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Zwischen Meditation und hochkomplexem Metal – Haken, Ions und Ihlo in der SiMM City Wien – FOTOSTRECKE und Nachbericht Zwischen Meditation und hochkomplexem Metal – Haken, Ions und Ihlo in der SiMM City Wien – FOTOSTRECKE und Nachbericht
Drei Bands aus drei völlig unterschiedlichen Klangwelten luden am Freitag in die SimmCity Wien. Ions eröffneten meditativ und wahnsinnig stark, Ihlo brachten progressive Härte... Zwischen Meditation und hochkomplexem Metal – Haken, Ions und Ihlo in der SiMM City Wien – FOTOSTRECKE und Nachbericht

Drei Bands aus drei völlig unterschiedlichen Klangwelten luden am Freitag in die SimmCity Wien. Ions eröffneten meditativ und wahnsinnig stark, Ihlo brachten progressive Härte dazu und Haken verwandelten die SiMM City schließlich in einen Ort musikalischer Präzision, emotionaler Wucht und schier unglaublicher Komplexität.

Das war mal wieder ein richtig geiler Konzertabend! Einer von der Sorte, die noch lange danach im Kopf nachhallen.

Los ging es um 20h mit der sympathischen Progressive-Metal-Band aus Prag. Statt das Publikum mit brachialer Härte zu überrollen, bauten die Musiker eine Atmosphäre auf, die fast etwas Meditatives hatte. Ihre Musik ließ Raum, entwickelte Spannung und zog einen langsam in ihre eigene Klangwelt hinein. Komplexe Strukturen und progressive Elemente waren allgegenwärtig, wirkten aber nie wie eine bloße Demonstration musikalischer Fähigkeiten. Es war vielmehr diese Mischung aus Atmosphäre, Dynamik und kontrollierter Intensität, die den Auftritt so besonders machte.

Mit Ihlo änderte sich die Stimmung. Die britische Band bewegt sich zwischen Progressive Metal, Progressive Rock, Djent und elektronischen Klangfarben und brachte Druck auf die Bühne. Besonders fiel mir auf, die Stimme von Sänger und Keyboarder Andy Robison erinnerte gesanglich ziemlich an James LaBrie – vor allem in den hohen melodisch geführten Momenten. Von Seiten der schweren Gitarren, elektronischen Flächen und verschachtelten Rhythmen entwickelte Ihlo einen technisch anspruchsvollen Sound.

Dann wurde es richtig sensationell, denn um 21h30 betraten Haken die Bühne.

Seit ihrer Gründung 2007 in London hat sich die britische Band zu einer der markantesten Größen des modernen Progressive Metal entwickelt. Alben wie Aquarius, Visions, The Mountain, Affinity, Vector, Virus und Fauna zeigen eine Band, die sich nie damit zufriedengegeben hat, einmal gefundene Erfolgsrezepte einfach zu wiederholen. Haken sind hochkomplex und sensationell gut. Daran lässt sich nicht rütteln.

Was auf dem Papier nach einer Ansammlung von Taktwechseln, ungewöhnlichen Songstrukturen, technischen Kabinettstückchen und musikalischen Experimenten klingt, funktioniert live erstaunlich unmittelbar. Die Präzision ist fast schon irritierend und gleichzeitig verschwindet sie irgendwann hinter der großartigen Musik.

Da sitzt jeder Einsatz. Jede rhythmische Verschiebung. Jede Wendung kommt mit einer Selbstverständlichkeit, die vergessen lässt, wie viel Können und Übung dahintersteckt.

Die Band fordert das Publikum, ohne es auf Distanz zu halten. Sie kann innerhalb weniger Augenblicke von filigranen Passagen in massive Gitarrenwände kippen, von komplexen rhythmischen Konstruktionen in große Melodien wechseln und dabei trotzdem eine emotionale Verbindung aufrechterhalten.

Mit in a fever dream beginnt für Haken nun ein neues Kapitel. Es ist die erste neue Musik der Band seit drei Jahren und gleichzeitig ein Stück, das eine emotional unmittelbarere Seite zeigt. Nach sieben Studioalben – zuletzt Fauna aus dem Jahr 2023 – klingt dieser Schritt weniger nach Rückblick als nach Weiterentwicklung. Gleich die erste Nummer war der Titelsong in a fever dream. Wow, obercool und gleich mal richtig arg mitreißend.

Von der beinahe meditativen Eröffnung durch Ions über die melodische Wucht von Ihlo bis zum hochpräzisen Progressive-Metal-Kosmos von Haken entwickelte sich der Konzertabend zu einer Reise, bei der jede Band ihre eigenen Akzent setzte.

Und während draußen längst die Nacht über Wien lag, blieb in der SiMM City dieses eigenartige Gefühl zurück, das die besten Konzerte hinterlassen, denn Man hat nicht einfach Musik gehört – man war für ein paar Stunden mitten in ihr.

HAKEN

Ihlo

Ions

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de