Donauinselfest 2026 | Tag 3 | Sonntag – Ein Finale zwischen Gänsehaut, Gitarren und großen Gefühlen – mit Fotostrecken von Mr. Hurley und die Pulveraffen, Feuerschwanz, Tailgunner, Nico Santos, Ness, Kamrad und mehr
FotostreckenNewsRückblicke 7. Juli 2026 Lydia Dr. Polwin-Plass
Mit einem wundervollen Tag voller großer Stimmen, bewegender Momente und ausgelassener Festivalstimmung ging das Donauinselfest 2026 am Sonntag leider zu Ende. Während internationale Stars auf der Festbühne für Gänsehaut sorgten und auf der 88.6-Bühne Rock- und Metalfans auf ihre Kosten kamen, zeigte das größte Open-Air-Festival Europas wieder seine ganze musikalische Bandbreite und verabschiedete sich nach drei Tagen friedlich, aber mit einer Portion Wehmut in die Sommerpause.
Drei Tage lang wurde auf der Donauinsel getanzt, gesungen und gemeinsam gefeiert – am Sonntag fand das Donauinselfest 2026 seinen emotionalen Schlusspunkt – Leider. Von den frühen Nachmittagsstunden bis weit in den Abend zog sich eine besondere Atmosphäre durch das Festivalgelände. Familien, Gruppen und Musikfans genossen die letzten Stunden eines Wochenendes, das mit rund 14 Bühnen, etwa 200 Acts und rund 700 Programmstunden eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig Österreichs größtes Open-Air-Festival immer wieder ist.
Wir starteten unseren dritten Tag auf dem DIF26 mit dem Rudelsingen auf der Wienerliedbühne und sangen lautstark mit der Queen des Wienerlieds und des Dudlers, Agnes Palmisano und dem Chor Kammerton, Wiener Liedgut aus allen Epochen und Austropop-Hits mit. Ach, wie sehr ich diesen Dialekt und die unfassbar originellen Ausdrücke liebe, die es nur in Wien und auf keinem anderen Ort der Welt gibt. Alleine für Arschkriecher gibt es unzählige Ausdrücke wie Kniera, Fuachngänga (Furchengänger), Reisstrahra (Reisstreuer), Oaschkreula, Küssa etc., die z.B. Georg Danzer in seinem Lied „I bin a Kniera“ verarbeitet hat.
Den musikalischen Mittelpunkt bildeten die Festbühne und die 88.6-Bühne – zwei Bühnen, die zwar unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb den Charakter des Festivals perfekt widerspiegelten. Für uns gibt es immer auf beiden Bühnen jede Menge großartiger Highlights.
Internationale Pop-Stars auf der Wien Energie / radio FM4 / Radio Wien / HITRADIO Ö3 Festbühne
Den musikalischen Auftakt auf der Wien Energie / radio FM4 / Radio Wien / HITRADIO Ö3 Festbühne gestalteten zwei Künstlerinnen, die eindrucksvoll zeigten, wie viel Potenzial in Österreichs junger Musikszene steckt.
Den Anfang machte emma, Gewinnerin des diesjährigen Rock The Island Contest (RTIC). Mit ihrer authentischen Ausstrahlung, gefühlvollen Songs und einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz nutzte sie die Chance, sich einem großen Festivalpublikum zu präsentieren. Ihre Mischung aus modernem Pop und ehrlichem Songwriting machte deutlich, warum sie sich im Wettbewerb gegen zahlreiche Nachwuchstalente durchsetzen konnte.
Anschließend übernahm PÄM die Bühne. Die junge Künstlerin verbindet zeitgemäßen Pop mit markanten Texten und einer selbstbewussten Performance. Zwischen eingängigen Melodien und emotionalen Momenten gelang es ihr, das Publikum für sich zu gewinnen und den perfekten Übergang zu den internationalen Top-Acts des Abends zu schaffen.
Schon am Nachmittag sorgte die sympathische und vor allem von der Jugend mega gefeierte – Wiener Sängerin NESS mit ihrer authentischen Mischung aus Pop und emotionalem Songwriting für einen gelungenen Auftakt auf der Festbühne neben der Floridsdorfer Brücke. Mit ihrer ehrlichen Art und engagierten Songtexten, die längst ihren festen Platz im österreichischen Radio gefunden haben, schlug sie die Brücke zwischen heimischer Musikszene und internationalem Festivalgefühl.
Mit KAMRAD übernahm anschließend einer der erfolgreichsten deutschen Pop-Newcomer der vergangenen Jahre die Bühne. Spätestens seit seinem europaweiten Hit „I Believe“ zählt der Dortmunder zu den gefragtesten Live-Acts im deutschsprachigen Raum. Seine eingängigen Melodien und die unmittelbare Nähe zum Publikum verwandelten die Festbühne in einen einzigen Chor.
Als die Sonne langsam hinter der Donauinsel verschwand, betrat Nico Santos die Bühne. Der deutsch-spanische Singer-Songwriter mit der sonnigen Ausstrahlung, dessen Songs weltweit Milliarden Streams erreichen und mit Titeln wie „Rooftop“, „Safe“ oder „Play With Fire“ längst internationale Erfolge feiern, lieferte eines der emotionalsten Konzerte des gesamten Wochenendes auf der . Zwischen gefühlvollen Balladen und tanzbaren Pop-Hymnen entstand jene besondere Festivalmagie, die nur Live-Musik erzeugen kann.
Rock, pure Metal-Energie und ehrlicher Sound auf der Bank Austria / Radio 88.6 Rock Bühne
Wer den Sonntag lieber mit verzerrten Gitarren als mit Pop-Hymnen verbrachte, fand auf der Bank Austria / Radio 88.6 Rock Bühne sein Festivalzuhause. Das Programm spannte einen Bogen von aufstrebenden heimischen Bands bis zu gefeierten Größen der deutschsprachigen Rock- und Metal-Szene – und bewies dabei, wie vielfältig das Genre mittlerweile geworden ist.
Den Auftakt machten Hidden Fates, die mit modernem Rock und einer energiegeladenen Live-Performance das Publikum früh auf Betriebstemperatur brachten. Anschließend übernahm Zascha, deren markanter Sound mühelos zwischen Alternative Rock, Grunge und melodischer Härte pendelt. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und einer intensiven Bühnenpräsenz setzte die Band einen der ersten emotionalen Höhepunkte des Tages.
Musikalisch besonders anspruchsvoll wurde es mit den sympathischen Jungs von Tailgunner. Die britische Heavy-Metal-Band verbindet klassisch geprägten Metal mit beeindruckender technischer Präzision und komplexen Arrangements. Anspruchsvolle Gitarrenarbeit, kraftvolle Vocals und eine enormeBühnenpräsenz machten ihren Auftritt zu einem Erlebnis für eingefleischte Metal-Fans ebenso wie für neugierige Festivalbesucherinnen und -besucher. Während ihres phantastischen Gigs, flogen im staubigen Moshpit unzählige blaue 88,6 Luftgitarren durch die Lüfte. Ein unfassbar spaßiges Chaos!
Danach wechselte die Stimmung schlagartig zu einer Brise Piratenromantik. Mr. Hurley & Die Pulveraffen verwandelten die Rock Bühne in ein ausgelassenes Piratenfest. Die norddeutsche Formation zählt seit Jahren zu den bekanntesten Vertretern des Pirate Folk und versteht es wie kaum eine andere Band, humorvolle Texte, eingängige Melodien und mitreißende Mitsing-Refrains zu einer mitreißenden Liveshow zu verbinden. Vor der Bühne wurde getanzt, gesungen und gefeiert – ganz so, als wäre die Donauinsel für einen Moment zur hohen See geworden.
Den krönenden Abschluss lieferten Feuerschwanz. Die deutsche Folk- und Spaß-Metal-Band gehört längst zu den erfolgreichsten Vertretern ihres Genres und hat sich mit ihrer Mischung aus kraftvollen Metal-Riffs, mittelalterlichen Einflüssen und spektakulären Liveshows – Überraschung :-): mit viiiiil Feuer weit über die Grenzen der Szene hinaus einen Namen gemacht. Mit ihrer energiegeladenen Performance brachten sie den Moshpit vor der Bühne noch einmal in Wallung und setzten einen würdigen Schlusspunkt unter das Programm der 88.6 Rock Bühne. Die Stimmung wag unbeschreiblich geil! Feuerschwanz verabschiedeten das feierwütige Publikum mit diesem letzten musikalischen Kraftakt in die letzte Festivalnacht, die bis zum Schluss mit guten Wetter gesegnet war.
Da war noch was
Auch abseits der großen Bühnen blieb der Sonntag abwechslungsreich. Bewegungsangebote wie Yoga und Yogalates sorgten für einen entspannten Festivalstart, während die Wiener Blaulichtorganisationen bei Vorführungen Einblicke in ihre tägliche Arbeit gaben. Auf dem Edelstoff-Designmarkt präsentierten junge Labels nachhaltige Mode, Schmuck und regionale Produkte. Wer das Festival aus einer anderen Perspektive erleben wollte, konnte mit dem Sky Flyer einen Blick über das gesamte Gelände werfen.
Ein starkes Zeichen setzte das Donauinselfest außerdem mit seiner Becherspendenaktion zugunsten der Österreichischen Krebshilfe Wien. Ergänzt wurde das Angebot durch kostenlose Muttermal-Checks – ein Gesundheitsservice, das auf einem Musikfestival alles andere als selbstverständlich ist.
Friedlicher Festivalabschluss
Nicht nur die Veranstalter, auch die Einsatzorganisationen zogen nach dem Wochenende eine positive Bilanz. Trotz hunderttausender Besucherinnen und Besucher verlief das Donauinselfest ohne größere Zwischenfälle. Der Sonntag erwies sich dabei sogar als ruhigster Festivaltag. Die Polizei verzeichnete gesamt 17 Verhaftungen – hauptsächlicher wegen Raubdelikten und der Samariterbund – ebenfalls über das gesamte Wochenende – rund 740 Hilfeleistungen, 95 Personen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die häufigsten Einsätze betrafen kleinere Verletzungen, Dehydrierung oder Knochenbrüche. Auch die Polizei sprach von einem insgesamt ruhigen Einsatzverlauf.
Zum Glück wurde das DIF diesmal wegen der WM nach hinten verlegt, denn bei 40 Grad hätte es wohl nicht so viel Spaß gemacht. Bereits jetzt steht fest, dass das Donauinselfest 2027 wieder an seinen traditionellen Termin im Juni zurückkehrt und von 25. bis 27. Juni stattfinden wird.
Fazit: Das Finale des Donauinselfests 2026 war kein lauter Schlussakkord, vielmehr ein Abend voller Emotionen. Zwischen großen Pop-Hymnen auf der Festbühne, kraftvollen Rock- und Metalklängen auf der 88.6-Bühne und unzähligen kleinen Begegnungen auf dem Festivalgelände entstand jenes Gemeinschaftsgefühl, das dieses Wochenende jedes Jahr aufs Neue prägt. Als die letzten Lichter erloschen und die Musik langsam verstummte, blieb vor allem eines zurück: Erinnerungen an drei wundervolle Tage, in denen hunderttausende Menschen gemeinsam gefeiert, gelacht und tolle Musik erlebt haben.
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