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Nachbericht Helmet, am 22. September 2019 in der Szene Wien Nachbericht Helmet, am 22. September 2019 in der Szene Wien
Wenn die, seit den Achtzigerjahren aktiven Helmet in die Stadt kommen, macht die Altersstruktur im Publikum einen Spagat. Nachbericht Helmet, am 22. September 2019 in der Szene Wien

Wenn die, seit den Achtzigerjahren aktiven Helmet in die Stadt kommen, macht die Altersstruktur im Publikum einen Spagat.

Wenn die, seit den Achtzigerjahren agierenden Helmet in die Stadt kommen, macht die Altersstruktur im Publikum einen Spagat. Einerseits kommen jene, die damals dabei waren, als der New York Hardcore in Fahrt kam und Bands, wie Black Flag den englischen Punk ins Amerikanische übersetzten. Andererseits junge, vielleicht mit dem NuMetal aufgewachsene Fans, als deren Vorreiter Helmet öfter angesehen werden. Angenehm wenige Smartphones in der ehrwürdigen Szene Wien versuchten die Urgewalt da vorne in Videoclips zu verewigen, die sich dann eh keiner anschaut.

Helmet sind die Baseballschläger des Metal. Das Schlagzeug, als zentrales Instrument im Live-Mix knüppelt auf das Brustbein und versetzt alles mögliche da drin in Schwingung. Auch sehr prominent im Klangbild vertreten, massiert der Bass die Magengegend. Die beiden Gitarren sind ebenfalls dem strengen Diktat des Rhythmus unterworfen. Sänger, Master Mind und Gitarrist Page Hamilton traktiert die Gitarre mit einem Powerchord Stakkato, sanfte Töne unterlässt er. Auch sein Gesang ist mehr Rhythmusinstrument, wie er selbst sagt. Er kotzt Textfetzen ins Publikum immer möglichst knapp, ohne Vibrato oder sonstigen Zierrat. Gerade heraus, knüppelhart, trocken, zeigt sich auch der Gesamtsound der Band. Das Reinheitsgebot des Core, die Reduktion, aber das richtig!

Als einziges verbliebenes Gründungsmitglied sieht Page Hamilton seinem Sechziger entgegen, er zeigt dennoch keine Altersmilde. Keine Ballade stört das Geballer. Außer vielleicht das schräge Sam Hell, das mit seinem Fünfzigerjahre Appeal, seiner  Steelgitarre und Verzerrermikro aus einem Tarantino-Film stammen könnte. Eine Lockerungsübung, eine Gnadenfrist für das Publikum, das noch genug zu ertragen haben wird.

Mit Wilma’s Rainbow, I Know, Milquetoast, Driving Nowhere, sowie Ironhead, Unsung, oder In The Meantime vom gleichnamigen essentiellen Album aus 1992, war auch viel Unverzichtbares auf der Setlist.

Fazit: Helmet sind immer noch eine hochenergetische Band und hämmern dir den Sound der großen Stadt nachdrücklich ins Gedächtnis. Ein gelungener Gig, der nach zwei Stunden viele glückliche Gesichter in den gemütlichen Hof der Szene zur Nachbesprechung entließ.

Helmet sind: Page Hamilton: Gitarre, Gesang – Dan Bemann: Gitarre, Kyle Stevenson: Drums, Dave Case: Bass

Michael Neumann

 

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