Metalogy.de - Das Magazin für Metalheadz
Deep Purple in der Stadthalle Wien – zeitlos und immer noch genial – 2 FOTOSTRECKEN und Nachbericht Deep Purple in der Stadthalle Wien – zeitlos und immer noch genial – 2 FOTOSTRECKEN und Nachbericht
Wenn junge Musiker den Geist von Led Zeppelin atmen und Ian Gillan mit 81 Jahren daran erinnert, dass Alter auf einer Rockbühne manchmal nur... Deep Purple in der Stadthalle Wien – zeitlos und immer noch genial – 2 FOTOSTRECKEN und Nachbericht

Wenn junge Musiker den Geist von Led Zeppelin atmen und Ian Gillan mit 81 Jahren daran erinnert, dass Alter auf einer Rockbühne manchmal nur eine Zahl ist, dann sind wir auf einem Konzert der aktuellen Deep Purple Tour. In diesem Fall ist es die Wiener Stadthalle, die von den Veteranen der Rockgeschichte vorgestern in einen brodelnden Kessel verwandelt wurde. Sieben Jahrzehnte der Musikgeschichte auf einer Bühne.  

Erst stehen unter dem Namen Jayler aus UK blutjunge Musiker auf der Bühne und spielen mit einer Selbstverständlichkeit, mit der eine neue Generation den Sound ihrer Vorbilder für sich entdeckt. Led Zeppelin lassen grüßen, der Blues sitzt tief in den Riffs, der Rock drückt nach vorne. Ich hatte die Ehre, das letzte Konzert der Originalformation von Led Zeppelin in meiner Jugend live gesehen zu haben. Und vorgestern fühlte ich mich tatsächlich in diese Zeit zurückversetzt. Sogar optisch – abgesehen vom zum Bandstil gehörenden Vintagestil – erinnerte der lockenköpfige Frontmann und Sänger JAMES BARTHOLOMEW stark an Robert Plant. Das Publikum feierte die Band und zeigte sich begeistert über die Virtuosität, die die Jungs im zarten Alter von – ich denke kaum 20 Jahren – an den Tag – oder genauer Abend – legten.

Als dann Deep Purple die Bühne enterten, wurde aus Retro auf einen Schlag Gegenwart. Ian Gillan ist 81! Jahre alt. Eine Zahl, die auf dem Papier gewaltig klingt und auf der Bühne für einige Stunden ihre Bedeutung verliert. Denn Gillans Stimme ist noch immer da – markant, kraftvoll und absolut unverwechselbar. Sie trägt die Jahrzehnte in sich, aber sie wird von ihnen nicht erdrückt. Im Gegenteil. Jeder Ton klingt nach Erfahrung, nach unzähligen Bühnenacts und einer Geschichte, die nicht erzählt werden muss, weil sie hörbar ist. Genial!!!! Und wer sich nicht mehr erinnern kann – Gillan sang damals auch den Jesus aus dem Musical Jesus Christ Superstar derartig beeindruckend, dass diese Aufnahmen als die beste Interpretation in die Geschichte eingingen. Hört euch bitte unbedingt einmal Gethsemane von ihm gesungen an. Zum Niederknien. Er ließ es sich auch nicht nehmen, eine sekundenlange Passage davon in eine der Improvisationssessions beim Gig einfließen zu lassen.

Neben ihm Roger Glover, Don Airey und Ian Paice. Ui, weitere Legenden! Musiker, deren Namen ebenfalls untrennbar mit der Geschichte des Hard Rock verbunden sind. Und ja, auch die drei beeindrucken immer noch mit Können, Virtuosität, unschlagbarer Bühnenpräsenz und Publikumsnähe.

Und auch Simon McBride, der jüngere Gitarrist, der erst seit 2022 Teil dieser außergewöhnlichen Konstellation ist, passt hervorragend zur Band. Was auf den ersten Blick wie ein Generationsgap wirkt, verschmilzt musikalisch zu einer Einheit. Paice und Glover liefern das Fundament, McBride bringt Spannung und frische Energie. Nicht zuletzt setzt Gillan mit seiner Stimme den unverwechselbaren Stempel darauf. Deep Purple eben!

Eigentlich könnten sich die Herren längst auf ihrem Ruhm auszuruhen. Mehr als 100 Millionen verkaufte Alben, sieben Jahrzehnte Bandgeschichte. „Hush“, „Smoke on the Water“, „Highway Star“ – übrigens neben Perfect Strangers mein absolutes Lieblingslied von Deep Purple – jeder einzelne Song der Großmeister des Hard Rock ein Superhit. Umso beeindruckender, dass sie uns auch weiterhin solche Liveerlebnisse gönnen wie der Gig in der Wiener Stadthalle. Übrigens spitzenmäßig organisiert von Barracuda Music. Danke.

Bei „Perfect Strangers“ flippte dann nicht nur ich komplett aus, der Song bekam auch noch einen besonderen Moment. Die Geigerin Lidia Baich erweiterte den bekannten Hit um eine unerwartete Farbe, gab ihm Spannung und einen zusätzlichen Schub. Und das Publikum zeigte sich auch hier begeistert.

Man spürte einfach, dass nicht nur Erinnerungen gefeiert werden. Natürlich sind viele der Menschen in der Halle mit Deep Purple im wahrsten Sinne des Wortes alt geworden. Ich gehöre ja auch dazu. Aber zwischen ihnen standen in der Halle auch viele junge Fans, die die Band nicht aus eigener Jugend kennen aber dennoch mit Jubelrufen überschütteten, eifrig das Tanzbein schwangen und sich sichtlich wohl fühlten.

Während also Jayler zu Beginn bewiesen haben, dass die Musik der großen britischen Rockjahre unserer Jugendzeit auch eine junge Generation noch elektrisieren kann, beeindruckten Deep Purple mit Geschichtsträchtigkeit gepaart mit Zeitlosigkeit. 1968 gegründet, sieben Jahrzehnte später noch immer unterwegs – Langlebigkeit trifft hier auf Leidenschaft.

Als das großartige Konzert in der Wiener Stadthalle zu Ende ging, blieb das unbeschreiblich geile Gefühl, eine vertraute und für die Musikentwicklung bahnbrechende Band gesehen zu haben, deren Musik in alle Ewigkeit geliebt und gefeiert werden wird.

Viel Spaß beim Ansehen meiner FOTOSTRECKEN. Um solch eine Fotostrecke zusammenstellen zu können, ist stundenlange Arbeit nötig. Ich bekomme dafür kein Geld und bitte euch, sie nicht ohne Erlaubnis zu kopieren. Auch nicht aus den Socials. Wenn Interesse an Bildern besteht, seid bitte so ehrlich und setzt euch mit mir in Verbindung. 

Wenn ihr auf ein Bild klickt, wird es groß, dann könnt ihr blättern und weiterscrollen. Meist gibt es mehrere Seiten voller Bilder.

Deep Purple

Jayler

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de