INTERGASTRA 2026 – Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Konzepte sind die Zukunft der Gastrobranche
FotostreckenNewsRückblickeWissenswertes 17. Februar 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Die INTERGASTRA 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark sich Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung im Wandel befinden. Unter anderem bestimmten nachhaltige Geschäftsmodelle, pflanzenbasierte Innovationen und strukturelle Lösungen für die Kita- und Schulverpflegung das Messegeschehen. Damit positionierte sich die Gastro-Leitmesse erneut als strategischer Impulsgeber einer Branche, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität zunehmend umsetzt und lebt.
Orientierung in Zeiten struktureller Transformation
Mit über 80.000 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern bestätigte die INTERGASTRA ihre Rolle als zentrale Plattform der Hospitality-Branche im deutschsprachigen Raum. Im Fokus standen nicht nur Produkte, auch ganzheitliche Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen bestimmten die Themenauswahl:
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steigende Energie- und Rohstoffkosten
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Fachkräftemangel und veränderte Ausbildungsprofile
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wachsende regulatorische Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit
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verändertes Konsumverhalten mit stärkerem Fokus auf Transparenz und Herkunft
Anstelle klassischer Produktschau setzte die Messe auf kuratierte Themenwelten, Diskussionsformate und praxisnahe Best-Practice-Beispiele. Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und innovative Ernährungskonzepte bildeten dabei die inhaltliche Klammer zahlreicher Aussteller- und Bühnenformate.
Gemeinschaftsverpflegung als strategischer Hebel
Mit der Sonderschau „Klasse(n)essen – LunchLab“ rückte erstmals die Gemeinschaftsverpflegung systematisch in den Mittelpunkt. Hintergrund ist der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in deutschen Grundschulen, der die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Schul- und Kitaverpflegung deutlich erhöhen wird.
Im Zentrum standen konkrete Fragestellungen wie:
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nachhaltige Beschaffung mit regionalen und saisonalen Lieferketten
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Einhaltung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards (z. B. DGE-Orientierung)
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Aufbau regionaler Wertschöpfungsstrukturen
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digitale Bestell-, Abrechnungs- und Warenwirtschaftssysteme
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pädagogische Verankerung von Ernährungsbildung im Schulalltag
Gerade hier zeigt sich das Potenzial pflanzenbasierter Konzepte besonders deutlich. Studien belegen, dass eine stärker pflanzenbasierte Ernährung den ernährungsbedingten CO₂-Ausstoß signifikant reduzieren kann. Zudem sinkt der Flächen- und Wasserverbrauch im Vergleich zu tierischen Produkten erheblich.
Pflanzenbasierte Speisepläne ermöglichen darüber hinaus:
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bessere Planbarkeit von Wareneinsatz und Kalkulation
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Berücksichtigung religiöser und kultureller Ernährungsformen
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Reduktion von Lebensmittelabfällen durch vielseitig einsetzbare Zutaten
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Erfüllung steigender Erwartungen von Eltern und Trägern an Nachhaltigkeit
Unter dem Motto „Schule isst Teamwork“ wurde deutlich: Erfolgreiche Gemeinschaftsverpflegung entsteht im Zusammenspiel von Kommunen, Caterern, Produzenten, Politik und Bildungseinrichtungen.
NEWFOOD X NOW – Innovationsmotor für pflanzenbasierte Märkte
Mit der Premiere der Sonderausstellung NEWFOOD X NOW setzte die Messe ein starkes Signal für die Zukunft der Ernährung. Rund 50 Start-ups präsentierten dort neue Konzepte für Gastronomie, Handel und Gemeinschaftsverpflegung.
Im Mittelpunkt standen unter anderem:
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pflanzliche Fleisch-, Fisch- und Molkereialternativen auf Basis von Erbsen-, Soja- oder Ackerbohnenprotein
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fermentationsbasierte Proteinlösungen (z. B. durch Präzisionsfermentation)
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hybride Produkte mit reduziertem Tierproteinanteil zur schrittweisen Transformation von Speiseplänen
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Zero-Waste-Konzepte zur vollständigen Verwertung von Rohstoffen
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nachhaltige Verpackungssysteme mit Recycling- oder Mehrweglösungen
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transparente Lieferketten mit digitaler Rückverfolgbarkeit und Viles mehr
Der Markt für alternative Proteine wächst seit Jahren dynamisch. Damit wurde klar: Pflanzliche Küche ist kein Nischenthema mehr, sondern ein eigenständiger wirtschaftlicher Faktor mit Innovationskraft.
Verantwortung als Genussprinzip
Initiativen wie „freakstotable“ stellten die kulturelle Dimension nachhaltiger Ernährung in den Mittelpunkt. Unter dem Leitgedanken „Zukunft Geschmack“ wurde Genuss nicht als Verzicht, vielmehr als Qualitätsversprechen interpretiert.
Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext:
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bewusste Auswahl hochwertiger, saisonaler Rohstoffe
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Reduktion von Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
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stärkere Wertschätzung handwerklicher Verarbeitung
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sensorische Vielfalt durch pflanzliche Zutaten
Insbesondere vegane und saisonale Konzepte profitieren von dieser Neubewertung: Sie verbinden ökologische Verantwortung mit kulinarischer Kreativität.
Nachwuchsförderung als Transformationsfaktor
Das Young Talents Camp machte deutlich, dass die Transformation der Branche eng mit neuen Kompetenzprofilen verknüpft ist. Junge Fachkräfte interessieren sich zunehmend für:
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nachhaltige Küchen- und Betriebskonzepte
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pflanzenbasierte Menüentwicklung
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digitale Food-Technologien und Automatisierung
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verantwortungsvolle Unternehmensführung mit klarem Werteprofil
Betriebe, die Nachhaltigkeit strategisch verankern, positionieren sich damit nicht nur ökologisch, sondern auch als attraktive Arbeitgeber.
Nachhaltigkeit als wirtschaftliches Muss
Ob bei Wettbewerben wie der Pizza Europa Liga, im Food & Concept Court oder im Messeduo mit der GELATISSIMO– ressourcenschonende Zutaten, energieeffiziente Technik und pflanzenbasierte Produktentwicklungen waren branchenübergreifend präsent und entpuppen sich immer mehr als wirtschaftliche Notwenigkeiten.
Neben wirtschaftlichen Perspektiven standen aber auch strukturelle Fragen im Mittelpunkt:
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Wie lassen sich Energiekosten dauerhaft senken?
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Welche Rolle spielen regionale Liefernetzwerke in Krisenzeiten?
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Wie kann Nachhaltigkeit messbar und kommunizierbar gemacht werden?
Die positive Branchenstimmung zeigte: Nach herausfordernden Jahren rückt neben der wirtschaftlichen Stabilisierung auch die langfristige Transformation in den Fokus.
Fazit: Die INTERGASTRA 2026 hat deutlich gemacht, dass Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Ernährung keine kurzfristigen Trends sidn, sie werden zunehmend zu zentralen Treibern der Hospitality-Branche. Mit innovativen Start-ups, praxisnahen Konzepten und klarer thematischer Fokussierung zeigte die Messe, dass die Zukunft der Gastronomie pflanzenbasierter, ressourcenschonender und kooperativer wird. Nachhaltige Strategien sind dabei kein Imagefaktor mehr, sie sind betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit. Die INTERGASTRA hat damit nicht nur Trends sichtbar gemacht – sie hat ihre Umsetzung aktiv vorangetrieben.
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