Tarja Turunen in der Batschkapp Frankfurt – zwischen orchestraler Wucht und hartem Metal – mit FOTOSTRECKE
FotostreckenNewsRückblicke 14. Oktober 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Tarja schlägt immer wieder neue Kapitel auf. Und wenn sie das tut, ist stets Qualität garantiert. Mit Frisson Noir rückt die großartige Sängerin den härteren Metal wieder stärker in den Mittelpunkt ihrer Solokarriere. In der Batschkapp Frankfurt schaffte es die virtuose Finnin, dem Publikum mehrfach den Atem zu rauben. Symphonity aus Tschechien und die litauischen Progressive-Rocker The Skys ergänzten das gestrige Programm um zwei unterschiedliche musikalische Perspektiven. Drei Bands, unterschiedliche Handschriften.
Wer Tarja Turunen kennt, weiß, dass ihre musikalischen Wurzeln weit über den Metal hinausreichen. Die klassisch ausgebildete Sopranistin wurde als Gründungsmitglied von Nightwish international bekannt. Mit ihrer Verbindung aus Operngesang und druckvollen Gitarren prägte sie maßgeblich den Sound des Symphonic Metal.
Seit ihrem Ausstieg bei Nightwish verfolgt die charismatische Sängerin eine eigenständige Solokarriere, in der sie neben Metal auch klassische, orchestrale und ruhigere Elemente verarbeitet. Gestern in der Batschkapp bot sie ruhige Momente und dann wieder harte. Ich bin immer wieder baff, wie sehr Tarja das Publikum zu fesseln vermag. Wenn sie sprach, konnte man das Knistern und die Faszination im Publikum förmlich spüren. Man hätte eine Stecknadel fallen gehört. Und die Liebe der Fans wurde fast greifbar.
Mit dem Album Frisson Noir und der Tour Frisson Live 2026 rückt sie nun wieder die härtere Seite ihres musikalischen Schaffens in den Fokus. Der französische Begriff „Frisson“ bezeichnet jenen Schauer, der einen im richtigen Moment durchfährt – wenn Musik unmittelbar berührt und aus einem Klang plötzlich ein körperliches Gefühl wird. Und genau dieses Gefühl bekam man gestern in jedem Ton oder Wort zu spüren. Das Tourkonzept setzt dazu passend auf Kontraste – auf atmosphärische Passagen ebenso wie auf kraftvolle Gitarren und große melodische Bögen.
Dabei geht es nicht allein um den Rückblick auf eine Karriere, die den Symphonic Metal mitgeprägt hat. Das neue Material soll vielmehr zeigen, wohin sich Tarja als Solokünstlerin entwickelt hat.
Besonders süß fand ich, dass Bassist Pit Barret nach dem Konzert in den Bühnengraben kam und die ganze erste Reihe des Publikums umarmte.
Die Vorbands
Symphonity aus Tschechien stehen für melodischen Power Metal mit deutlichen Einflüssen aus der Klassik. Die Bandgeschichte reicht bis ins Jahr 1994 zurück, als Gitarrist Libor Křivák und Schlagzeuger Tomáš Sucháček das Projekt unter dem Namen Otter gründeten. Später trat die Gruppe zunächst als Nemesis auf, bevor sie sich 2006 in Symphonity umbenannte.
Für die aktuelle Tour ist außerdem eine personelle Veränderung von Bedeutung – die Band kündigte 2026 die Sopranistin Lucie Červenková Mlynářová als neue feste Sängerin an. Damit erhält die klassische Ausrichtung von Symphonity eine zusätzliche vokale Facette. Und das ganz großartig umgesetzt. Die Kombination aus melodischen Gitarren, orchestralen Anklängen und ausdrucksstarkem Gesang passt musikalisch in das Umfeld von Tarjas Tour und überzeugte auch gestern auf allen Ebenen.
The Skys aus Litauen setzten einen anderen Akzent. Die litauische Band verbindet Progressive Rock mit atmosphärischen Arrangements und ausgedehnteren musikalischen Entwicklungen. Ihr Repertoire reicht bis in die 1990er-Jahre zurück; zu den früheren Veröffentlichungen gehören Civilized und Dreams.
Mit Colours of the Desert aus dem Jahr 2011 und Journey through the Skys von 2015 entwickelte die Gruppe ihren vielschichtigen Stil weiter. Das bislang jüngste hier berücksichtigte Studioalbum, Automatic Minds, erschien 2019. An den Aufnahmen wirkten neben der Band mehrere Gastmusiker mit, darunter Snowy White, bekannt unter anderem aus dem Umfeld von Pink Floyd.
Auch live hat die Formation internationale Erfahrung gesammelt und bei Festivals in Europa, Nordamerika und Japan gespielt. Ihr progressiver Ansatz erweitert das musikalische Spektrum des Abends: Wo Symphonity stärker auf melodische Metal-Dramaturgie setzen, stehen bei The Skys komplexere Arrangements und die Entwicklung musikalischer Stimmungen im Vordergrund.
Die Zusammenstellung von Tarja, Symphonity und The Skys führte drei unterschiedliche Zugänge zu anspruchsvoller, melodischer Rock- und Metal-Musik zusammen. Klassische Einflüsse sind dabei ebenso präsent wie ausgearbeitete Arrangements und der Wechsel zwischen ruhigen Momenten und kraftvollen Passagen.
Viel Spaß beim Ansehen meiner FOTOSTRECKE. Um solch eine Fotostrecke zusammenstellen zu können, ist stundenlange Arbeit nötig. Ich bekomme dafür kein Geld und bitte euch, sie nicht ohne Erlaubnis zu kopieren. Auch nicht aus den Socials. Wenn Interesse an Bildern besteht, seid bitte so ehrlich und setzt euch mit mir in Verbindung.
Wenn ihr auf ein Bild klickt, wird es groß, dann könnt ihr blättern und weiterscrollen. Meist gibt es mehrere Seiten voller Bilder.
Tarja
Symphonity
The Skys
Lydia Dr. Polwin-Plass
Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de






























































































