Symphonic Metal Nights 2018 – Nachbericht Symphonic Metal Nights 2018 – Nachbericht
Neben geballter Frauenpower erwartete den Besucher am 12. Februar im Kellergewölbe des Café Nachtleben in Frankfurt am Main eine Symphonic Night vom Feinsten. Symphonic Metal Nights 2018 – Nachbericht

Neben geballter Frauenpower erwartete den Besucher am 12. Februar im Kellergewölbe des Café Nachtleben in Frankfurt am Main eine Symphonic Night vom Feinsten.

Im Herzen Frankfurts, am Rande der bekannten Einkaufspassage Zeil, befindet sich mit dem Café Nachtleben ein Klub, in dem Bandnähe wirklich noch greifbar ist. Die Symphonischen Metal-Nächte standen an diesem Abend ganz im Italo-austrischen Schein.

Visions of Atlantis

Visions of Atlantis

Diese beiden Länder verkörpern momentan mitunter am Repräsentativsten dieses oftmals orchestral inszenierte und mit feinen Frauenstimmen versehene Genre.

Visions of Atlantis

Visions of Atlantis

Während die Italiener gänzlich auf den Charme ihrer Damen setzten, kombinierten die österreichischen Vertreter den weiblichen Gesang mit männlichen Partnern.

Schlag auf Schlag und ohne große Verzögerungen kamen die vier Bands auf die Spielfläche.

Den Anfang legten die Italiener „Secret Rule“ mit ihrer quirligen Sängerin „Angela Di Vincenzo“ hin, die das drei weitere Bands umfassende Ensemble für sechs Auftritte begleiteten. Auch wenn nicht alle gesanglichen Feinheiten an diesem Abend ganz optimal gelangen, konnten sie mit ihrer dargebotenen Musik, die bereits mit „The Key to the World“ den dritten Silberling umfasst, positiv auf sich aufmerksam machen. Durch leidenschaftlichen Einsatz wurden kleine auftretende Makel wieder wettgemacht. Wenn hier auch noch etwas gefeilt wird, können sie dennoch durchaus zu den ganz bekannten Spartengrößen aufschließen.

Ein wenig verblasste die Aufführung zwar im Vergleich zu denen der anderen Gruppen, was aber in Anbetracht der großartigen Leistungen keineswegs als Manko anzusehen ist.

Visions of Atlantis

Visions of Atlantis

Weiter ging es mit den ebenfalls aus Italien stammenden „Sleeping Romance“, die ihr Zweitwerk „Alba“ vorstellten. Deren Frontfrau „Federica Lanna“ beeindruckte durch eine

große Bandbreite und einer sinnlich, ausdrucksstarken Vortragsweise. Mit ihrer tollen, variablen Stimme und ihren umherschweifenden, direkt ansprechenden Blicken vermochte sie Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Der zuweilen leicht herbere Strophengesang wechselte in Refrain- und Druckphasen oftmals in die hohen Ebenen, wo eindeutig die noch größere Stärke im Gesangsvortrag der Sängerin lag.

Serenity

Serenity

Symphonic Metal Fans, denen „Sleeping Romance“ noch kein Begriff ist, sollten dieses, in Anführungsstrichen, Versäumnis schleunigst nachholen. Bei den Österreichern „Visions of Atlantis“ stand mit der Französin „Clémentine Delauney“ein Aktivposten der Szene auf die Bühne. Denn in den Jahren zwischen 2011 und 2015 ließ sie teilweise parallel bei den am heutigen Abend nachfolgenden „Serenity“, zunächst nur live und dann als festes Mitglied, ihre glockenklare Stimme erklingen. Seit bald fünf Jahren steht an ihrer Seite am Mikrophon „Siegfried Samer“. Zusammen führte die Truppe bereits im sechsten Album „The Deep & the Dark“ durch aufwendig instrumentalisierte mystische Geschichten rund um die sagenhafte, verschollene Insel.

Serenity

Serenity

Der Hauptakt der Nachtzeremonie „Serenity“ stammt ebenso aus der Alpenrepublik und präsentierte sich stolz und stark, ganz nach dem Motto ihres neuesten Albums „Lionheart“.

Beim Auftritt wurde klar, dass die meisten Besucher hauptsächlich  ihretwegen gekommen waren, was diese natürlich nicht abhielt zuvor die vorherigen Bands gebührend zu würdigen.

Serenity

Serenity

Die charismatischen Österreicher schienen überraschenderweise zuerst auf weibliche Begleitung zu verzichten. Dabei verbindet man Symphonic Metal fast unweigerlich mit Frauengesang. Trotz sehr guter Darbietung vermisste man ein wenig den femininen Part. Als ob diese stillen Rufe vernommen wurden, kam doch noch die Schweizerin „Melissa Bonny“, Sängerin der anderen Support-Band „Evenmore“, die in der zweiten Tourhälfte die Position von „Secret Rule“ übernimmt, auf die Bühne.

Wie bei den Landsleuten von „Visions of Atlantis“ ist auch mit „Andreas Schipflinger“ der Schlagzeuger der letzte Begründer an Bord. Doch mit dem gut aufgelegten Sänger „Georg Neuhauser“,  der mit einer guten Packung Humor zwischen den Titeln aufwartete, ist noch zusätzlich eine prägende Galionsfigur aus der Anfangszeit dabei.

Serenity

Serenity

Mit einem Augenzwinkern wurde der im Hintergrund singende Bassist „Fabio D’Amore“ gar als zweite Gastsängerin vorgestellt. Ihre lockere, erheiternde Art bestätigte das generell sympathische Auftreten der Österreicher, Entschuldigung, in diesem Fall Tiroler, worauf auch explizit seitens des Sängers, ebenfalls nicht ganz bierernst, hingewiesen wurde.

Musikalisch besonders stimmungsvoll waren die Momente, wenn Titel wie die Mitsingballade „Fairytales“, vorgetragen durch Georgs recht zarten und doch aussagestarken Gesang und Melissas tatkräftiger Unterstützung, gespielt wurden.

Sie ließen sich nicht lumpen nach dem finalen Jubel der Anhängerschaft einige Zugaben zu bieten.

Bei der ersten steuerte der „Franke“ in der Mannschaft, Gitarrist „Christian Hermsdörfer“, die einzigen Growls des Abends bei. Dann baten sie im Anschluss Federica von „Sleeping Romance“ erneut auf die Bühne, um mit ihnen zu singen.

Alle Sinne der anwesenden Symphonic-Liebhaber wurden von den vier Formationen im hohen Maße bedient und ergefüllt. Auch Zuschauer, die das Genre etwas skeptischer betrachteten, wurden zumindest von der positiven Energie ihres Schaffens überzeugt.

Nachbericht: Daniel Oestreich

Das interessiert euch bestimmt auch:

Rueckblicke