
10 Jahre Rock & Metal Day‘z – FREITAG – Gastbeitrag von Gernot Döhne-Jochmann
FotostreckenNewsRückblicke 19. September 2026 Gastbeitrag

Trotz eines kurzfristigen Bandausfalls bringt der Festival-Freitag jede Menge Energie auf die Bühne. EXORCIST, CHICAGO LANE und AEONBLACK heizen dem Publikum ein, bevor OZZYFIED für eine perfekte Ozzy-Illusion sorgt. Mit DUST BOLT und den BURNING WITCHES wird weitergerockt, während im Backstage-Bereich Whisky und Karaoke die Nacht verlängern. Den Schlusspunkt setzen DISCREATION – und als die Morgendämmerung anbricht, denkt noch niemand ans Schlafengehen. Hier ein Gastbeitrag mit Fotostrecke zum Freitag von Gernot Döhne-Jochmann. Morgen gibts den Samstag.
Freitag bei den Rock & Metal Day’z: Thrash, Heavy Metal und eine Nacht, die kein Ende nehmen will.
Der Freitag beginnt bereits ab Mittag mit einer Bier-Happy-Hour. Währenddessen macht allerdings eine enttäuschende Nachricht die Runde: EGOISTEN haben ihren Auftritt nur wenige Stunden vor dem geplanten Bühnenbeginn abgesagt. Einen Ersatz in so kurzer Zeit zu finden, ist natürlich unmöglich. Deshalb werden die ursprünglich später angesetzten Bands nach vorne gezogen und der gesamte Zeitplan entsprechend nach hinten verschoben. So bleibt zumindest zwischen den Auftritten keine große Lücke.
Es ist immer noch ziemlich heiß, doch die erste Band des Tages lässt sich davon nicht beeindrucken. Um 14:40 Uhr betreten die bayerischen Newcomer EXORCIST die Bühne und liefern in der brütenden Nachmittagshitze ein schweißtreibendes Thrash-Metal-Brett ab. Die Jungs geben alles und lassen keinen Zweifel daran, dass sie hier etwas zu sagen haben. Nach ihrem Auftritt geht es zur Abkühlung in den kleinen, improvisierten Pool. Ich wette, dass wir von dieser Band in Zukunft noch einiges hören werden. EXORCIST legen die Messlatte für die folgenden Bands jedenfalls schon einmal ziemlich hoch.
Für CHICAGO LANE aus Hannover ist das um 15:50 Uhr allerdings kein Problem. Vor zwei Jahren waren sie innerhalb weniger Stunden als Ersatz für eine ausgefallene Band eingesprungen. Dieses Mal steht die Band ganz regulär im Line-up – und das merkt man. Ihre phänomenale, theatralische Glam- und Hair-Rock-Show sitzt von der ersten bis zur letzten Minute. Was beim letzten Auftritt aufgrund der fehlenden Vorbereitungszeit noch improvisiert werden musste, läuft diesmal wie eine gut geölte Maschine. Trotzdem bleibt genügend Raum für einige halsbrecherische Stunts, die das Publikum zum Staunen bringen.
Nach diesen beiden Auftritten ist das Festival wieder im Zeitplan. Als Nächstes reisen AEONBLACK aus der Gegend nahe der Schweizer Grenze musikalisch mit „Pure f*ckin‘ Heavy Metal“ in Oschersleben ein. Und das sind keineswegs leere Worte. Um 17:10 Uhr geht es los: Steht auf, bewegt eure Füße und macht euch bereit für eine weitere wilde Fahrt durch Powerchords und legendäre Riffs!
Um 18:30 Uhr wird es dann geradezu magisch. Es fühlt sich an, als wäre er wieder lebendig. Schließt die Augen und ihr könnt ihn singen hören. Öffnet die Augen und ihr könnt ihm beim Auftreten zusehen: Ozzy Osbourne! Nun gut – in diesem Fall handelt es sich um OZZYFIED. Aber die Illusion ist nahezu perfekt.
Ich habe die Band bereits im vergangenen Jahr bei Ulmich om Braand gesehen und war damals schon begeistert. Heute ist es nicht anders. Leider reicht die Spielzeit nicht aus, um all die Songs unterzubringen, die die Fans gerne hören würden. Sänger Henning Wanner verspricht allerdings, bei der nächsten Gelegenheit mit einem komplett anderen Set zurückzukommen. Nehmt ihn beim Wort! OZZYFIED hätte an diesem Abend ohne Weiteres auch als Headliner durchgehen können. Doch diese Position ist bereits für zwei andere Bands reserviert.
Den Anfang macht um 20:00 Uhr DUST BOLT aus Bayern. Die Band ist längst international bekannt und spielt bereits seit ihrer Schulzeit zusammen. Nach der Hommage von OZZYFIED an den traditionellen Heavy Metal heißt es nun wieder: Thrash Metal – diesmal in einer melodischen Variante. Während die Temperaturen langsam angenehmer werden, füllt sich das Infield zunehmend. Das Publikum bleibt nicht länger in den wenigen Schattenplätzen versteckt, sondern rückt näher an die Bühne und feiert gemeinsam mit der Band.
Um 21:30 Uhr ist es Zeit für Schweizer Metal aus Brugg. Lala, Romana und Jay haben eine zehnstündige Fahrt hinter sich. Laura hatte es etwas näher, da sie zuvor in der Gegend an einem Workshop teilgenommen hatte. Courtney dagegen ist den weiten Weg aus Bochum angereist – und wird vor Ort prompt vom Whisky-Team abgefangen. Ein Schluck vom torfigsten Whisky des Abends muss schließlich sein. Nun ja, Courtney und das Team haben offensichtlich denselben Geschmack: Octomore lässt grüßen!
Also: Willkommen, BURNING WITCHES!
Vor zwei Jahren waren die BURNING WITCHES bereits Headliner des Festivals, und die anschließende Aftershow-Party ist bis heute legendär. Dieses Mal müssen die Damen allerdings am nächsten Morgen früh aufstehen. Das bedeutet aber keineswegs, dass der Abend schon vorbei ist. Zeit für eine persönliche Whiskyverkostung bleibt natürlich trotzdem – schließlich gibt es mit dem Geburtstag von Romanas Neffen einen Grund zum Anstoßen. Und als wäre das noch nicht genug, wird anschließend gemeinsam Karaoke gesungen. Henning und Flo von RMDZ schließen sich der illustren Runde an. Also: Lasst die Party beginnen!
Eine letzte Band steht allerdings noch auf dem Programm. Um 23:15 Uhr betreten DISCREATION die Bühne und haben die undankbare Aufgabe, nach dem Headliner den Abend zu beschließen. Mit ihrem brutalen, traditionellen Death Metal und weiblichem Gesang gehen sie diese Aufgabe jedoch mit voller Wucht an. Die rohe Energie der Band reicht problemlos aus, um die Stimmung hochzuhalten und das Publikum auch nach dem Headliner noch einmal richtig in Bewegung zu bringen.
Die BURNING WITCHES zeigen sich derweil ausgesprochen kollegial und verschieben ihr Meet-and-Greet kurzerhand bis nach dem Auftritt von DISCREATION. Sie wollen die Band selbst sehen und ihr nicht durch ein parallel stattfindendes Meet-and-Greet das Publikum nehmen. Verständlich – und eine schöne Geste.
Als schließlich das letzte Crewmitglied ins Bett fällt, ist draußen bereits die Morgendämmerung zu sehen. An Schlaf ist ohnehin kaum zu denken, es ist immer noch viel zu warm, die Bands waren viel zu gut, um direkt nach dem letzten Akkord ins Bett zu gehen, und die Stimmung ist schlicht hervorragend. Ein langer Freitag geht zu Ende – oder besser gesagt – der Samstag hat eigentlich schon begonnen.
Am 22. gibts Bilder und den Nachbericht vom Samstag.
FOTOSTRECKE und Text (FREITAG auf den RMD’z ) von Gernot Döhne-Jochmann




















































































