAN Funeral Doom kombiniert mit Death Metal präsentieren. Zu sagen, dass es unheimlich ist, wäre eine Untertreibung. Nebel und Dunst auf der Bühne und im Zelt spielen ihre Rollen sehr gut und schaffen diese ganz besondere Atmosphäre.

Vielleicht kennt ihr den Sänger der nächsten Band sehr gut aus einer anderen Band. Sein Name ist Nergal, die Band ist Behemoth, aber heute sprechen wir über SVENTEVITH aus Island. Sein Charisma trifft auf die kalten, chaotischen Wurzeln von Misþyrming und erschafft auf beste Weise eine dunkle, kraftvolle Klangwand im Sinne von Sventevith. Wahrlich ein Highlight des Donnerstags.

Die Black-Metal-Musiker von SEAR BLISS aus Ungarn beenden den Abend auf der Tent Stage. Das Publikum bekommt das volle Paket aus rauen Riffs und lustigen, ungewöhnlichen Instrumenten, bevor es Zeit für die beiden Headliner des heutigen Abends auf der Main Stage ist.

Der erste kommt von der Iberischen Halbinsel, aber weder aus Gibraltar, Andorra noch Spanien. Richtig geraten: Es sind MOONSPELL aus Portugal. Zu sagen, dass ihre Show ausgezeichnet und eines Co-Headliners würdig ist, wird ihr schlicht nicht gerecht. Auch wenn MOONSPELL‘s Gothic Metal auf der „sanfteren“ Seite des PARTY.SAN angesiedelt ist, ist es genau das, was 9.000 Metalheads jetzt wollen. Das und nichts anderes zählt.

Damit liegt die Messlatte für den Haupt-Headliner und Abschluss des Abends sehr hoch. Aber TESTAMENT wären nicht TESTAMENT, wenn sie das nicht mühelos bewältigen und lösen könnten. US-amerikanischer Thrash Metal, laut und stolz, ist nun angesagt, bevor um 1:00 Uhr die berühmte Metal Disco für diejenigen beginnt, die keinen Schlaf finden und im Partyzelt noch mehr Musik brauchen.

Der Freitag wird ein langer Tag mit einem vollen Programm, daher ziehen wir es vor, noch einen letzten Drink auf unserem Campingplatz zu nehmen und erholsamen Schlaf zu finden, um uns zu erholen. Das Alter fordert seinen Tribut …

Text und nachfolgende Bilder vom Donnerstag von Gernot Döhne-Jochmann

Fotostrecke von Donnerstag

Gastbeitrag