

Was haben Metal und Waldschutz gemeinsam? Mehr, als man denkt. Savage Lands und das Bergwaldprojekt versuchen die internationale Metal-Szene für konkreten Naturschutz zu mobilisieren und planen dafür Deutschlands ersten „Metal Forest“.
Laute Musik und stille Wälder liegen auf den ersten Blick weit auseinander? Nein, so ist es ganz und gar nicht! Savage Lands und Bergwaldprojekt e.V. arbeiten daran, genau diese Distanz zu überwinden.
Die internationale Metal-Naturschutzorganisation und der Würzburger Verein starten eine langfristige Zusammenarbeit, die aus der Reichweite einer globalen Musikszene konkretes Engagement für die Biodiversität machen soll.
Am Anfang steht kein Festival und auch keine reine Spendenkampagne, sondern praktische Arbeit im Wald. Als ersten gemeinsamen Schritt planen die beiden Organisationen einen Arbeitseinsatz zur Wiederherstellung eines geschädigten Waldökosystems in Deutschland. Künstlerinnen, Fans und weitere Unterstützerinnen sollen dabei selbst mit anpacken.
Langfristig geht die gemeinsame Idee noch weiter. Savage Lands und das Bergwaldprojekt planen Waldflächen in Deutschland zu erwerben und für eine natürliche Waldentwicklung und den Schutz der Biodiversität zu sichern.
Daraus soll Deutschlands erster „Metal Forest“ entstehen – ein realer, dauerhaft geschützter Ort statt eines symbolischen Projekts mit begrenzter Laufzeit.
Savage Lands wurde von keinem Geringeren als Megadeth-Schlagzeuger Dirk Verbeuren und Musiker und Aktivist Sylvain Demercastel gegründet. Die Non-Profit-Organisation nutzt die internationale Metal-Szene als Plattform für den Schutz von Ökosystemen. Mit der Initiative „Army of the Trees“ bringt sie Musiker*innen, Festivals, Fans und Naturschutzorganisationen zusammen. Nach eigenen Angaben fließen 100 Prozent der Musik-Tantiemen in Naturschutz- und Ökosystemprojekte.
Das Bergwaldprojekt bringt die praktische Erfahrung aus mehr als drei Jahrzehnten Naturschutzarbeit ein. Seit 1991 organisiert der Verein Freiwilligeneinsätze in Wäldern, Mooren und Offenlandschaften. Mehr als 50.000 Menschen haben sich daran bislang beteiligt. Allein 2026 sind rund 5.000 Freiwillige bei mehr als 170 Projektwochen an etwa 90 Standorten in Deutschland in Aktion.
„Savage Lands hat eine große Reichweite in der Kulturszene, die sie für konkretes Handeln zum Schutz der Ökosysteme mobilisieren kann. Wir bieten jahrzehntelange Erfahrung in der Planung und Durchführung von Naturschutzeinsätzen“, sagt Stephen Wehner, Geschäftsführer des Bergwaldprojekts.
Gemeinsam wolle man zeigen, was möglich sei, wenn die Metal-Community zu einer Kraft für stabile Ökosysteme werde.
Auch für Savage Lands steht die Verbindung von Kultur und praktischem Handeln im Mittelpunkt. „Ein Festival kann für ein Wochenende eine Bühne schaffen. Gemeinsam können wir Wald für Generationen bewahren“, so Mitgründer Sylvain Demercastel.
Damit aus der Idee tatsächlich ein eigener Wald wird, setzen die Initiatoren auf die Szene selbst. Festivals, Künstlerinnen, Veranstalterinnen, Unternehmen, Medien und Fans sind eingeladen, sich an der Allianz zu beteiligen.
Der „Metal Forest“ soll dabei nicht nur ein ungewöhnliches Kapitel in der Geschichte der Metal-Szene werden. Er steht für einen Ansatz, bei dem aus Aufmerksamkeit Beteiligung und aus kultureller Energie langfristiger Naturschutz entstehen wird.
Hedaerbild: Corentin Charbonnier Wereal
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de





