Metalogy.de - Das Magazin für Metalheadz
Metal-Review: Avandra – Descender Metal-Review: Avandra – Descender
Der Hurrican, der Prog und das Traurige daran. Descender, die Neue von Avandra. Metal-Review: Avandra – Descender

Der Hurrican, der Prog und das Traurige daran. Descender, die Neue von Avandra.

Begonnen als Einmann-Projekt und nachdem Hurrican „Maria“ jeden Gedanken an Live- Performances des Erstlings „Tymora“ (2017) weggefegt hatte, fand sich Christian Ayala im Nichts seines verwüsteten Puerto Rico wieder. Wie das sprichwörtliche Lichtlein, griff in dieser Situation der glühende Avandra Fan und Metal-Filmregisseur Nelson Varas in den Lauf der Dinge ein. Er präsentierte die Band dem Label „Blood Music“. Zwischen dem Nichts und internationaler Anerkennung lag ein Wimpernschlag.

Das neue Album der Puertorikaner wurde von Spitzenleuten hergestellt, wie etwa der Master vom renommierten Magnus Lindberg, der eine weitere Zeile an seine endlose Kundenliste anhängen darf.

Es gibt Beiträge von Granden, wie Kevin Moore (ex Dream Theater, Chroma Key, OSI), Richard Henshall (Haken), und eine Daniel Schwartz (Astronoid), was die Bedeutung des Werkes unterstreicht.

Das Album ist eine Offenbarung, zumal aus der Hand von Newcomern. Es steht zwischen ProgRock und ProgMetal, hat eine grauere Atmosphäre, zuweilen melancholische Zeiten. Ein distinktiver Sound mit hohem Wiedererkennungswert, tolles Songwriting und Hooklines, die sich tatsächlich verhaken, zeichnen durchwegs alle Songs aus. Weniger das Handwerkliche,  als mehr das Feeling stehen im Vordergrund.

Selbstverständlich darf auf keiner Prog-Platte ein Dreizehnminuten- Masterpiece fehlen. „Adder’s Bite“ versorgt uns damit. Die ersten Kilometer werden von einer akustischen Gitarre bewältigt, die beschaulich Akkorde vorsich hin zerlegt. Ganz Progmetal, setzt sodann eines Taktstriches, das volle Orchester ein, das sich dann in einem Zwischenspiel noch einmal zu steigern weiß. Jetzt greifen dann langsam die verkorksten Rhythmus- und Taktwechsel, die uns Proggern sonst fehlen würden. Es möge der Song nicht enden, jedoch bringt dann ein versöhnliches Outro die Sache an ein gutes Ende. Der zweite Platz geht an das dynamische „The Narrowing Of Meaning“, mit seinen elf Minuten, die gut investierte Zeit sind.

Fazit: Ein für Newcomer sensationelles Album, man darf der Band weiterhin soviel Inspiration nebst der Transpiration wünschen. „Descender“ ist ein ausgewogenes, sehr harmonisches Album mit einem weichen, ja fast sanften Zugang zum Prog. Technik an den Instrumenten leuchtet allerorten durch, wird aber soweit im Zaum gehalten, daß die Musik fliessen kann. Die Stimmung ist durchweg bewölkt, und schält sich selten heraus an die Sonne. Eine Trauer schwingt mit, vielleicht hat das mit dem Schicksal Puerto Rico’s zu tun. Das ganze Bild wird durch das wunderbare Cover komplettiert den Herren darf ich zu einem wirklich inspirierten und gelungenen Album gratulieren.

Michael Neumann

Tracklist:

1. Beyond The Threshold Part 1 – Helios Awakens

2. Beyond The Threshold Part 2 – Helios Descends

3. A Decision Must Be Made

4. The Narrowing Of Meaning

5. Even You

6. Adder’s Bite

7. Derelict Minds

8. Q.E.

Avandra sind: Christian Ayala – Gitarre Vocals, Louis Javier Rivera – Gitarre, Gabriel Alejandro Rodriguez – Bass, Adrián Arroyo Drums

Das interessiert euch bestimmt auch:

Reviews