Wenn Legenden alte Mauern erzittern lassen – Megadeth und Anthrax gestern im Wiener Gasometer – FOTOSTRECKEN und Konzertbericht
FotostreckenNewsRückblicke 17. Juni 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Es gibt Konzerte und es gibt Abende, die sich wie ein Kapitel Metal-Geschichte anfühlen und es auch sind. Nostalgie warn nicht das einzige, was uns gestern im Gasometer Wien geboten wurde – Bands, die auch nach mehr als vier Jahrzehnten noch mit einer Wucht auftritt, die Generationen von Metal-Fans geprägt hat – und bis heute prägt – Thrash-Metal in seiner reinsten und feinsten Form. Viel Spaß beim Anschauen meiner Fotostrecken zu beiden Bands.
Der Wiener Gasometer, eine der markantesten Konzertlocations Österreichs, bot den perfekten Rahmen für diesen wunderbaren, wenn auch sehr heißen Abend – heiß war also nicht nur in die Musik, der Saal brodelte förmlich. Die ehemalige Industrieanlage mit ihren ikonischen Backsteinfassaden und der modernen Veranstaltungshalle zählt zu den beliebtesten Konzertstätten des Landes. Rund 4.000 Besucher finden hier Platz – nah genug an der Bühne, um jede Nuance mitzuerleben, groß genug für internationale Schwergewichte wie Megadeth und Anthrax.
Die Vorband Anthrax zählt noch lange nicht zum alten Eisen und immer noch zu den „Big Four“ des Thrash Metal. Gemeinsam mit Megadeth, Metallica und Slayer formten sie in den 1980er-Jahren ein Genre, das bis heute Bands auf der ganzen Welt beeinflusst. Mit ihrer energiegeladenen Performance, der unverwechselbaren Bühnenpräsenz von Frontmann Joey Belladonna und Klassikern aus ihrer über 40-jährigen Karriere brachten sie das Publikum früh auf Betriebstemperatur. Ohne viel Bühnenshow oder Schnickschnack. Einfach nur mit guter Musik. Anthrax lieferten den perfekten Auftakt für das, was noch kommen sollte.
Die ungebrochene Macht von Megadeth – Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Als die Lichter erloschen und Dave Mustaine gemeinsam mit Gitarrist Teemu Mäntysaari, Bassist James LoMenzo und Drummer Dirk Verbeuren die Bühne betrat, verwandelte sich der Gasometer schlagartig in ein Meer aus erhobenen „Pommesgabeln“.
Megadeth gehören nicht nur zufällig zu den einflussreichsten Bands der Metal-Geschichte. Seit ihrer Gründung 1983 haben sie weltweit mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft, einen Grammy gewonnen und zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen gesammelt. Megadeth haben den Thrash Metal nicht nur mitdefiniert – sie haben ihn entscheidend weiterentwickelt.
Was die Band gestern zeigte, war jedoch weit mehr als ein Rückblick auf vergangene Erfolge. Die Songs wirkten frisch, aggressiv und doch immer melodiös. Mustaines markante Stimme, die messerscharfen Gitarrenläufe und die technische Präzision aller Musiker der aktuellen Besetzung haben nichts an Kraft und Virtuosität eingebüßt.
Jeder Song wurde mit einer Intensität vorgetragen, die kaum vermuten lässt, dass hier Musiker auf der Bühne stehen, deren Karriere bereits über vier Jahrzehnte umfasst. Die Riffs jagten durch die Halle, Soli wurden mit chirurgischer Präzision abgefeuert, während die Rhythmussektion unaufhaltsam nach vorne trieb.
Megadeth ruhen sich eben nicht auf ihrem Vermächtnis aus. Mit ihrem aktuellen, mittlerweile 17. Studioalbum beweisen sie auch diesmal wieder, dass Kreativität und Hunger auf neue Musik keineswegs vom Alter einer Band abhängen. Dave Mustaine kündigte das Werk selbst als schnelles, kompromissloses Thrash-Album an – ohne Balladen, dafür mit maximaler Angriffslust. Genau dieser Geist war im Gasometer spürbar. Die Band spielte nicht für ihre Geschichte. Sie spielte für den Moment.
Und dieser Moment gehörte allen, die den Thrash Metal seit Jahrzehnten begleiten, ebenso wie jenen, die Megadeth vielleicht zum ersten Mal live erlebt haben.
Fazit: Der Auftritt von Megadeth im Wiener Gasometer war keine nostalgische Zeitreise oder routinierte Pflichtübung einer legendären Band. Viel mehr war er die eindrucksvolle Demonstration einer Formation, die ihren Platz im Metal-Olymp längst sicher und verdient eingenommen hat und dennoch weiterhin mit derselben Entschlossenheit auftritt wie zu Beginn ihrer Karriere.
Ein Abend voller Energie, Präzision und Leidenschaft – und einer jener seltenen Konzertmomente, bei denen man die Halle verlässt und weiß, dass man gerade etwas Besonderes erlebt hat. Und der Gasometer erwies sich wie immer als stimmungsvolle Bühne für internationale Größen.
FOTOSTRECKEN
Viel Spaß beim Ansehen meiner FOTOSTRECKE. Um solch eine Fotostrecke zusammenstellen zu können, ist stundenlange Arbeit nötig. Ich bekomme dafür kein Geld und bitte euch, sie nicht ohne Erlaubnis zu kopieren. Auch nicht aus den Socials. Wenn Interesse an Bildern besteht, seid bitte so ehrlich und setzt euch mit mir in Verbindung.
Wenn ihr auf ein Bild klickt, wird es groß, dann könnt ihr blättern und weiterscrollen. Meist gibt es mehrere Seiten voller Bilder.
MEGADETH
ANTHRAX
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de























































































































