Metal zum Anfassen – das UOB 2026 in Ulmbach
FotostreckenNewsRückblicke 22. Juni 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Matschige Wege, familiäre Atmosphäre und jede Menge hochklassige Live-Musik – das UOB – Ulmich om Braand Festival 2026 bewies einmal mehr, warum kleine Festivals oft die größten Erlebnisse bieten. Von mitreißenden 80er-Rock-Hymnen über aufstrebende Newcomer bis hin zum umjubelten Headliner Udo Dirkschneider erwartete die Besucher ein Wochenende voller Leidenschaft, Spaß und echter Metal-Kultur. Warum das UOB für mich zu den Highlights des Festivaljahres gehört, lest ihr im folgenden Bericht von Gernot Döhne-Jochmann.
Langsam wurde es Zeit, die Festivalsaison 2026 einzuläuten! Fast hätte ich den Termin sogar verschlafen, doch rechtzeitig erreichte mich eine Erinnerung von Dirk „Dykes“. Also ging es am Freitag, dem 12. Juni, direkt nach Feierabend nach Ulmbach zum UOB – Ulmich om Braand Festival am Schützenhaus.
Nachdem Auto und Campingausrüstung auf dem Campground beziehungsweise Tagesparkplatz verstaut waren, machten wir uns auf den bierbegleiteten Fußmarsch zum Festivalgelände. Ganz einfach war das nicht: In den Tagen zuvor hatte es kräftig geregnet, sodass uns stellenweise beinahe wackenähnliche Verhältnisse erwarteten.
Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. Die Vorfreude war überall spürbar, als das Festival schließlich von HotWire eröffnet wurde. Mit unwiderstehlichem 80er-Jahre-Charme ließen sie Bon Jovi und Co. in bester Hard-Rock-Manier hochleben.
Nach einer kurzen Umbaupause folgte V.E.R.S.U.S. mit provokanten Texten und geradlinigem Deutsch-Punk-Metal. Ob man das Genre nun tatsächlich so nennt oder nicht – die Band wusste auf ganzer Linie zu überzeugen, und das Festzelt füllte sich zusehends.
Als dritte Band des Abends betraten Journeye die Bühne. Wie der Name bereits vermuten lässt, hat sich die Coverband dem Sound der legendären Journey um Ausnahme-Sänger Steve Perry verschrieben. Die stimmlichen Herausforderungen werden dabei auf interessante Weise gelöst: Neben dem Leadsänger übernimmt eine Sängerin zentrale Gesangsparts. Gemeinsam kommen beide dem Original erstaunlich nahe. Für mich persönlich war Journeye das Highlight des Tages – insbesondere dann, wenn ein vollbesetztes Festzelt voller Metalheads „Don’t Stop Believin’“ nicht nur mitsingt, sondern nahezu allein übernimmt.
Den Headliner des Freitags stellte Victory mit ihrem neuen Sänger Dyan Mair. Viele kennen ihn noch aus seiner Zeit bei Bonfire. Er fügt sich nahtlos in das Bandgefüge ein und überzeugt sowohl stimmlich als auch mit seiner Bühnenpräsenz.
Zum Abschluss des ersten Tages sollte die letzte Band eigentlich auf der Rohbaubühne spielen. Allerdings war das Schlagzeug mit seinen Doppelbassdrums beinahe größer als die gesamte Bühne. Kurzerhand zog Black Jack daher auf die Hauptbühne um und präsentierte eine gelungene Mischung der größten Stadionrock-Hymnen der 1980er-Jahre.
Nicht unerwähnt bleiben darf Mike Gerold. Wie schon im Vorjahr überbrückte er an beiden Tagen die Umbaupausen mit seinen charmanten Akustiksets. Das war pures Entertainment eines Vollblutmusikers.
Nach einer kurzen Nacht mit viel Fahrerei und wenig Schlaf – aus logistischen Gründen musste ich pendeln – ging es am Samstagmittag weiter. Während ich noch über den langsam abtrocknenden Matschweg zum Schützenhaus lief, erklang bereits der Opener des Tages: eine Coverversion von Judas Priests „Turbo Lover“, die dem Original in nichts nachstand. Verantwortlich dafür waren Sirens Curse, die anschließend auch mit ihren eigenen Songs eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in ihnen steckt. Von dieser Band wird man mit Sicherheit noch hören.
Fotostrecke von Gernot Döhne-Jochmann
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de



































































