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Ice Nine Kills im Schlachthof Wiesbaden – Konzertbericht Ice Nine Kills im Schlachthof Wiesbaden – Konzertbericht
Ice Nine Kills im Schlachthof Wiesbaden – wenn die Show die Musik verschlingt. Ice Nine Kills lieferten im Schlachthof Wiesbaden zwar die Horror-Show, für... Ice Nine Kills im Schlachthof Wiesbaden – Konzertbericht

Ice Nine Kills im Schlachthof Wiesbaden – wenn die Show die Musik verschlingt. Ice Nine Kills lieferten im Schlachthof Wiesbaden zwar die Horror-Show, für die sie weltweit gefeiert werden, doch während die Musik auf allen Ebenen überzeugte, drohte die zunehmend exzessive Splatter-Inszenierung die eigentlichen Stärken der Band zu überdecken.

Ihr kennt mich, ich überschlage mich meist vor purer Begeisterung nach Gigs, aber diesmal gibt es auch ein bisschen Kritik. Als die US-Amerikaner Ice Nine Kills kürzlich im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden Station machten, bewies sie all ihre musikalischen Stärken. Gleichzeitig zeigte der Abend aber auch, wie schmal der Grat zwischen außergewöhnlicher Inszenierung und Geschmacklosigkeit sein kann.

Bereits der Support TX2 sorgte für Bewegung in der Halle. Der US-Amerikaner vermischt Emo, Pop-Punk, Alternative Rock, Hip-Hop und Metalcore zu einem modernen Sound, der insbesondere bei jüngeren Konzertbesuchern gut ankam. Der Auftritt brachte zweifellos die nötige Energie mit, um das Publikum auf den Hauptact einzustimmen.

Musikalisch beeindruckend – keine Frage. Die Band spielte mit enormer Präzision, alles saß punktgenau, die Gitarrenarbeit überzeugte und die eingängigen Refrains ließen kaum vermuten, was die Texte wohl aussagen. Gerade die Verbindung aus Härte und Melodie gehört zu den großen Stärken der Band, jedoch entwickeln die meisten Songs Dynamik und Eingängigkeit, die sich auch ohne die überstrapazierte Horror-Kulisse behaupten könnten.

Die Show beansprucht derart viel Aufmerksamkeit, dass die Musik zeitweise zur Nebensache wird. Und das ist richtig schade. Was auf den ersten Blick spektakulär wirkt, verliert mit zunehmender Dauer etwas von seiner Wirkung. Natürlich gehört diese „Ästhetik“ zum Markenkern von Ice Nine Kills. Die Band versteht ihre Konzerte ausdrücklich als Hommage an Horror-Klassiker wie „Halloween“, „Freitag der 13.“ oder neuere Filme, die sich hart an der Grenze des Unerträglichen bewegen, wie „Terrifier“. Ich selbst habe den Film zum Glück nie gesehen und werde ihn mir auch ganz sicher niemals anschauen. Denn Gewaltverherrlichung verträgt sich in keinster Weise mit meinen ethischen Wertmaßstäben.

Das Publikum im Schlachthof störte das allerdings wenig. Die Fans feierten jede Referenz auf bekannte Horrorfilme, sangen die Refrains lautstark mit und reagierten eher unberührt auf jede neue Schockszene. Wer genau diese Mischung aus Konzert, Theater und Splatterfilm erwartet hatte, bekam das auch.

Fazit: Man muss Ice Nine Kills eines lassen – die Band versteht es, Metalcore in ein aufwendiges Spektakel zu verwandeln. Am Ende bleibt jedoch ein zwiespältiger Eindruck. Ice Nine Kills sind ohne Zweifel eine, musikalisch gesehen, hervorragende Band mit starken Songs, hoher spielerischer Qualität und einem bemerkenswerten Gespür für Melodien. Gleichzeitig wirkt die permanente Eskalation der Horror-Elemente überstrapaziert. Ein Konzertabend zwischen musikalischem Genuss und optischem Befremden. Und: Für mich ist und bleibt eine der besten Metalnummern aller Zeiten „The Laugh Track“. Danke an Ice Nine Kills für diese großartige Nummer!

Diesmal keine Fotostrecke, denn Fotografen wurden für diesen Gig nicht zugelassen. Ich verstehe jetzt auch, warum. 🙂

Und noch eine wichtige Sache: Die Band sollte für ihre Show spezifische Warnungen und Jugendschutz-Hinweise deponieren.

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de