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10 Jahre Rock & Metal Day‘z – Donnerstag – Gastbeitrag von Gernot Döhne-Jochmann 10 Jahre Rock & Metal Day‘z – Donnerstag – Gastbeitrag von Gernot Döhne-Jochmann
Vier Tage, 40 °C im Schatten, unzählige Helfer und jede Menge Rock und Metal – bevor bei den Rock & Metal Day’z die ersten... 10 Jahre Rock & Metal Day‘z – Donnerstag – Gastbeitrag von Gernot Döhne-Jochmann

Vier Tage, 40 °C im Schatten, unzählige Helfer und jede Menge Rock und Metal – bevor bei den Rock & Metal Day’z die ersten Gitarrenriffs erklingen, heißt es für die Crew erst einmal anpacken. Vom Bühnenaufbau bis zum letzten Akkord begleiten wir das Festival aus nächster Nähe – mit schweißtreibenden Momenten, besonderen Begegnungen und natürlich jeder Menge Livemusik. Von FATUN über MASTER bis CREMATORY– das Jubiläumsfestival in Oschersleben hat einiges zu bieten. Hier ein Gastbeitrag mit Fotostrecke von Gernot Döhne-Jochmann. Zunächst einmal zum Donnerstag und morgen gibts den Freitag.

10 Jahre Rock & Metal Day’z – und mittendrin statt nur davor!

Die Sommerferien auf Festivals zu verbringen, kann aufregend sein. Aber dazwischen gibt es normalerweise langweilige Tage. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, besteht darin, Teil des Festivalteams zu werden. Das mache ich schon seit Jahren. Deshalb fahre ich an einem sonnigen Sonntagnachmittag nach Oschersleben, um beim Aufbau der Bühne, des Infields und der Verkaufsstände zu helfen, bevor die Rock & Metal Day’z am Donnerstag, dem 25. Juni, die beginnen. Ich zeige auf einigen Fotos, was zwischen Montagmorgen und Donnerstagabend vor sich ging und  kann euch sagen: Mit 40 °C im Schatten war es verdammt heiß, und es gab keinen Schatten. Trotzdem hat die Crew ihre Arbeit geschafft.

Für einige war es anstrengend und brachte sie weit über ihre Grenzen hinaus, sodass sie am nächsten Tag eine Pause brauchten. Andere arbeiteten unermüdlich, als gäbe es kein Morgen. Und ganz besonders müssen wir Ralf danken, unserem Allround-Handwerker auf der Walz, der Tischler, Schreiner und Dachdecker ist und einen unglaublichen Job abgeliefert hat. Er war durch nichts aus der Ruhe zu bringen!

Donnerstag

Nun kommen wir zum eigentlichen Event. Am Donnerstagnachmittag war das Infield bereits seit einigen Stunden geöffnet, also ist es Zeit für ein frisches Fassbier, Whisky oder Longdrinks. Zunächst ehrt der veranstaltende Verein Made For Kids e.V. vier langjährige Mitglieder für ihre unglaubliche Arbeit mit der wohlverdienten Ehrenmitgliedschaft.

Um 17:30 Uhr betritt der Opener FATUN die Bühne. Nach einer 15-jährigen Pause ist die Band seit einem Jahr wieder auf der Bühne, und es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, dass die ersten Akkorde die Stille durchbrachen. Punk Metal aus Haldensleben übernimmt und FATUN spielen, als hätte es die Pause nie gegeben.

Um 18:40 Uhr folgen MORBID APPROACH und beeindrucken erneut mit ihrem harten, aber melodischen Sound. Sie haben bereits vor zwei Jahren bei den RMD’z gespielt – nun ja, Braunschweig ist nicht allzu weit entfernt. Der Glam Metal Sound der 1980er- und 1990er-Jahre trifft mitten zwischen die Augen in der Nachmittagshitze.

Um 20:10 Uhr ist es Zeit für die Festival-Hausband RMDZ. Bis dahin hat sich die Temperatur immerhin auf rund 30 °C abgekühlt – von wirklich kühl kann allerdings noch keine Rede sein. Die fünf Musiker, die aus den Bands Lesson in Violence, MystericA, Ravenfield und Wanted Inc. stammen und sich im vergangenen Jahr zu RMDZ zusammengeschlossen haben, präsentieren ihre ganz eigenen Versionen bekannter Songs. Einer der Höhepunkte und gleichzeitig wohl der lustigste Moment des Abends: „Westerland“ von Die Ärzte. Das Publikum hat sichtlich Spaß und die Band ohnehin.

Um 21:40 Uhr wird es dann legendär – und das ist keineswegs übertrieben. Mit MASTER betritt eine echte Death-Metal-Legende die Bühne. Paul Speckmann und seine beiden Mitstreiter liefern einen Auftritt, der von der ersten Minute an elektrisiert. Es ist großartig, MASTER live zu erleben – roh, intensiv und mit einer Energie, die sofort auf das Publikum überspringt. Der Auftritt ist schlichtweg beeindruckend und macht ganz klar deutlich, weshalb Paul Speckmann seit Jahrzehnten als Legende des Genres gilt.

Dabei ist der Mann hinter der Bühne das genaue Gegenteil eines unnahbaren Rockstars. Einige Stunden zuvor durfte ich Paul bei einer kleinen Whiskyprobe in der Whisky- und Rum-Lounge kennenlernen. Er ist ein großer Fan hochwertigen Bourbons und damit natürlich ein williges „Opfer“ für eine solche Verkostung. Backstage zeigt er sich ausgesprochen bescheiden, freundlich und sichtlich erfreut, bei einem kleinen Festival wie den Rock & Metal Day’z dabei zu sein. Genau diese Mischung aus musikalischer Größe und persönlicher Bodenständigkeit macht die Begegnung besonders.

Um 23:20 Uhr geht es weiter mit CREMATORY. Sänger Felix hat bereits einige Stunden zuvor einen Abstecher in die Whisky- und Rum-Lounge gemacht – die Bourbonprobe hat also offenbar ihre Spuren hinterlassen. Nun steht er gemeinsam mit seiner Band auf der Bühne. Die Temperaturen sind noch immer weit davon entfernt, angenehm kühl zu sein und auch auf der Bühne geht es entsprechend heiß her. CREMATORY liefern ein abwechslungsreiches Set zwischen Gothic und Melodic Death Metal und halten das Publikum bis kurz nach Mitternacht bei Laune. Dann erklingt der letzte Akkord – und nach diesem langen, heißen Festivaltag sind Musiker und Publikum gleichermaßen erschöpft.

Für die Besucher ist damit langsam Feierabend angesagt. Die letzten Bestellungen am Bierstand oder in der Whisky-Lounge werden aufgegeben. Für die Crew ist der Arbeitstag dagegen noch nicht ganz vorbei. Es gilt, den nächsten Festivaltag vorzubereiten. Danach bleibt endlich etwas Zeit zum Durchatmen und für Gespräche im Backstage-Bereich. Die gerade aufgetretenen Bands, die vergangenen Stunden und natürlich das eine oder andere Festivalerlebnis werden noch einmal Revue passieren gelassen, bevor auch dieser erste Tag langsam zu Ende geht.

Morgen gibts Bilder und Nachbericht vom Freitag.

FOTOSTRECKE und Text (Donnerstag auf den RMD’z ) von Gernot Döhne-Jochmann

Gastbeitrag