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DUNE mit neuer EP „Years of Chains“ – eine Reise durch Dunkelheit, Trauma und musikalische Wut DUNE mit neuer EP „Years of Chains“ – eine Reise durch Dunkelheit, Trauma und musikalische Wut
DUNE blicken auf fast zwei Jahrzehnte Bandhistorie zurück – und einige skurrile, chaotische und nahezu legendäre Erlebnisse. Mit ihrer kommenden EP Years of Chains... DUNE mit neuer EP „Years of Chains“ – eine Reise durch Dunkelheit, Trauma und musikalische Wut

DUNE blicken auf fast zwei Jahrzehnte Bandhistorie zurück – und einige skurrile, chaotische und nahezu legendäre Erlebnisse. Mit ihrer kommenden EP Years of Chains öffnet die Band erneut die Tür zu einer Welt von inneren Kämpfen, emotionalen Abgründen und roher Energie.

Gegründet um 2004, gehörten DUNE zur ersten großen Welle der saudischen Metalszene. Nach einer Pause ab 2007 kehrte die Band 2021 zurück – stärker denn je. Seitdem spielte sie unter anderem beim Riyadh Inferno, beim Riyadh Desert Rock Fest 2022, sowie bei zahlreichen Metal Nights im Soroor Music Centre und im Syrup Lounge. DUNE teilten bereits Bühnen mit Acts wie DUSK, ENTROPIA, MOUJA, LICENSE TO KILL, Immortal Pain, GIMMIX, Crimson, Reprobate und APOY.

Die Thrash-Metal-Band, die seit ihrer Wiederauferstehung 2021 wieder festen Boden unter den Füßen hat, verbindet auf ihrem neuen Werk ihre Wurzeln mit modernen Einflüssen wie Djent, Nu-Metal, orientalischen Elementen und Groove-Metal.

Ein düsteres Gesamtkonzept – auch visuell

Das Artwork der EP spiegelt exakt das wider, was die Songs thematisieren: innere Zerrissenheit und das langsame Abgleiten in dunkle mentale Räume. Textfragmente aus jedem Track strömen in einen Totenkopf – und zugleich aus Augen und Mund wieder heraus. Ein Bild für das Überlaufen der Gedanken – wo Druck, Wahnsinn und Schmerz ungeschönt aufeinandertreffen.

Entstehung in der Dunkelheit

Years of Chains entstand aus einem Mix aus harter Arbeit, hohen Ambitionen und einer großen Portion dunkler Energie. Die Band beschreibt das Songwriting als kathartische Auseinandersetzung mit tief verwurzelten persönlichen Traumata und kulturellen Einflüssen.
Der Aufnahmeprozess selbst war geprägt von Spaß – aber auch von Perfektionismus mit dem Ziel, jeden Track so klingen zu lassen, wie die Band ihn sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Track-by-Track

1. Sieve

Ein unheilvoller Auftakt. Von gespenstischen Klängen steigert sich der Song zu einem Ausbruch aus Chaos und Aggression – und setzt den Ton für den Rest der EP.

2. „Reject“ im Endlos-Update-Modus

Der Track wurde mehrfach neu gebaut, auseinandergerissen und zusammengesetzt. Die ursprüngliche Demo-Version hat kaum noch etwas mit dem finalen Song gemein.

Ein grooviges Stück mit düsterem narrativem Kern. Mehrfach komplett überarbeitet, bis die endgültige Version ihre heute charakteristische Straffheit bekam.

3. Insidious

Eine schwere, dichte Reise durch persönliche Verwirrung, Herzschmerz und mentale Ausnahmesituationen. Emotional roh, musikalisch mitreißend.

4. „Refuge“ – der Song, der jahrelang verfolgt hat

Bereits 2007 wurde Refuge mehrfach aufgenommen, aber nie war die Band mit dem Ergebnis zufrieden. Entweder stimmte die Qualität nicht oder der Sound passte nicht zur Vision. Der Vocal-Track war so intensiv, dass der Sänger am nächsten Tag Schmerzen an… ungewöhnlicher Stelle spürte – dennoch wanderte die Aufnahme in den Papierkorb.

Ein Track, der direkt ins Gesicht schlägt: schnelle, harte Riffs, wütende Energie und beinahe dämonischer Gesang. Gleichzeitig ein Song mit langer Bandgeschichte.

Fazit: „Years of Chains“ vereint schwere Gitarren, percussive Basslines, virtuose Drums und aggressive Vocals, durchdrungen von einer klaren nahöstlichen Klangsignatur.

Lustige Hintergrund-Anekdoten

1. Bassist per Supermarkt-Anzeige rekrutiert

Bassist Mamdoh stieß auf ungewöhnliche Weise zur Band: Der Sänger fand in einem Supermarkt an einer Pinnwand eine Anzeige eines Anfängers, der Bassunterricht suchte. Er rief an, gab sich als Basslehrer aus, um ihn eigentlich heimlich fürs Bandprojekt zu rekrutieren. Der Plan ging auf, die Chemie stimmte sofort.

2. Nächtliche Jam-Sessions im Hotelrhythmus

Sänger Samer und Ex-Gitarrist Yazan trafen sich regelmäßig spät nachts zum Schreiben, da Samer damals als Hotelrezeptionist arbeitete und nur in den frühen Morgenstunden Zeit fand.

3. Der große Diebstahl – kompletter Bandstuff weg

In den frühen Jahren (2005/2006) wurde der Band nach einer Probe das komplette Equipment aus den Autos gestohlen – Gitarren, Bass, Amps, Effekte, Mikrofone. Für die junge, finanziell knappe Band ein harter Schlag. Nach Monaten des Sparens schafften sie es jedoch, alles wieder aufzubauen und weiterzumachen.

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de